Zeichen des Abschieds

Wenig ist geblieben vom Bergbau. Früher sagten sie, dass weiße Wäsche einen schäbigen Grauschleier bekam, wenn sie zu lange zum Trocknen draußen hing. Heute ist das undenkbar, weil es keine Zechen mehr gibt und die meisten Leute einen Trockner im Keller stehen haben. Schwarze Kohlefinger bekommt man allenfalls beim Grillen, wenn die Faulheit siegt und die Gartenhandschuhe nicht angezogen werden. Auch das aber steht in Frage: Neulich im Baumarkt entdeckte ich einen einzigen Kohlegrill in der Ausstellung am Eingang, er stand einsam zwischen monströsen Edelstahlgebilden, die mit Gas befeuert werden, und würde ich morgen nach ihm schauen, so wäre er bestimmt noch immer da. Der Bäcker um die Ecke wiederum will sich nicht abfinden mit dem Auslaufen des Bergbaus, er bietet „Obersteiger“-Brot feil mit fast schwarzer Kruste und Brötchen, die „Knappen“ heißen. Man merkt es auch an einem selbst, dass die Zeichen endgültig auf Abschied stehen. Wie sonst hätte ich nach einem Hammer gesucht, wo es doch richtig Mottek heißen muss...