Wo ein US-Dollar 25 Billiarden kostet

Johannesburg..  Manche versprechen, arme Schlucker zu Millionären zu machen – Simbabwe verwandelt derzeit Billiardäre zu armen Schluckern. Die Zentralbank des Krisenstaats im Süden Afrikas will jetzt endgültig seine einstige Währung, den Simbabwischen Dollar, abschaffen und rief die Einwohner des Landes dazu auf, ihre Scheine zum Umtausch einzureichen. Dazu müssen die Simbabwer allerdings mit Rucksäcken oder gar mit Lieferwägen anrücken: Denn um auch nur einen einzigen amerikanischen Dollar zu erhalten, haben sie sage und schreibe 25 Billiarden simbabwische Dollar zu berappen. Das ist die Zahl 25 gefolgt von 13 Nullen.

Müsste der amerikanische Dollar in simbabwischen Zehn-Dollar-Noten beglichen werden, würde wohl nicht einmal ein Lieferwagen ausreichen – 2,5 Billiarden Scheine finden höchstens in einem Sattelschlepper Platz. Glücklicherweise druckte die Zentralbank des von seinem 91-jährigen Präsidenten Robert Mugabe gründlich ruinierten Staates in der Spätphase der vor sechs Jahren tobenden Hyper-Inflation jedoch 100-Billionen-Dollar-Noten, von denen man heute „nur“ 250 für einen US-Dollar hinlegen muss – und die passen tatsächlich in einen Rucksack.

Ihr Einkäufe müssen die Simbabwer bereits seit 2009 nicht mehr aus Plastiktüten voller Banknoten begleichen. Nachdem die galoppierende Inflation einen aufs Jahr umgerechneten Wert von 500 Milliarden Prozent erreicht hatte, ließ die Regierung auch ausländische Währungen wie den südafrikanischen Rand, den US-Dollar oder gar den chinesischen Yuán zu. US-Dollar und Rand setzten sich bald als Zahlungsmittel durch: Schließlich mussten die Supermärkte nun nicht mehrmals am Tag ihre Preisschilder ändern.

Um dem simbabwischen Dollar vollends den Garaus machen zu können, stellte die Zentralbank lediglich 20 Millionen US-Dollar bereit. Das sind zwar 500 Trilliarden simbabwische Dollar – aber nicht einmal die Hälfte des Wertes, auf den Mugabes Villa in Harare geschätzt wird. Trotzdem hätte die Zentralbank wohl nicht einmal diese Summe bereitstellen müssen: Denn voraussichtlich wird kaum ein Simbabwer mit seinen 100-Billionen-Dollar-Noten aufkreuzen. Schließlich legen Touristen für das exotische Souvenir mindestens 20 amerikanische Dollar hin – 5000 mal mehr als die Zentralbank zu zahlen bereit ist.