Zehntausende demonstrieren in Moskau gegen Putin
15.09.2012 | 17:42 Uhr 2012-09-15T17:42:49+0200
Moskau. In Moskau haben Zehntausende Demonstranten ein Ende der Regierung von Präsident Wladimir Putin gefordert. Die Teilnehmer des genehmigten Marsches trugen Banner, Fahnen und Luftballons und skandierten "Russland ohne Putin".
Mit der ersten Großkundgebung seit einem Vierteljahr hat sich die russische Opposition am Samstag wieder in den Straßen Moskaus zurückgemeldet. Mehrere zehntausend Demonstranten nahmen an dem von den Behörden genehmigten Protestmarsch gegen Präsident Wladimir Putin teil. Sie wurden von 7.000 Polizisten beobachtet, Hubschrauber flogen über den Köpfen der Teilnehmer hinweg, die Slogans wie "Russland ohne Putin!" und "Wir sind die Regierung!" riefen. Die Kundgebung verlief friedlich.
Der vom Blogger zum charismatischen Oppositionsführer avancierte Alexej Nawalni rief die Demonstranten auf, Entschlossenheit zu zeigen und den Druck auf den Kreml mit weiteren Protesten aufrecht zu erhalten. "Wir müssen zu den Kundgebungen kommen, um Freiheit für uns selbst und unsere Kinder zu gewinnen, um unsere Menschenwürde zu verteidigen", rief er. "Niemand sonst als wir selbst wird uns befreien."
Großdemonstrationen gegen die Staatsführung
Seit Ende vergangenen Jahres ruft die Opposition in Russland regelmäßig zu Großdemonstrationen gegen die Staatsführung auf. Mit neuen Gesetzen hat die Regierung versucht, Proteste zu erschweren. Die Strafen für die Teilnahme an nicht genehmigten Demonstrationen wurden um das 150-fache erhöht, Oppositionspolitiker und Demonstranten verhaftet.
Einschüchternd auf die Opposition sollte wohl auch das Urteil im August gegen drei Mitglieder der Punkband Pussy Riot wirken, die in einer Moskauer Kirche mit einer Performance gegen Putin protestiert hatten. Die drei Frauen wurden zu zwei Jahren Haft verurteilt. Daran erinnerten am Samstag einige Demonstranten, die Ballons mit aufgemalten Sturmhauben trugen, dem Markenzeichen von Pussy Riot.
Kritischer Abgeordneter aus Parlament ausgeschlossen
Zulauf erhielt die Kundgebung möglicherweise noch durch eine Aktion des Parlaments vom Freitag, das den Abgeordneten Gennadi Gudkow ausschloss, der sich der Protestbewegung angeschlossen hatte. Offiziell wurde Gudkow vorgeworfen, ein Unternehmen betrieben zu haben, was gegen die Regeln des Parlaments verstoße. Gudkow sprach von Betrug.
Sein Sohn Dmitri Gudkow sagte, die große Teilnahme an der Demonstration halte den Kreml hoffentlich davon ab, seinen Vater ins Gefängnis zu werfen. Mit seinem Abgeordnetenstatus hat der auch seine Immunität verloren. "Sie werden entweder über ernsthafte Reformen nachdenken müssen und ihre Repressionen beenden, oder es wird ein sehr schlimmes Ende nehmen", sagte Dmitri Gudkow. (dapd)

13:38
Dabei haben die Russen noch Glück, wir hatten Schröder...und jetzt FDJ-Merkel!
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08:46
Was soll das werden? Der russische Frühling? Wohl eher nicht, denn Russland ist riesengroß. Da verlaufen sich "zehntausende Demonstranten" wie nix...bis nach Sibirien zum Teil sogar, wie man hört.
Und wenn das so ist, reißt sich Herr Putin das Hemd von der Brust, springt auf einen russischen Panzertraktor und befreit sie von dort.
Und dafür lieben ihn dann wieder 99 Prozent der Russen.
Russland war schon immer ein Land, das einfach anders ist!
Das hat vermutlich etwas mit dem russischen Wodka zu tun, den sie dort schon seit Jahrhunderten ihren Hirnen zumuten. Vielleicht können die meisten Russen gar nicht mehr ohne so was wie Putin...
Das hat es ja auch schon in anderen Ländern gegeben, wo der sogenannte Frühling nach hinten losgegangen ist. Allerdings haben sie dort keinen Wodka konsumiert, sondern eher dieses "Opium fürs Volk"....