EU-Richtlinie
Zahl der Tierversuche in Europa soll sinken
08.09.2010 | 20:46 Uhr 2010-09-08T20:46:00+0200
Brüssel.Die neue EU-Tierversuchsrichtlinie erschwert die Verwendung von Affen und soll Leid für die Versuchstiere so gering wie möglich halten. Kritik kommt indes von allen Seiten.
Die Zahl der Tierversuche in Europa soll sinken. Das haben die Abgeordneten im Straßburger Europaparlament beschlossen. Die neue EU-Tierversuchsrichtlinie erschwert die Verwendung von Affen und soll Leid für die Versuchstiere so gering wie möglich halten. Kritik kommt indes von allen Seiten: Tierschützern sind die Regelungen nicht streng genug, die Grünen stimmten geschlossen dagegen, und die katholische EU-Bischofskonferenz fürchtet, das Gesetz könnte dazu führen, dass vermehrt embryonale menschliche Stammzellen eingesetzt werden.
Bedenken, die auch einzelne Parlamentarier teilen. Denn dem neuen Gesetz zufolge müssen Forschungseinrichtungen und Labore auf alternative Testmethoden zurückgreifen, wenn diese EU-weit anerkannt sind. „Leider ist derzeit in einigen wenigen Fällen die einzige Alternative zum Tierversuch die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen“, bemängelt der deutsche CSU-Abgeordnete Martin Kastler. In Deutschland werde es dazu allerdings nicht kommen, da die Hürden für den Stammzell-Einsatz hoch sind. Anderen europäische Länder könnten hingegen „ein Problem bekommen“, pflichtet Kastlers Fraktionskollege Peter Liese (CDU) zu. Die katholische europäische Bischofskonferenz (COMECE) sieht die „grundlegend unterschiedliche Würde von Tieren und Menschen“ in Gefahr.
Höchste Zeit für eine Neuregelung
Dass es höchste Zeit für eine Neuregelung war, möchten allerdings auch Kritiker nicht bestreiten. Das alte EU-Tierversuchsgesetz stammt noch aus dem Jahr 1986 und war somit nicht mehr auf dem Stand der medizinischen Forschung. Im Vergleich zu seinem Vorgänger sieht die jetzt verabschiedete Neufassung strengere Auflagen für Versuche vor, verpflichtet die Mitgliedsstaaten zur Kontrolle der Labore und begrenzt den Einsatz von Primaten. Große Affen wie Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans dürfen nicht mehr verwendet werden, andere Primaten-Arten nur in Ausnahmefällen.
Diese Ausnahmeregelungen allerdings ließen sich viel zu leicht erwirken und die bürokratischen Hürden für alternative Testmethoden lägen nach wie vor viel zu hoch, bemängelt Marius Tünte vom Deutschen Tierschutzbund. Unter dem Strich unterstützen allerdings auch die Tierschützer das neue Gesetz. „Der Kompromiss ist immer noch besser, als es bei der alten Regelung zu belassen“, meint die deutsche SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust.
Die Zustimmung des Ministerrats zum dem Gesetz gilt als Formsache. Zwei Jahren haben die Mitgliedsstaaten dann Zeit für die Umsetzung in nationale Gesetzgebung. In Deutschland mit seinen vergleichsweise hohen Tierschutz-Standards wird sich durch die neue Tierversuchsrichtlinie nicht viel ändern.

13:02
Die Tierversuchszahlen steigen seit einem Tiefpunkt im Jahr 1996 von damals
1,5 Millionen Jahr für Jahr kontinuierlich an. Tiere, die am häufigsten für Tierversuche herangezogen werden, waren im Jahr 2008 Mäuse (1.765.416), Ratten (484.990), Vögel (129.318), Fische (111.943) und Kaninchen (98.607). Außerdem wurden 803 Katzen, 4.450 Hunde und 2.285 Affen in Experimenten verwendet.
Dass man von den aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnissen nicht auf die Wirkung beim Menschen schließen kann, ist inzwischen bekannt. Für Hamster ist leckere Petersilie tödlich, Meerschweinchen sterben an dem für uns lebensrettenden Penicillin, Schafe können Unmengen des Nervengifts Arsen vertilgen – wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?
00:56
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19:47
Tierversuche verbieten, sofort!!!!!!
23:40
xMMnY genau das ist doch das Problem ... es geht um wirtschaftliche Faktoren. Warum seine Ergebnisse preisgeben, wenn der andere Konzern nichts dafür machen müsste? Wir leben nicht in einer alles ist Heile Welt. wir leben in einer Scheiß Welt in der einem nichts geschenkt wird. Auch Tierversuche nicht! Auch wenn man dadurch ein paar Tiere retten könte.
23:12
Um nochmal etwas klarzustellen:
Ich habe geschrieben 95 % der Versuche - sicher nicht alle.
Aber warum muss jedem Pharmaunternehmen, fast jeder Universität, vielen mittlerweile privatisierten Forschungsunternehmen die Tür zu in der Summe 95 % sinnlosen oder sich überschneidenden Versuchen legal geöffnet werden ?
Das sind nur wirtschaftliche Interessen oder wie oben beschrieben Arbeiten für den Werdegang einiger weniger ohne Nutzen für die Menschheit.
22:52
Tierversuche sind in der heutigen Zeit nahezu zu 95 % in keinster Weise mehr auf den Menschen übertragbar. Es ist unsinnig und albern die Verträglichkeit oder Wirkung neuer Medikamente an Mäusen, Ratten, Affen oder Beagles etc zu testen und das Ergebnis auf den Menschen zu übertragen. Wirkungweisen bestehen aufgrund von chemischen Prozessen und dort ist bekanntes mittlerweile mehr als bekannt.
Die Zulassungsbedingungen für Medikamente sind seit längerem angepasst:
3 Phasen muss ein Medikament durchlaufen, bevor es zugelassen werden kann: In Phase I wird der pharmakologische Effekt der Substanz im menschlichen Organismus untersucht. In Phase II werden Studien entwickelt, die Ergebnisse über die Effektivität der Substanz bei bestimmten Indikationen und ihre Nebenwirkungen liefern. In Phase III werden Wirksamkeit und Sicherheit unter möglichst realistischen klinischen Alltagsbedingungen untersucht, um besonders die Vorteile und Risiken des Wirkstoffs zu ermitteln.
Selbst in den strengen Zulassungbestimmungen ist von der Erprobung an Tieren nichts mehr zu lesen.
Ich kann hier nur jedem folgendes Experiment anbieten:
Wir verabreichen schwangeren Tieren ein bekanntes Schlafmittel aus den 50er Jahren. Sollten diese Tests positiv verträglich ausfallen ausfallen nimmt es Deine schwangere Frau - OK ?
Gerade was an Versuchen mit dem HI Virus abgeht ist nicht mehr zu ertragen. Es gibt übrigens einen Impfwirkstoff der bei Pferden wirkt und gegen das Virus immun macht (in der Anwendung am Menschen verboten). Hallo #5 von eugengo, laut Ihrer Argumentation ist doch alles möglich, ich bitte Sie sich zum Test zur Verfügung zu stellen !
Tierversuche dienen heutzutage mehr der Profilneurose einiger weniger und einer Menge Doktorarbeiten.
Wie sind sonst die Versuche von Psychopharmaka und deren Medikamente an Tieren zu erklären ? Schon mal Ratten mit Depressionen gesehen ? Möchtest Du ein Medikament gegen Angsterkrankung schlucken was Mäusen verabreicht wurden, welche man der Einfachheit halber mit einem Bunsenbrenner in Panik versetzt hat ?
Ich rede hier nicht über den Bereich der Molekularbiologie - die heutigen Tierversuche in den Kellern der Pharmaindustrie sind jedoch zu 95 % über.
21:50
Oh Zeloluntersuchungen gegen Sepsis sind also wie genau möglich? @9 Lernen habe ich mein gesamtes Studium ... und japp wie du dir sicherlich denken kannst hantiere ich auch mit tieren und weiss wovon ich rede, und das viel .. sehr viele Sachen einfach nicht möglich sind ohne Tierversuche. Aber krepiere doch bitte an Medikamenten die nicht durch Tierversuche aussondiert wurden. Oder mit anderen Worten .. selber Butterbirne!
21:04
@8: Du bist eine Butterbirne ohne Verstand und Ahnung!!!
Die alternativen Methoden gibt es und anstatt saublöde Kommentare abzugeben, könntest Du ja mal googeln und was lernen!!!
19:15
Japp, seh ich auch so. Stellt die gesamten Tierversuche ein. Ach , und die Forschung. Und am Besten wir schmeißen alle Produkte weg, die durch Tierversuche möglich gemacht wurden. Grob geschätzt 50% der Menschheit wären tot. Aber wen interessiert das ... die Tiere haben ja schließlich auch ein recht zu leben.
Sorry aber Tierversuche werden niemals ... NIEMALS ... verboten werden können. Es gibt keine Alternativen für Alle bisherigen Tierversuche.
Für mehr Tierversuche! Die Gegner dürfen die Medies und Behandlungsmethoden benutzen bei denen keine Tiere zu schade gekommen sind! Viel Spass!
14:18
Finde ich eine sehr gute Entscheidung. Endlich hat die Politik mal was sinnvolles durchgebracht.