Wohnungskäufer müssen mehr Steuern zahlen – fast überall

Geldsparer aufgepasst: Beim Bausparvertrag können nun Teile der Provision vom Vermittler erstattet werden.
Geldsparer aufgepasst: Beim Bausparvertrag können nun Teile der Provision vom Vermittler erstattet werden.
Foto: Patrick Pleul
Was wir bereits wissen
Wer Haus oder Wohnung kauft, muss ab Januar mehr Geld ans Finanzamt abtreten: Fast alle Bundesländer erhöhen die Grunderwerbsteuer – auch NRW.

Berlin.. Viele Immobilienkäufer müssen dem Finanzamt im nächsten Jahr mehr Geld überweisen. Nach zahlreichen anderen Bundesländern erhöhen zum 1. Januar auch das bevölkerungsreichste Land Nordrhein-Westfalen und das Saarland die Grunderwerbsteuer. Mit einem Satz von 6,5 Prozent schließen beide Länder zum bisherigen Spitzenreiter Schleswig-Holstein auf. Wer in diesen Ländern ein Haus für 200.000 Euro kauft, muss zusätzlich 13.000 Euro an das Finanzamt überweisen. Allein Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) erwartet jährliche Mehreinnahmen von 400 Millionen Euro für die Landeskasse.

Seit 2006 können die Länder den Steuersatz bestimmen, nur Bayern und Sachsen haben ihn noch nicht erhöht und verharren bei 3,5 Prozent. Im europäischen Vergleich ist Deutschland damit aus dem Mittelfeld in die Gruppe der Staaten mit den höchsten Sätzen vorgerückt, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorhebt. Es warnt davor, mögliche Nebenwirkungen hoher Grunderwerbsteuersätze außer Acht zu lassen, etwa dass vor allem junge Familien und indirekt auch Mieter betroffen sein könnten.

Finanzen 8,4 Milliarden Euro brachte die Grunderwerbsteuer den Ländern 2013 ein. Für 2014 erwartet das Bundesfinanzministerium einen Anstieg auf 9,2 Milliarden - nahezu doppelt so viel wie vor der Reform, als es 2005 noch 4,8 Milliarden Euro waren. Inzwischen macht die Grunderwerbssteuer mehr als die Hälfte der reinen Landessteuern aus. Mit 1,7 Milliarden Euro kam schon 2013 die bundesweit höchste Summe in Nordrhein-Westfalen zusammen. (dpa)