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Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen

15.08.2012 | 08:40 Uhr
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
Dieter Graumann, Vorsitzender des des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: dapd

Köln.  Die aktuelle Debatte über Beschneidungen sorgt für mehr Schaden als Beschneidungen selbst. Das behauptet der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. In einer Talkshow rief er zu Toleranz gegenüber religiösen Beschneidungen auf.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, betrachtet die Zulassung von Beschneidungen als Toleranztest für Deutschland. "Es wird sich zeigen, wie viel an Fremdem wir als Gesellschaft bereit sind anzunehmen", sagte Graumann am Dienstag in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger".

Das Kölner Landgericht hatte Ende Juni die Vorhautbeschneidung von Jungen aus religiösen Gründen als strafbare Körperverletzung gewertet. Juden gilt die Beschneidung acht Tage nach der Geburt als Zeichen ihres Bundes mit Gott.

Graumann kritisierte: "Die jetzige Debatte ist viel schädlicher als alle Beschneidungen." Er lehnte den Vorschlag ab, Jugendliche sollten frühestens mit 14 Jahren selbst entscheiden, ob sie sich beschneiden lassen. "Wir haben da keine Verhandlungsmacht. Man legt im Christentum ja auch keinen Karfreitag auf einen Dienstag oder feiert Weihnachten im Sommer, weil es dann wärmer ist", sagte er. (dapd)


Kommentare
15.08.2012
19:35
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von volker21 | #16

Es war schon entlarvend, wie Frau Kelek dem moslemischen Arzt Dr. Isik auf den Zahn gefühlt hat und dieser -provoziert- zugegeben hat, dass beschnittene Muslime "reiner" seien, als Nichtmuslime. Und solchen kruden Ansichten, wie ihn ein Arzt (!!) geäußert hat, muss Einhalt geboten werden! Peinlich war aber auch der Auftritt des "nichtmuslimischen" Arztes Dr. Bühmann, der, wohl unter dem Eindruck des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Herrn Graumann, bevor er Kritik äußerte, zunnächst einmal erklärt hat, dass er muslimische und jüdische Freunde hat. Und er muss auch nicht das Einverständnis des Herrn Graumann einfordern, welches dieser in arroganter Art "ihm auch gewährte", dass er als Arzt bei Beschneidungen Gewissensbisse habe.

15.08.2012
17:23
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von Der.Luedenscheider | #15

Am Karfreitag wird auch keiner in Deutschland ans Kreuz genagelt. Wie kann man nur einen chirurgischen Eingriff mit dem Verschieben eines Tages von Freitag auf Dienstag vergleichen. Ganz schwache Argumentation. Man kann eine symbolische Bedeutung nicht mit einem tatsächlichen Engriff vergleichen.

Und jede Debatte in einem demokratischen Staat ist eine notwenige Debatte. Davon lebt die Demokratie. Wer sollte denn dann entscheiden, welche Debatte überhaupt diskussionswürdig wäre? Kirchenträger? Nicht schon wieder. Das hatten wir Christen im Mittelalter und es war eine Katastrophe. Wir können froh sein, säkularisiert zu sein. Die kath. Kirche ist schlimm genug mit ihrer Stellung zur Abtreibung und Prävention.

Ich fordere die Unterstützung der Petition der deutschen Kinderhilfe.

15.08.2012
15:01
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von michalek | #14

Es gibt in unserem Land die Religionsfreiheit für alle Religionsgemeinschaften. Aber nur die Ausübung im Einklang mit unserer Gesetzgebung ist. Das wissen seit Jahrzehnte alle die in unser Land kommen oder Leben.
Daher ist es nicht richtig diese Voraussetzung auf Druck von zwei Religionsgemeinschaften zu ändern. Wenn das Grundgesetz immer wieder angepasst wird brauchen wir es nicht mehr.
Wir werden wohl langsam unsere eigenen Kulturellen Werte begraben müssen. Dieser Vorgang zeigt auf wer bei unseren heutigen Politikern den Ton angibt.

15.08.2012
14:59
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von Elkat | #13

In der Runde bei Frau Maischberger habe ich Herrn Graumann als arrogant und selbstherrlich empfunden.
Ein Argument von ihm: "Das (beschneiden) machen wir schon seit Tausenden von Jahren" ("....und deshalb ist es richtig" - so seine unausgesprochene Behauptung). Dazu kann ich nur sagen, dass die Menschheit ca. 2 Milliönchen Jahre alt (Annahme), fossil belegt zumindest 200.000 Jahre alt, ist. Was sind da 3.000 Jahre Judentum (oder Christentum, oder Islam)?
Die Welt hat sich schon immer verändert und wird es weiter tun, und ich wünsche mir, - obwohl das wohl vermessen ist - dass sie das in Richtung schlichter Menschlichkeit tut.

15.08.2012
12:55
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von Syndikus | #12

Die ganze Diskussion um die Beschneidung ist ebenso lächerlich wie das ergangene Urteil des LG Köln. Ich bin selber aus medizinischen Gründen beschnitten und habe insoweit nie etwas vermißt - ganz im Gegenteil.

In der jetzigen Beschneidungsdiskussion spielen sich Leute, die selbst nicht beschnitten sind und sich längst von ihrer eigenen Religion meilenweit entfernt haben, zum Retter angeblich Verstümmelter auf, die aber verwunderlicherweise gar nicht gerettet werden wollen. Wenn sich nennenswerte Teile der männlichen jüdischen und muslimischen Bevölkerung zu Wort melden und beklagen würden, dass ihnen in frühester Kindheit großes Leid zugefügt wurde, dann müßte man das Thema sicherlich ernst nehmen. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall.

Hier und jetzt melden sich nur Leute zu Wort, die entweder ein Problem mit der Religion haben und/oder denen es - wie zu offensichtlich der Ex-Lebensgefährtin von Herrn Lafontaine - um Publicity, aber sicher nicht um das Kindeswohl geht.

5 Antworten
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Name von Moderation entfernt | #12-1

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Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von 1980yann | #12-2

Niemand hat ein Problem damit, wenn eine Beschneidung aus medizinischen Gründen erforderlich ist und dann auch vorgenommen wird.
Niemand hat ein Problem damit, wenn jemand als junger Erwachsener sagt, ich möchte meine Vorhaut aus sexuellen, ästhetischen oder religiösen Gründen nicht mehr haben.

Ein Neugeborenes hat aber noch keine Religion und eine fremdbestimmte Zuordnung mit dauerhaften körperlichen Folgen ist einfach nicht gerechtfertigt.
Der junge Mann wird sich niemals von diesem Glauben abwenden können, ohne bei jedem Wasserlassen mit diesem sichtbaren Zeichen konfrontiert zu sein, dass seine Eltern für ihn einen anderen Weg vorgesehen hatten.
Eine Beschneidung verändert die sexuelle Wahrnehmung des Jungen/Mannes und diese Veränderung kann negativ wahrgenommen werden - und in diesen Fällen ist sie sehr wohl eine Verstümmelung!

Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von Der.Luedenscheider | #12-3

Das Problem ist ein verfassungstechnisches. Wenn die Verfassungsrichter zustimmen, dass eine Beschneidung bei minderjährigen Jungen erlaubt ist, dann wird es direkt danach eine Verfassungsbeschwerde oder Klage geben, die basierend auf dem Urteil für Jungen im Rhamen der Gleichstellung dieses auch für Mädchen verlangt.

Ich sehe keinen im Forum hier, der einen Eingriff aus medizinischen Gründen verurteilt. Es geht allein um einen Eingriff aus religiösen Traditionen.

Und offen gesagt: Ich habe tatsächlich ein Problem damit, dass kleine Jungen oder Säuglinge eine schmerzhaften und medizinisch unnötigen Eingriff unterzogen werden und dass diese verfassungstechnisch geschützt werden soll. Aus den Gründen wie oben. Alle religiösen Traditionen, die irgendwie mit Eingriffen in die Gesundheit (und dann noch bei Minderjährigen) verbunden sind, gehören verfassungstechnisch verboten und nicht geschützt.

Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von volker21 | #12-4

Was ist das für ein Argument! Ich habe meinen Blinddarm seit 50 Jahren nicht mehr und ihn auch nie vermisst. Würde ich ihn mir deswegen "aus religiösen oder vorsorglichen" Gründen mit 8 Tagen oder 6 jahren rausnehmen lassen? Habe ich ihn etwa vermisst?
Und: muss ich Baum sein um gegen die Abholzung des Regenwaldes zu protestieren??
Fakt ist: Es gibt keinen aber auch wirklich keinen wichtigen Grund, für die Beschneidung von Kindern oder gar Babys zu sein. Das sind alles Steinzeittheorien, die mit einem modernen Verständnis von Religion nichts zu tun haben. Warum glauben Sie nicht einfach an Gott und lassen ihre Kinder, wenn sie erwachsen sind, selbst entscheiden? Das nenne ich Toleranz!

Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von moechteunerkanntbleiben | #12-5

Lieber Syndikus,
ich wurde als Baby beschnitten. Ich bin weder Moslem noch Jude.
Und ja, ich habe darunter gelitten.
Zunächst fiel mir auf, dass ich anders aussah als meine Geschwister.
Später im Duschraum nach dem Sportunterricht begann ich mein Geschlechtsteil zu verstecken. Insgesamt bin ich bis heute in dieser Beziehung ziemlich verklemmt.
Ich bin heute 50. Bei den Freundinnen die ich hatte war alles in Ordnung. Irgendwann, wenn es auf Sex hinauslaufen sollte, habe ich gekniffen. Ein einziges mal hatte ich es gewagt und prompt versagt. Ich bin bis heute einsam.
Ich machte meinen Eltern deshalb keinen Vorwurf, weil es nach Auskunft der Ärzte ein medizinisch notwendiger Eingriff war.
Ich wünsche aber keinem meinen Lebensweg, wenn es sich vermeiden lässt.
viele liebe Grüße

15.08.2012
12:43
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von TorstenB | #11

Warum zeigt Herr Graumann denn keine Toleranz gegenüber dem GG.

"Wir haben da keine Verhandlungsmacht." war ein Satz den er gerne verwendet hat. Da braucht es auch keine Verhandlungsmacht, denn das GG ist nicht gegenüber religiösen Gesetzen verhandelbar. Es kann nicht sein, das für eine kleine Gruppe Teile des GG ausser Kraft gesetzt werden. Wer in der BRD lebt, möchte sich bitte an die hier geltenden Gesetze halten, und nicht versuchen seine rekigiösen Gesetze höher als das GG zu stellen. Das ist Intolerant.

15.08.2012
11:56
Lachen vergangen
von Isnogod | #10

Ging das nur mir so? Ich denke der Graumann grinste viel viel weniger als noch vor 2 Wochen. Ein gutes Zeichen, oder nur Verdauungsstörungen?

15.08.2012
10:46
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von wimmel | #9

Es gibt überigens auch viele Juden die ihre Kinder nicht beschneiden lassen, aber die hält man bewust unter der Decke.
Bemerkenswert finde ich das man den Gegnern von Kindesverstümmelung mangelnde
Tolleranz vorwirft, aber selber nicht den Mü von Tolleranz und Kompromissbereitschaft aufbringt. Das hinterläßt keinen gute Eindruck :-))
Besonders, über unsere jüdischen Mitbürger bin ich hier sehr entäuscht, habe Sie für aufgeklärter gehalten.

15.08.2012
10:45
Unlogik und Widerspruch
von casella | #8

Wer seinem Kind zB bei einem kindlichen Wutausbruch kurz und symbolisch den Hintern versohlt und von "erzieherischer Massnahme" spricht, der riskiert eine Strafanzeige wegen Körperverletzung und Kindesmisshandlung und hat das Jugendamt am Hals - aber - wer sein Kind beschneidet und was von "religiösen Gründen" faselt, dem soll "tolerant" - also zustimmend und straffrei - begegnet werden. Wie krank ist das denn? Vielleicht sollte man Herrn Graumann und seinem ominösen "Zentralrat" mal erklären, dass die Zeiten sich gewandelt haben und die Erpressungstour nicht mehr zieht. Aber irgendwie scheinen die religiösen Minderheiten mit ihren Zentralräten das wohl auch schon zu ahnen.

15.08.2012
10:00
Zentralratschef fordert bei Maischberger Toleranz für Beschneidungen
von GrafVonDingelstein | #7

"Es wird sich zeigen, wie viel an Fremdem wir als Gesellschaft bereit sind anzunehmen", sagte Graumann am Dienstag in der ARD-Sendung "Menschen bei Maischberger".

Auha Herr Graumann, ich werde das Gefühl nicht los, das riecht schon fast nach Erpressung.
Sind Menschen die Beschneidungen ablehnen dann intolerant und/oder gar ausländerfeindlich?
Sie lassen gar keine andere Option zu und sind in keinster Weise verhandlungsbereit.
Sind Sie da ein Vorbild für Toleranz?

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