Wissenschaftler: Patienten sollen viel mehr selbst zahlen
02.04.2009 | 19:28 Uhr 2009-04-02T19:28:00+0200
Berlin. Kassenpatienten sollen nach einem Vorschlag von Wissenschaftlern künftig viel mehr selbst zahlen. Die Krankenkassen sollen demnach nur noch für eine "Grundversorgung" aufkommen, Zusatzleistungen müssten die Patienten selbst begleichen. Auch chronisch Kranke würden deutlich stärker zur Kasse gebeten.
Kassenpatienten sollen nach einem Vorschlag von Wissenschaftlern künftig viel mehr selbst zahlen. Demnach sollen die Krankenkassen nur noch eine «Grundversorgung» übernehmen, Zusatzleistungen müssten die Patienten selbst begleichen, wie das Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung am Donnerstag in Berlin erläuterte.
Das bisherige System von Zuzahlungen - die Praxisgebühr, Arzneimittel- und Krankenhauszuzahlungen - mache das System der Gesetzlichen Krankenversicherung zunehmend unübersichtlich. «Wir brauchen endlich klare und einsehbare Regelungen bei Zuzahlungen und Festbeträgen im Rahmen eines Gesamtkonzepts», erklärte Institutsleiter Fritz Beske.
Seine Vorschläge laufen allerdings in erster Linie auf eine höhere Eigenbeteiligung hinaus. Gravierendste Neuerung wäre demnach die Trennung in Grund- und Zusatzleistungen. Nur die Grundleistungen würden noch von der Krankenkasse in Form eines «Festzuschusses» abgedeckt. «Die über die Grundversorgung hinausgehende Leistung wird vom Versicherten selbst bestimmt und selbst bezahlt», erklärte Beske.
Begründet wird dies mit den erwarteten steigenden Gesundheitskosten. Deshalb müsse der zu deckende Bedarf «ständig neu definiert werden», erklärte Beske. «Dies wird eine Reduzierung des heutigen Leistungsumfangs zur Folge haben.»
Keine Sonderregel mehr für chronisch Kranke
Auch chronisch Kranke will der Wissenschaftler deutlich stärker zur Kasse bitten. Für sie soll dem Vorschlag zufolge nicht länger eine niedrigere Belastungsgrenze von einem Prozent des Jahreseinkommens gelten, sondern zwei Prozent wie für alle anderen. Betroffen wären immerhin 6,31 Millionen Menschen, die 2007 aufgrund der Ein-Prozent-Regelung im Lauf des Jahres von den Zuzahlungen befreit wurden. Beske begründet den Vorschlag sowohl mit den erwarteten zusätzlichen Einnahmen als auch mit der «Vereinfachung».
Auch in der Apotheke sollen Kassenpatienten diesen Vorschlägen zufolge mehr zuzahlen. Ist die Selbstbeteiligung heute bei zehn Euro gedeckelt, will Beske die Kappungsgrenze auf 20 Euro anheben. Die bisherige Regelung habe sich nicht bewährt.
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Dieses Urteil fällt Beske auch über die Praxisgebühr von zehn Euro, die er reformieren will: Nicht beim ersten Besuch im Quartal soll die Gebühr fällig werden, sondern zum Beispiel ab dem 4. Arztbesuch im Quartal. Die Gebühr soll nicht mehr Erlassen oder verrechnet werden können. Davon verspricht sich der Wissenschaftler eine bessere Steuerungswirkung.
Bei Hausbesuchen sollen nach Beskes Vorstellungen in jeden Fall zehn Euro fällig werden, die der Arzt behalten dürfen soll. Damit will der Wissenschaftler unnötige Hausbesuche unterbinden und gleichzeitig die ärztliche Vergütung für solche Besuche verbessern.
Für künstliche Befruchtungen schlägt Beske eine Drittelung der Kosten zwischen Krankenkassen, Staat und den betroffenen Paaren vor; diese Einzelregelung liefe auf geringere Kosten für die Patienten hinaus als heute. Bei Psychotherapien sollen Patienten zehn Prozent pro Sitzung zuzahlen. Im Krankenhaus soll die Befristung der Zuzahlung auf 28 Behandlungstage entfallen.
Welchen Chancen auf eine konkrete Umsetzung Beskes Vorschläge haben, ist derzeit noch nicht absehbar. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt äußerte sich am Donnerstag in einer ersten Reaktion skeptisch. «Es gibt immer Vorschläge», sagte die SPD-Politikerin in Berlin. «Man muss sie nicht alle umsetzen.»
Rund ums Thema:

12:27
werft endlich die selbstverschulder aus den kassen.heute wird alles mit krank entschuldigt;wieso sind alkoholiker,junkies,spielsüchtige,internetsüchtige usw.krank?es wird keiner zu diesen aufgezeigten dingen gezwungen.was ist mit den wirklich kranken menschen?wieso müssen spenden gesammelt werden für menschen welche mal ausserhalb der norm(?!) bei den krankenkassen liegen?sind diese wirklich kranken menschen nur noch ein notwendiges übel?gut das es nopch spender gibt,ich schliesse mich immer wieder gerne an und hoffe das die menschen auch gesund werden.aber alles andere zu verstehen,nein,da weigere ich mich.
14:04
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11:56
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11:31
Hoffentlich wird der Wissenschaftler dauerkrank!!!
13:12
Die Pharama Industrie könnte auch dazu beitragen.
z.B.
keine Werbegeschenke mehr an Ärzte und Apotheken
keine Reisen
keine Pharmaberater, sind nur Tagediebe und nehmen den Kranken den Sitzplatz beim Arzt
usw.
12:23
@79 Und nicht zu vergessen die Leute, die ihren Arzt danach beurteilen wieviele Tabletten er verschreibt. Sind es mehr als drei verschidene Medikamente ist der Arzt gut, hat Ahnung und kümmert sich um seine Patienten. Sind es weniger ist der Arzt eine Niete
19:45
Ich habe das Gefühl, dass solche Pläne absichtlich mit Unterstützung der Regierung in die Welt gesetzt werden.
Man kann sich dann ein Bild machen, auf wieviel Widerstand man bei dem blöden Wahlvieh stößt,
Am Willen das das durchzusetzen fehlt es den Verantwortlichen sicher nicht; ist aber wegen der bevorstehenden Wahlen nicht durchsetzbar.
Nach mehreren Vorstößen für die Arztgebühr wird der Widerstand im Volk geringer und die Erfahrung sagt uns: Eines Tages werden wir hier die amerikanischen Verhältnisse haben.
Einige Deutsche äffen schon seit zig Jahren dem großen Bruder Amerika nach. Gebracht hat uns das nur Mist! Ich erinnere nur an die Bahn-Privatisierung, Bankenkrise usw.
Auch das amerikanische Gesundheitssystem wird von unserer sogenannten Elite nur zu gerne kritiklos übernommen.
DEUTSCHE BLEIBT WACHSAM !!!
12:23
Dann schaffen wir erstmal alle Krankenkassen ab und deren überfettete Vorstandsvorsitzende die brauch nämlich auch keiner mehr, diese Schmarotzer, die mit ihren überhöhten Gehältern! Muss den jeder Vollidiot in Deutschland was zum besten geben, ich würde sagen einfach mal Schnauze halten!
12:35
schön das sich alle so furchtbar aufregen...aber wer sagt denn mal was zu den ganzen Schmarotzern die schön das ganze geld der kv rausschleudern...weil zum beipsiel für kopfschmerzen ein rettungswagen gerufen werden muss den die kasse schön bezahlt...da sollte man mal anfangen...
11:40
@77: vollkommen richtig. Bezeichnend,dass innerhalb des WAZ-Konzerns überwiegend nur Meinungen pro Privatisierung aller Lebensbereiche breit Raum einnehmen dürfen. Dieses Institut ist ja nicht mal in der Lage eine qualitative Homepage zu gestalten.Beispiel gefällig:
http://www.igsf.de/html/vorstand.HTM
Zitat: Die Leitung des Instituts übernimmt der StiftungsvorstaKurzlebenslaufDIRnd...
Alles klar? Solche Herren bestimmen die öffentliche Meinung und Politik. Traurig, traurig.