Wohin treibt die Occupy-Bewegung in den USA?
17.11.2011 | 15:33 Uhr 2011-11-17T15:33:17+0100
Washington. Die Polizei hat das Open-Air-Lager der Occupy-Bewegung in New York aufgelöst. Nun steht die Bewegung am Scheideweg - ihre Zukunft ist offen. Nur wenn sie professoneller werden, können sie überleben. Aber dann steht ihnen eine politische Ochsentour bevor. Mit offenem Ausgang.
Die Liebe zu Graswurzel-Bewegungen kühlt in Amerika oft ebenso schnell ab wie sie auf Temperatur kommt. Was der radikale Tea-Party-Ableger der Republikaner bereits hinter sich hat, steht den Outdoor-Aktivisten der „Occupy Wall Street“-Bewegung, kurz OWS, jetzt bevor: die Entzauberung.
Der Glanz der ersten Tage, in denen ein paar Hundert in der Garageneinfahrt der New Yorker Hochfinanz lautstark und prägnant auf einen Nenner brachten, was „99 %“ über „1%“ der Bevölkerung dachten und denken, ist mittlerweile verflogen.
Occupy-Bewegung hat Sympathien verloren
Der frische Duft des Aufbäumens gegen eine als perfide empfundene Politik, die den milliardenschweren Produzenten von noch mehr sozialem Sprengstoff an den Börsen den Steigbügel hält, ist dem Mief gewichen, der unweigerlich entsteht, wenn Erwachsene zu lange im Zelt schlafen und morgens die Notdurft am nächsten Baum verrichten.
Als dann auch noch Meldungen über Schießereien, tödliche Gewalt, sexuellen Missbrauch und Drogen-Exzesse in das allabendliche Fernseh-Bulletin über die inzwischen geräumte Protestzentrale am Zuccotti-Park und deren Zweigstellen im ganzen Land einsickerten, brach die Sympathiekurve erwartungsgemäß deutlich ab. Amerikaner mögen Meinungsfreiheit und ein gewisses Rebellentum. Aber noch mehr mögen sie auf Dauer den barrierfreien Zugang vom Fastfood-Imbiss ins parkende Auto. Protest-Nomaden, die im Weg liegen, stören da. Und nun?
Occupy-Bewegung auf politischer Ochsentour
Die Räumung der Open-Air-Zentrale von “Occupy Wall Street” am Süd-Zipfel Manhattans muss nicht das Ende der strikt anti-hierarchischen Gemeinschaft bedeuten, die in atemberaubend kurzer Zeit weltweiten Resonanzboden gefunden hat. Im Gegenteil. Das melodramatische Ende, erst kam in einer ruppigen Nacht- und Nebelaktion der Weckdienst NYPD, dann der große Wasserschlauch, kann dem Protest, der sich den öffentlichen Raum in geschickter Weise angeeignet hat, neue Impulse geben. Vorausgesetzt, er verändert seine Ausdrucksformen, wird greifbarer, schafft identifizierbare Persönlichkeiten und sorgt für mehr Trennschärfe zwischen ernsthaft an Verbesserung Interessierten und der Fraktion der Freizeit-Revolutionäre, die auf jeden Zug springt, der irgendwo in Richtung “Dagegen” fährt. Bezeichnenderweise rät ausgerechnet das kanadische Magazin Adbusters, das im Hochsommer den Protest orchestrierte, genau zu diesem Strategiewechsel. Botschaft: Lasst uns feiern, danach sauber machen und den Winter zum Innehalten nutzen. Denn wer zwei Monate lang die Titelseiten der Weltpresse mit einem mehrheitsfähigen Slogan beliefert - mehr Gerechtigkeit für alle, weniger Privilegien für einige wenige - , der müsse irgendwann auch liefern.
Soll heißen: Wer die Finanzindustrie stärker regulieren und die ökonomische Ungleichheit nicht nur mit Sprechblasen bekämpfen will, der muss sich am Ende des Tages auf die politische Ochsentour begeben. An vorhandene Parteien anzudocken, neue zu gründen, Gesetzesinitiativen zu schreiben, den öffentlichen Diskurs mit stichhaltigen Argumenten zu prägen, kurz: in das sich nur im Zeitlupentempo bewegende Räderwerk der Demokratie zu greifen, verlangt allerdings ungleich höhere Anstrengungen als den täglichen Spaziergang mit dem selbst gemalten Protest-Transparent.
Dass solche Mühen es wert sind, ist unverkennbar. OWS hat nach übereinstimmender Ansicht etlicher Kommentatoren die Sprachlosigkeit vieler Amerikaner gerade in der Mittelschicht aufgebrochen, die sich mit der seit 30 Jahren betriebenen Umverteilungspolitik von unten nach oben schon beinahe abgefunden hatten. Durch OWS sei vielen erst bewusst geworden, dass die fast schon kriminelle Verächtlichmachung des Staates, seiner Institutionen und Auffangnetze, wie sie die Republikaner zurzeit betreiben, die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer werden lässt. Wenn in Ohio kürzlich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung per Abstimmung verhindert, dass auf republikanische Initiative Gewerkschaftsrechte im öffentlichen Dienst beschnitten werden, dann auch weil OWS dafür sensibilisiert hat: Teilhabe in einem Land, in dem laut Umfragen große Konzerne die Macht haben und nicht die Regierung in Washington, muss hart erstritten werden. Auf diesen Erfolgen könnte man aufbauen. Dazu braucht es kein Zeltlager im Park. Schon gar nicht im fiesen New Yorker Winter.

22:42
wenn selbst die presse nun schon unter der guertellinie berichtet,
sind sie wirklich daran interresiert gerechte zu richten ???
danach das sie mal auf toilette muessen ????
global gesehn ist dann 5 nach 12 weil wissentlich Drahtzieher wollen,
dass die occupy bewegung in die ecke gedraengt werden soll.
Funktion
die pressefreiheit als mitlauefer und sklave des systems,
das hat grade noch gefehlt.
wenn von unten das system nicht repariert wird,
wo dann ???
bei dem systemkritischen fehler. [gerechte nach unten verteilung]
ich fass mal zusammen.
die presse hat ihre neutrale funktion verlassen,
macht hetzzeiler.
die politik[staaten] hat versagt, augen zu und schoen weiter so.
lass mal das abrauemkommando ran.
die demokratie scheint machtlos, da nicht ursache und apelle an markt und banken wirkungslos.
und die meinungsfreiheit wird manipuliert oder eingeschraenkt,
durch nicht beachten
oder gegenstimmungsmache auf occupy.
ok .........................summa sumarum
der markt, die politik und die presse brauchen ein reset.(selbstreperatur ???)
occupy nicht , gerechte wissen wos langgeht.
die forderung bleibt,, global awaking zu einem neuen gerechten system.
scheint aber ausserhalb des vorstellungsbereich 1% der bequem eingerichtetn hier zu sein.
Frieden und gerechtigkeit sind eckpfeiler des systems,
und nicht occupy bringt sie zum wanken sondern artikel wie diese.
wo gerechte wie ein staatsfeind behandelt werden.
wir sind an der stelle[systemfehler) wo wir uns selbst gerne was vormachen, augen zu und durch.
diesmal klappt das aber nicht.
20:41
Ich freue mich, wenn auch weitere kritische Zeitgenossen von den Bilderbergern wissen.
In den Qualitätsmedien , oh sorry: Mainstreammedien, findet man ja nicht sehr viel darüber....
Steinbrück war dieses ja auch auf dem Treffen (St. Moritz). Zwei Wochen später war er im Politbarometer des ZDF beliebtester Politiker....Dort ensteht das große Ganze!
Ein Kommentar hier bei derwesten.de hatte unter einem Artikel (es ging um Schmidt und Steinbrück bei Jauch) darauf hingewiesen, mit einer genialen Verlinkung. Der Kommentar wurde dann gelöscht, vermutlich wegen der Verlinkung.
Als kritischer Mensch verfolge ich die Verdummung durch die Medien sehr intensiv.
Gegenwärtig brechen da alle Dämme. Möchte kein eigenköpfiger Journalist sein, immer im Mainstream zu berichten muss echt finster sein....
Zahlreiche renommierte Wissenschaftler bzw. Professoren u. a. auch deutscher Unis haben dazu aufgerufen, sich der Occupy-Bewegung anzuschließen. Der beitrag ist zu finden unter: stellungnahme-zur-krisenpolitik.de
...gut, dass es so etwas noch gibt....
Ein sehr lesenwerter Beitrag übrigens in der Zeit ("USA - Mein armes Amerika") vom 31.10.2011. Danach bekommt man einen eiskalten Schauer.....
20:11
Mit diesem Artikel zeigt der Autor nur, dass er entweder die Occupy Bewegung nicht verstanden oder nicht vernünftig recherchiert hat. Unrecherchiert werden die Argumente des bestehenden Machtsystems und Bloombergs übernommen, der sich mit seinen als Spekulant erworbenen Milliarden gleich eine ganze Stadt kaufte, übernommen.
Wer sind die New Yorker die gegen das Camp sind? Es sind die Reichen, die Besitzer der im Umfeld vorhandenen Luxusshops, die Besitzer der Millionen teuren Appartements. Kein Standard Amerikaner holt sich dort seine Hot Dogs ab. Woher bezieht Herr Hautkapp die Erkenntnis über versiefte Lager? Einzig und ausschließlich allein aus den tendenziösen Stellungnahmen des Milliardärs Bloomberg und seiner Machtclique. Herr Hautkapp, auf jedem Dorf- oder Schützenfest, Karneval oder sonstige massenbelustigungsfestivalitäten wird mehr in die Gegend wildgepinkelt als in den Occupy Camps. Besuchen Sie doch mal eines der vielen Camps.
Woher bezieht Herr Hautkapp die Infos über Schießereien, tödliche Gewalt, sexuellen Missbrauch und Drogen-Exzesse in den Camps. Diese von der politisch herrschenden Klasse (1%) gezielt gestreuten Diffamierungen werden unkritisch und servil übernommen. Ja ein Kriegsveteran hat sich in dem Lager in Vermont das Leben genommen. Das ist tragisch, aber wieviele Kriegsveteranen oder Bürger auch hier in Deutschland oder weltweit nehmen sich jährlich das Leben Herr Hautkapp? Haben Sie sich mal die Mühe gemacht die prozentuale Quote bezüglich der sonst üblichen Selbstmorde zu ermitteln? Die tödliche Schießerei in Oakland fand nicht im Lager sondern in der Nähe des Lagers statt. Dieser Occupist wurde von nicht zu der Bewegung gehörenden Leuten erschoßen. Mit dazu beigetragen hat mit Sicherheit diese kritiklose Stimmungsmache von servilen Journalisten. Herr Hautkapp gerade Sie als Journalist dürften doch darüber informiert sein, dass gerade die Polizei aus Oakland bekannt ist für ihr oft rechtswiedriges Vorgehen gegenüber den Occupisten. Haben Sie die Schüße der Polizei auf den friedlichen Demonstranten Scott Olsen und die herbeieilenden Helfer schon vergessen? Oder der Schuß auf den Kameramann, der vorher auch noch gefragt hat ob er die Polizei Knüppelgarden aus Oakland filmen darf - http://doppelagent.blogspot.com/2011/11/kameramann-mit-gummigeschoss-bei.html
Himmel nochmal Herr Hautkapp, es ist via Internet und der globalen Vernetzung der Occupy Bewegung nun wirklich nicht schwer sich detailliert zu informieren. Wenn man es will. Und dann können Sie sich auch über die Versuche des bestehenden Machtsystems informieren, Agent Provocateurs zur gezielten Diffamierung der Bewegung in die Camps einzuschleusen.
Herr Hautkapp wieso schreiben Sie und viele andere dieser Graswurzelbewegung vor, wie sie zukünftig zu aggieren hat? Der immer gleichlautende RatSchlag lautet, die alten bestehenden Mechanismen eines kranken Systems zu übernehmen. Das haben die Grünen, die mittlerweile von der FDP nicht mehr zu unterscheiden sind und viele andere 68iger gezeigt, dass sie bei ihrem Marsch durch die Institutionen, von exakt diesen Institutionen geschluckt wurden. Sie haben Occupy nicht verstanden Herr Hautkapp. Sorry für diese deutliche Ansprache, in der Regel schätze ich Ihre Artikel.
15:58
Die Bilderberger und ihre Marionetten - allen voran Obama - werden diese Bewegung schon kleinkriegen. Ein bischen erschießen, und Ruhe ist, wie bei Assad in Syrien.
Ich freue mich, wenn auch weitere kritische Zeitgenossen von den Bilderbergern wissen.
In den Qualitätsmedien , oh sorry: Mainstreammedien, findet man ja nicht sehr viel darüber....
Steinbrück war dieses ja auch auf dem Treffen (St. Moritz). Zwei Wochen später war er im Politbarometer des ZDF beliebtester Politiker....Dort ensteht das große Ganze!
Ein Kommentar hier bei derwesten.de hatte unter einem Artikel (es ging um Schmidt und Steinbrück bei Jauch) darauf hingewiesen, mit einer genialen Verlinkung. Der Kommentar wurde dann gelöscht, vermutlich wegen der Verlinkung.
Als kritischer Mensch verfolge ich die Verdummung durch die Medien sehr intensiv.
Gegenwärtig brechen da alle Dämme. Möchte kein eigenköpfiger Journalist sein, immer im Mainstream zu berichten muss echt finster sein....
Zahlreiche renommierte Wissenschaftler bzw. Professoren u. a. auch deutscher Unis haben dazu aufgerufen, sich der Occupy-Bewegung anzuschließen. Der beitrag ist zu finden unter: stellungnahme-zur-krisenpolitik.de
...gut, dass es so etwas noch gibt....
Ein sehr lesenwerter Beitrag übrigens in der Zeit ("USA - Mein armes Amerika") vom 31.10.2011. Danach bekommt man einen eiskalten Schauer.....
Treffend aber erschreckend empfand ich die Ausführungen von Mr. Dax (Dirk Müller) in einer WDR-Sendung: youtube.com/watch?v=v0j9eioO_R4
Die Banke zahlen der New Yorker Polizei Millionen Spenden, damit diese endlich das Viertel räumen. Willkommen im freiesten Land der Welt....