Zehnjährige verübt Selbstmordanschlag

Kano. Bei einem Selbstmordanschlag auf einem belebten Markt im Nordosten Nigerias sind nach offiziellen Angaben mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Örtliche Medien berichteten, das Attentat in der Stadt Maiduguri sei von einem zehnjährigen Mädchen ausgeführt worden. Eine Bestätigung von offizieller Seite gab es dafür zunächst nicht. Polizeisprecher Gideon Jubril sagte, bei dem Anschlag am Samstag seien zusätzlich 18 Menschen teils schwer verletzt worden.

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Ablauf trug aber deutlich die Handschrift der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram, die bereits mehrfach Attentate in Maiduguri verübt hat. Bei zwei Anschlägen auf den Markt der Hauptstadt des Bundesstaats Borno kamen Ende vergangenen Jahres Dutzende Menschen ums Leben. Die sunnitischen Fundamentalisten kämpfen im Norden des ölreichen Landes und in den angrenzenden Gebieten Kameruns für die Errichtung eines Gottesstaats.

Zuletzt hat es auch mehrere Anschläge gegeben, die von Mädchen und Frauen ausgeführt wurden. Vor wenigen Wochen erst führte die nigerianische Polizei ein 13-jähriges Mädchen vor, das nach eigenen Angaben von Boko Haram zu einem Selbstmordanschlag gezwungen werden sollte. Sie war mit nicht gezündeter Sprengstoffweste festgenommen worden. Im vergangenen April entführte Boko Haram mehr als 200 Schulmädchen in der Stadt Chibok. Von ihnen fehlt bislang jede Spur.

Vermehrte Anschläge befürchtet

Einen Angriff von Boko-Haram-Kämpfern auf die rund 130 Kilometer westlich von Maiduguri gelegene Hauptstadt des Bundesstaats Yobe wehrten die nigerianischen Streitkräfte nach eigenen Angaben ab. Der Angriff auf Damaturu kam nur wenige Tage nach einer Großoffensive der Boko Haram im nahen Bundesstaat Borno rund um die Stadt Baga, bei der Hunderte Menschen umkamen. Tausende sind vor den Kämpfen geflohen. Ein Militärsprecher sagte, die Armee zöge Truppen zusammen, um Baga zurückzuerobern. „Wir mobilisieren uns, um Baga zu retten“, schrieb er. Experten befürchten, dass Boko Haram rund um die Parlaments- und Präsidentenwahl am 14. Februar das Land mit vermehrten Anschlägen destabilisieren will.