Wirtschaft will Rente mit 70
11.08.2010 | 17:34 Uhr 2010-08-11T17:34:00+0200
Berlin.Die Diskussion über das Renteneintrittsalter verschärft sich. Sozialverbände und Gewerkschaften kritisieren die Rente mit 67 Jahren. Arbeitgeber fordern jetzt sogar ein noch späteres Ende der Erwerbstätigkeit.
Die Diskussion über die Rente mit 67 reißt den Graben zwischen Arbeitgebern und Sozialverbänden weit auf. Denn Arbeiten bis zum 67. Lebensjahr ist der Wirtschaft noch zu kurz: Arbeitgebernahe Institute forderten am Mittwoch die Rente mit 70. Die Sozialverbände laufen jedoch jetzt schon Sturm gegen die Verlängerung von 65 auf 67 Jahre und wollen sie wieder einstampfen. SPD und Arbeitsministerium liefern sich derweil eine Zahlenschlacht darüber, wie viele Senioren tatsächlich überhaupt im Job sind.
„Wenn wir uns die höhere Lebenserwartung und die abnehmende Geburtenrate in Deutschland anschauen, wird die Rente mit 70 perspektivisch kommen müssen“, sagte der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, der „Rheinischen Post“. Schützenhilfe erhielt er vom Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. „Eine langsame Lebensarbeitszeitverlängerung auf 70 Jahre ist der humanste Ansatz, mit der Herausforderung umzugehen“, sagte Klaus Zimmermann „Handelsblatt Online“.
„Rente mit 70 utopisch“
Nach geltender Rechtslage wird das gesetzliche Renteneintrittsalter zwischen 2012 und 2029 in monatlichen Schritten von derzeit 65 auf 67 Jahre angehoben.
Der Sozialverband Deutschland (SoVD) forderte jedoch, die Gesetzesreform müsse „endgültig zurückgezogen“ werden. Die Voraussetzungen für die Rente mit 67 seien einfach nicht gegeben, sagte Verbandspräsident Adolf Bauer der „Braunschweiger Zeitung“. Die Präsidentin Sozialverband VdK Deutschland, Ulrike Mascher, wies die Rente mit 70 als utopisch zurück. Bereits die Rente mit 67 erhöhe das Risiko der Altersarmut. Der Wohlfahrtsverband Volkssolidarität wies die Rente mit 70 als absurd zurück und bezeichnete ein Eintrittalter mit 67 als sozial unverträglich.
Arbeitsministerium sieht positive Entwicklung
Der Sprecher des Bundesarbeitsministeriums, Christian Westhoff, verwies darauf, dass sich die Entwicklung der Erwerbstätigen bei den 60- bis 64-Jährigen im ersten Quartal 2010 positiv auf 40,5 Prozent entwickelt habe. „Da ist dann allerdings alles dabei: Da ist jede Form der Beschäftigung, auch Selbstständige, Beamte und weiteres dabei“, sagte er.
Die SPD bezichtigte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen daher, sich diese Zahlen schön zu reden. „Dabei zählt sie unter anderem auch Selbstständige, Beamte, Altersteilzeit und Mini-Jobber mit - selbst, wenn diese nur eine Stunde arbeiten“, erklärte Generalsekretärin Andrea Nahles. Die Quote der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in dieser Altersgruppe betrage jedoch nur 21,5 Prozent.
Auch die Gewerkschaft Verdi sprach von „falschen Argumenten und geschönten Zahlen“. Verdi-Chef Frank Bsirske erklärte: „Für Krankenschwestern, Bus- und Straßenbahnfahrer, Müllwerker oder Kita-Erzieherinnen ist vielfach schon das jetzt geltende Rentenalter 65 kaum erreichbar.“
Rentenerhöhung prognostiziert
Der Freiburger Rentenexperte Bernd Raffelhüschen rechnet allerdings wegen der anziehenden Konjunktur mit Rentenerhöhungen. Die Bezüge der 20,2 Millionen Ruheständler könnten möglicherweise bis zu zwei Jahre früher angehoben werden als bisher erwartet. „Wenn wir dauerhaft über 1,5 Prozent Wachstum haben, können die Renten schon 2015 oder 2016 wieder steigen“, sagte Raffelhüschen der „Bild“-Zeitung.
Die Grünen plädierten in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ für eine Aussetzung der Rente mit 67 bis 2012. Die Linke forderte dagegen „außerparlamentarischen Druck“ gemeinsam mit Gewerkschaften und Sozialverbänden, um einen generellen Kurswechsel durchzusetzen. (ap)

09:37
Am besten schaffen die Politiker die eingezahlte Rente komplett ab und beschließen eine Lebensbegrenzung für Menschen ab 67 per Gesetz.
Dann können die Politiker ihre kranke Regierung auf Kosten der Menschen sanieren, dann brauchen wir endlich auch keine Regierung mehr.
18:55
Schlimm genug das Wirtschaft und Politik die Meinung vertreten das man bis 70 arbeiten soll. Der Übergang vom Arbeitsleben zum Sterbebett wird dann wohl relativ kurz sein und entsprechend die Rentenkassen entlasten. Doch als genauso schlimm finde ich die zum Teil große Teilnahmslosigkeit derjenigen die am meisten unter der Rente mit 70 zu leiden haben werden - der jungen Generation .
16:27
So, jetzt brauch ich mal ein Bier, hab ne zwölf Stunden-Schicht hinter mir!
16:25
Mache seit nun 30 Jahren Schichtdienst. Hab mittlerweile 3 chronische Krankheiten und darf noch vermutlich bis zum 70 Lebensjahr arbeiten? Kein Tag arbeitslos, alles im Leben auf gutem Niveau geschafft und dann ausgelutscht wie ne alte Bockwurst? Da fragen diese Spinner sich noch warum keiner mehr als Fachkraft länger zur Verfügung steht? Alle Achtung! Die Dreistigkeit ist anscheinend eine echte Waffe im politischen Dickicht. Und sie ist so unanständig grenzenlos, dass diese Unverschämtheit keinem normalen Leistungsträger in der Gesellschfaft denkbar erscheint! Und darum macht die Elite was sie will!
16:19
Dazu kommt noch, dass der Michel zu blöd geworden ist, seine Gewerkschaft zu stärken, da ordentlich aufzuräumen, feige Arbeitervertreter auszusortieren und als politisch denkender Demokrat und stolzer Arbeiter den Wert seiner Arbeit zu verteidigen! Ne, der putzt lieber sein auf Darlehen gekauftes Auto, guckt Big Brother und lässt ein mal im Jahr auf Dahrlehen die Sau auf Malle raus! Gehts noch einfacher für die herrschende Elite? mal ehrlich!
16:16
Unsere Politiker haben gelernt das der deutsche Michel zwar viel und laut motzt, aber ansosnsten streng diszipliniert wie ein Soldat seine Arbeit macht und bis zur letzten Minute die Werkshalle aufräumt und fegt, bis die Firma an ein ausländisches Konsortium verkauft wird. Dann geht er ordentlich zum Arbeitsamt und lässt sich verarschen! Hört sich irgendwie nicht nach Revolution an oder?
13:11
Heute Nachrichten: Die Arbeitslosigkeit bei den 15 bis 24-jährigen ist in Deutschland besonders hoch. Jetzt schiebe man es nicht auf diese Gruppe. Wenn sie nicht genug qualifiziert ist, frage ich mich warum? Was haben Politik, Industrie, Handel etc. an wirklichen Hilfen angeboten, außer immer wieder zu labern? Und nun der Lobbyistenvorschlag der Rente mit 70. Das passt zusammen wie Feuer und Wasser. Diese unverschämten Lobbyisten fordern immer mehr, die Bürger haben diese Vögel nicht gewählt. Die Politik hat der Mehrheit des Volkes zu dienen. Gabriel hat Recht. Eine Erhöhung des Rentenalters muss an die Arbeitslosigkeit der Jungen und an die wirkliche vorhandene Arbeit für Menschen ab 65 gebunden werden, auch kurzfristig nach Arbeitslage. Die Rente mit 67 gehört so zunächst in die Tonne. Da können von der Leyen und der Arbeitgeberhundt bellen wie sie wollen: sie sind nicht die Mehrheit des Volkes. Das müssen sie endlich begreifen. Oder schaffen die das nicht?
10:11
@audio001:
würde sich zwar einerseits das Beitragsaufkommen erhöhen, andererseits durch die längere Beitragszeit wiederum der Rentenanspruch erhöhen!
Ihre Beweisführung klingt zwar nach Hercules Poirot, rechnet sich aber wie bei Donald Duck.
Wie soll sich der Rentenanspruch erhöhen, wenn man weniger Jahre bezieht?? Die Leute werden doch mit der Anhebung des Renteneinrittsalters nicht alle plötzlich 3 Jahre älter.
09:40
Deutschland auf dem Weg zur Weltmeisterschaft des höchsten Rentenalters. Wer kann das in der EU noch toppen?
07:39
Es wird Zeit,daß das Volk alle Büttel des Kapitals und diese gekauften Experten ( Prof Unsinn und Co) an die Wand stellt. Dann hört diese elendige neoliberale Knechtschaft in unserem Land endlich mal auf. Vergeßt nicht, WIR SIND DAS VOLK. Und deren Reichtum basiert darauf, das wir Arbeitnehmer elendig ausgepresst werden.