Zeuge räumt Treffen mit NSU-Trio ein

München..  Ein Zeuge aus der Chemnitzer Neonazi-Szene hat im NSU-Prozess ein Treffen mit dem NSU-Trio 1998 eingeräumt. Er habe Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt damals in der Wohnung eines Gesinnungsgenossen getroffen. Zu Details aus den 90er Jahren, der Gründungszeit des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU), machte er immer wieder Gedächtnislücken geltend. Eine scharfe Waffe habe er nicht besessen. Damit widersprach er dem anderen Zeugen des Tages. Der berichtete - allerdings erst nach anfänglichem Schweigen und mehreren scharfen Ermahnungen des Richters -, beide zusammen hätten in einem Waldstück mit einer scharfen Waffe geübt.

Ohnehin hätten in der Szene zahlreiche Waffen kursiert, sagte der zweite Zeuge. Er selber habe russischen Soldaten „für 100 Mark eine Kiste Granaten und eine Kalaschnikow“ abgekauft. Die Waffen habe er „zum Schutz vor Ausländern“ gekauft. Persönlich habe er keinen Ausländer gekannt, aber „wir waren damals alle ausländerfeindlich“, bekannte er. Nach seiner Darstellung war er 1993 im Streit aus der Szene ausgestiegen.