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Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde

03.01.2012 | 06:46 Uhr
Bundespräsident Christian Wulff. Foto: dapd

Berlin.   Nach den neuen Vorwürfen in der Kredit-Affäre wird auch in der niedersächsischen CDU Kritik an Bundespräsident Christian Wulff laut. "Die Leute wollten totale Aufklärung, sonst wird das Amt des Bundespräsidenten beschädigt", betont der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Klare.

In der niedersächsischen CDU wächst die Distanz zu dem wegen einer Kreditaffäre und der versuchten Einflussnahme auf Journalisten unter Druck stehenden Bundespräsidenten Christian Wulff. "Viele Parteifreunde haben bei mir angerufen. Alle äußerten sich negativ zu Wulffs Verhalten", sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Heinz Klare, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" vom Dienstag. Die Menschen wünschten sich "totale Aufklärung, sonst wird das Amt des Bundespräsidenten beschädigt".

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Bundespräsident Christian Wulff gerät nun auch wegen des Vorwurfs unter Druck, er habe einen Bericht über seine Kredit-Affäre verhindern wollen. Politiker und der Journalistenverband üben scharfe Kritik an einem solchen Vorgehen.

CSU-Politikerin Hasselfeldt: Nur Wulff kann Vorwürfe aufklären

Wulff wird nach Einschätzung der CSU-Politikerin Gerda Hasselfeldt in den kommenden Tagen zu den angeblichen Droh-Anrufen Stellung nehmen. Sie sei sich sicher, dass Wulff die Vorwürfe überzeugend aufklären könne, sagte die CSU-Landesgruppenchefin am Dienstag im Deutschlandfunk. Das könne aber nur er selbst. "Ich bin überzeugt davon, dass er nach einigen Tagen der Überlegung auch zu diesem Schluss kommen wird."

Hasselfeldt betonte, sie wolle sich an einer öffentlichen Diskussion über einen derart hohen Amtsträger wie Wulff nicht beteiligen. "Jeder von uns kann sich über die Vorfälle selbst ein Urteil bilden." Es tue dem Amt nicht gut, wenn sich viele Politiker öffentlich mit Bewertungen beteiligten. Auf die Frage, ob Wulff auch Ende Januar noch Bundespräsident sein werde, sagte Hasselfeldt: "Ich gehe davon aus."

Kritik kommt unterdessen aus der FDP. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Holger Zastrow sagte, er sei über die neuen Enthüllungen irritiert. "Wenn es so sein sollte, dass er als Bundespräsident persönlich zum Hörer greift, einen Chefredakteur anruft, auf die Mailbox spricht, dann ist das nicht die Größe, die ich von einem Bundespräsidenten erwarte", sagte Zastrow im MDR laut Mitteilung.

Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht gegen Wulffs Ex-Sprecher

Der frühere Sprecher von Bundespräsident Christian Wulff muss einem Zeitungsbericht zufolge indes mit einem Interesse der Justiz an seinen privaten Urlaubsaufenthalten rechnen. Wie die "Neue Presse" aus Hannover in ihrer Dienstagsausgabe unter Berufung auf Ermittlungskreise berichtete, prüft die Staatsanwaltschaft Hannover, ob gegen Olaf Glaeseker ein Anfangsverdacht wegen Vorteilsnahme vorliege.

Glaeseker soll demnach ab dem Jahr 2008 mit seiner Frau Vera dreimal in Auslandsquartieren des Unternehmers Manfred Schmidt gratis Urlaub gemacht haben - darunter in Barcelona und in Südfrankreich. Glaeseker war zu diesem Zeitpunkt Niedersachsens Regierungssprecher im Rang eines Staatssekretärs. Wulff selbst war am Montag weiter unter Druck geraten, nachdem bekannt wurde, dass er mit einem Anruf bei "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann die Berichterstattung über seinen Privatkredit zu verhindern versucht hatte. (afp/rtr/dapd)

Kommentar: Der Bundespräsident ist nicht mehr zu halten

Chronik der Kredit-Affäre



Kommentare
03.01.2012
13:00
Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde
von stuffbe | #54

Eine Frage stellt sich: warum wehrt sich der Bundespräsident nicht? Bei der "Glaubwürdigkeit" der BILD wäre es doch ein Leichtes, diese auch hier in Frage zu stellen. Für mich war es bisher schwer vorstellbar, diesem Blättchen etwas glauben zu können, aber jetzt ist es soweit. Lieber Herr Wulff, jetzt hilft auch keine Salamitaktik mehr, jetzt gibt es nur noch den Rücktritt. Hoffentlich bald.

03.01.2012
12:56
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Name von Moderation entfernt | #53

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03.01.2012
12:49
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Name von Moderation entfernt | #52

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03.01.2012
12:37
Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde
von woelly | #51

Jetzt auf keinen Fall zurücktreten, sonder die Gerichte entscheiden lassen! Dann können sich die Medien nach Belieben an den Gerichten abarbeiten. Das wird dann aber nicht lange dauern, weil uninteresseant, schwierig, gefährlich, teuer, selbstschädigend, langwierig und langweilig. Die Medien werden dann umgehend ein neues Fass aufmachen, oder sonst einen durchs Dorf treiben, wetten!

03.01.2012
12:21
Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde
von Linker-Genosse | #50

........ und, wie bereits von mir vermutet das war der Anstoß zu seinen Escapaden.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,806867,00.html

03.01.2012
12:18
Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde
von holger1949 | #49

Noch etwas: ich habe kein Verständnis für Politiker der CDU/CSU, die immer noch an Herrn Wulff festhalten. Lieber Herr Karl-Heinz Klare, ich glaube, Sie haben nichts verstanden. Nicht das AMT wird beschädigt, sondern die PERSON des Bundespräsi-denten. Was passiert mit dem Menschen, der demnächst díeses Amt bekleiden soll/wird?
Die Auswahl wird Wochen, ja Monate dauern, denn er wird durchlöchert, durchlöchert, durchlöchert .........

03.01.2012
12:18
Es geht nicht mehr! Rücktritt sofort!
von wrocky83 | #48

"Ich leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben. Es ist tragisch, dass Deutschland in dieser schwierigen Zeit keinen unbefangenen Bundespräsidenten hat, der seine Stimme mit Autorität erheben kann." (Christian Wulff über Johannes Rau)

Der Bundespräsident ist er als erster Mann im Staate der oberste Verteidiger der Demokratie. Eine Kreditaffäre oder den desaströsen Umgang mit ihr kann man vielleicht noch verzeihen, einen versuchten eingriff in die Pressefreiheit nicht! Wie will Herr Wulff beispielsweise in China noch Glaubwürdig für Demokratie und Pressefreiheit werben, wenn er sie in seinem eigenen Land mit Füßen tritt? Noch dazu stellt sich langsam die Frage, warum Herr Wulff die Veröffentlichungen unterbinden wollte? Ist die Kreditaffäre vielleicht nur die Spitze eines Eisbergs? Das Amt des Bundespräsidenten ist mittlerweile so stark beschädigt, wie nie zuvor! Wenn Herr Wulff unserem Land noch einen Dienst erweisen will, sollte er so schnell wie möglich Zurücktreten und so den Weg für einen Neuanfang an der Staatsspitze freimachen! Wieder einmal würde ein Politiker damit nicht über die Affäre stürzen, sondern über den verheerenden Umgang mit ihr.

03.01.2012
12:10
Wulff verliert die Rückendeckung seiner Parteifreunde
von holger1949 | #47

Herr Wulff sollte endlich seinen Hut nehmen, auch wenn Herr Gabriel einen weiteren Rücktritt eines Bundespräsidenten nicht will. Das Maß ist aber nun voll. Habe er doch den Mut, sich in sein Einfamilienhaus mit seiner Ehefrau zurückzuziehen. Aber ohne Diäten- und Pensionsbezüge. Ich hoffe nur, dass seine Ehefrau von allem nichts wußte und nicht selbst noch in die Schlagzeilen geraten kann. Filmtitel: die Affäre, die mit dem Wulff tanzt.

03.01.2012
12:06
Wulff
von MichaP | #46

Herr Wulf von Angies Gnaden.,immer den Moralapostel gespiel und Ehrlichkeit gefordert.
Der Maßstab den sie beanderen anlegen gilt auch für sie.Treten sie zurück.
Außderdem keine Bezüge mehr nach dem Rücktritt , in der Bundeswehr würde der Mann Unehrenhaft entlassen werden. Jeder Steuerzahler muss wegen Kleinigkeiten gehen also warum nicht auch Politiker und dann gleich ab zur ARGE denn im Grumngesetz steht vor dem Gesetz sind alle gleich.

03.01.2012
12:01
Wulff ?, nee, nur das nächste kleine Schweinchen!
von xdiexgedankenxsinnfreix | #45

BRD auf hoher See, und täglich geht Einer über Bord. Was in Deutschland seit Merkelszeiten an politischem Personalmüll produziert wird, ist unglaublich!
Wo soll man die nachstrahlenden Guttenwellewulffs... denn alle lassen?
Wir können so stolz auf unsere Lenker sein. Aus lauter Ehrfurcht und Dank für ihr Repräsentieren der Deutschen, möchte man Ihnen in allen Ländern laut hörbar jeden Knochen brechen.


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