Das aktuelle Wetter NRW 31°C
Politik

Zahl der Toten nach Gerichtsurteil in Ägypten steigt auf 27

26.01.2013 | 16:25 Uhr
Foto: /AP/Ahmed Ramadan

Bei den nach Todesurteilen wegen der Fußballkrawalle von Port Said aufgeflammten Ausschreitungen sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden Hunderte weitere verletzt, wie der Direktor der örtlichen Krankenhäuser, Abdel-Raham Farah, am Samstag mitteilte. Unter den Todesopfern waren demnach auch zwei Fußballer, die beide erschossen wurden.

Kairo (dapd). Bei den nach Todesurteilen wegen der Fußballkrawalle von Port Said aufgeflammten Ausschreitungen sind mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden Hunderte weitere verletzt, wie der Direktor der örtlichen Krankenhäuser, Abdel-Raham Farah, am Samstag mitteilte. Unter den Todesopfern waren demnach auch zwei Fußballer, die beide erschossen wurden.

Präsident Mohammed Mursi sagte seine geplante Reise nach Äthiopien ab und berief stattdessen ein Treffen mit hochrangigen Generälen ein. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsapparats sagte, das Militär werde mobilisiert, um die Lage in Port Said zu beruhigen.

Zuvor hatte ein Gericht 21 der 73 Angeklagten im Zusammenhang mit den blutigen Fußballtragödie vom vergangenen Februar zum Tode verurteilt. Das Urteil für die übrigen Beschuldigten soll am 9. März verkündet werden.

Nach dem Richterspruch randalierten wütende Protestierende vor einem Gefängnis der Hafenstadt Port Said und forderten die Freilassung der Häftlinge. Dabei wurden zwei Polizisten erschossen. Die Sicherheitskräfte setzten ihrerseits scharfe Munition, Gummigeschosse und Tränengas ein, wie aus ihren Reihen verlautete. Dabei wurden 14 weitere Menschen getötet.

Bei den Zusammenstößen zwischen Anhängern der Vereine Al Masri und Al Ahli im Stadion von Port Said waren am 1. Februar 2012 mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. In den darauf folgenden Tagen wurden bei Unruhen im ganzen Land weitere Menschen getötet.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) reagierte besorgt auf die neue Gewaltwelle. Deutschland sei bereit, den langen und auch schwierigen Transformationsprozess in Ägypten tatkräftig zu unterstützen, teilte er in Berlin mit. "Der Besuch von Präsident (Mohammed) Mursi in Berlin in wenigen Tagen ist eine sehr gute Gelegenheit, darüber intensiv zu beraten."

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Kommentare
Funktionen
Aus dem Ressort
Flüchtlingszahlen werden nach Rekord-Halbjahr weiter steigen
Flüchtlinge
Der Strom von Flüchtlingen übers Mittelmeer wird laut UN weiter zunehmen. Die meisten Menschen landen nicht mehr in Italien, sondern in Griechenland.
Irak blickt auf blutigsten Monat des Jahres zurück
Todesopfer
Im Irak sind im vergangenen Juni mindestens 1450 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern waren laut UN-Mission im Irak mehr als 650 Zivilisten.
Deutschlands Eltern beklagen Umsetzung der Inklusion
Studien
Zwei Studien haben untersucht, wie Eltern den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap finden. Fazit: Es fehlt oft schlicht am Geld.
Griechenland hat fällige Rate nicht rechtzeitig bezahlt
Griechenland
Fünf Jahre hat der Rettungsschirm die Griechen vor der Pleite geschützt. Damit ist es nun zunächst vorbei. Das Hilfsprogramm endete um Mitternacht.
Russland hat Gaslieferungen an die Ukraine eingestellt
Energielieferungen
Die Ukraine erhält für den Eigenverbrauch erstmals in diesem Jahr kein Gas mehr aus Russland. Der Transit in die EU ist davon nicht betroffen.
7525079
Zahl der Toten nach Gerichtsurteil in Ägypten steigt auf 27
Zahl der Toten nach Gerichtsurteil in Ägypten steigt auf 27
$description$
http://www.derwesten.de/politik/zahl-der-toten-nach-gerichtsurteil-in-aegypten-steigt-auf-27-id7525079.html
2013-01-26 16:25
TOP,Ägypten,Justiz,Ausschreitungen,ZUS,
Politik