Bildung
Wirtschaft soll an Realschulen Pflichtfach werden
19.11.2009 | 20:03 Uhr 2009-11-19T20:03:00+0100
Düsseldorf. Die Realschule soll noch berufsorientierter werden. Deshalb fordern Arbeitgeber, Handwerk und Lehrer, dass Wirtschaft als Pflichtfach eingeführt wird. Derweil appelliert NRW-Schulministerin Barbara Sommer an die Schulen, dass sie ihren Lernstoff entrümpeln.
Arbeitgeber, Handwerk und Realschullehrer setzen sich für die Einführung des Unterrichtsfachs Wirtschaft an den Realschulen in Nordrhein-Westfalen ein. Damit könnte diese Schulform noch berufsorientierter werden, sagten Vertreter der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände, des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT) und des Realschullehrerverbands (RLV) NRW am Donnerstag in Düsseldorf. Mit einem Modellversuch setze das Land zugleich ein Signal für den Erhalt der Realschulen.
"Abitur als Massenprodukt"
Die drei Verbände mahnten ausdrücklich den Erhalt der Realschulen an. Das «Abitur als Massenprodukt» sei eine «gefährliche Entwicklung», sagte die RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach. Ein guter Realschulabschluss könne einem Schulabsolventen bessere Chancen eröffnen als ein schlecht bestandenes Abitur. Die Einführung des Fachs Wirtschaft könne Realschule und Berufswelt noch enger verzahnen.
Aus Sicht der Wirtschaft sind die Realschulen unverzichtbar. Diese Schulen seien ein «bewährtes Sprungbrett» für exzellente Berufs- und Karriereperspektiven, sagte WHKT-Präsident Franz-Josef Knieps. Es sei deshalb besorgniserregend, wenn die Politik zunehmend das Abitur als allein seligmachenden Weg zum beruflichen Erfolg propagiere. Das Handwerk mache seit Jahren sehr gute Erfahrungen mit Realschulabsolventen, die in den allermeisten Fällen über solide Grundkenntnisse und praktische Fertigkeiten verfügten.
Bei Hausaufgabenlast ist Eigeninitiative der Schulen gefordert
Nordrhein-Westfalens Schulministerin Barbara Sommer (CDU) appelliert an die Schulen, endlich ihren Lernstoff zu entrümpeln. Im WDR-Radio sagte die Ministerin am Donnerstag, nicht alles Wissen der Welt könne in zwölf Schuljahre bis zum Abitur gepackt werden. Das Ministerium habe die Kernpläne bereits verschlankt. Damit reagierte die Ministerin auf die Kritik am sogenannten Turbo-Abi. Auch bei der Verminderung der Hausaufgabenlast setzt Sommer auf die Eigeninitiative der Schulen. Sie selbst wolle noch einmal Gespräche mit Schülervertretern führen.
Scharfe Kritik kam von der Opposition. SPD-Fraktionsvize Ute Schäfer sagte in Düsseldorf, Sommers Äußerungen seien nichts anderes, als die Verantwortung am Turbo-Abitur auf die Lehrkräfte abzuschieben. Vielmehr sei die schwarz-gelbe Landesregierung für die «dilettantische Umsetzung des Abiturs in zwölf Jahren mit der Verkürzung der Sekundarstufe I um ein Jahr und der damit verbundenen für Schüler wie Lehrkräfte unzumutbaren Unterrichtsverdichtung in den fünften bis siebten Klassen der Gymnasien» verantwortlich.
Grünen-Fraktionschefin Sylvia Löhrmann nannte es «billig», den Schulen den Schwarzen Peter zuzuschieben. Sommer sei es gewesen, die die für das Turbo-Abitur notwendige Entschlackung der Lehrpläne verbummelt habe. (ddp)

20:12
Wie üblich steht diese Ministerin mal wieder völlig neben sich,. Wo der aktuelle Lehrplan für das Fach Chemie durch das Bildungsministerium entschlackt worden ist, erschließt sich mir nicht. In diesem Lehrplan steht noch mehr als vorher. Somit kann ich gar nicht exemplarisch wichtige Aspekte und Inhalte vertiefen, sondern sie nur anreißen. Was das mit Niveau zu hat, ist mir schleierhaft. ich frage mich langsam, ob wir uns als Lehrer immer alles gefallen lassen müssen. Wir können allerwenigsten für das Chaos, welches im System herrscht. Ich habe keine Ahnung, wer Frau Sommer in Sachen Schulreform berät, Ahnung von Pädagogik, Lern- und Jugendpsychologie haben diese Menschen nicht. Und bei der Ministerin frage ich mich so langsam, wie sie ihr Examen bekommen hat. Eine derartige Inkompetenz und ungesundes Halbwissen, gepaart mit Überheblichkeit findet man wirklich selten. Nur schade, dass es sich dabei nicht um eine Daily Soap handelt, sondern um ganz bittere Realität.
10:56
#17
Das ist leider nicht möglich da die Lehrer sich an Lehrpläne zu halten haben, und wo werden die gemacht ?
Am besten noch Ackermann, Rogowski und Hundt bei der Ausarbeitung der Lehrpläne hinzuziehen..........
10:01
Eigentlich keine schlechte Idee. Da ja die Lehrer traditionell eher links eingestellt sind, könnte ein solcher Unterricht vielleicht zu einer kritischen Einstellung der Schüler zum Kapitalismus führen. Ob die Arbeitgeberverbände das allerdings mit ihrer Forderung beabsichtigten, ist doch eher unwahrscheinlich. :-)
09:02
Arbeitgeberverbände und Handwerkskammertag fordern.
Nachtigall ich hör dir trapsen.
08:33
Diese Aktion der schwarzgelben Hornissenregirung in Düsseldorf soll dazu dienen, die Kinder manipulativ auf die Marktwirtschaft = Propagandawort für Kapitalismus einzuschwören, damit sie als Erwachsene schön den Ball flach halten und durch die kindliche Gehirnwäsche zu willfährigen Sklaven der Ausbeuter werden.
02:14
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21:22
Wirtschaft soll an Realschulen Pflichtfach werden - stimmt, es gibt keine Tabus mehr!
Unsere Kinder sollen insgesamt verdorben werden!
Danke an die Politiker, die geradezu arschgeil sich danach drängen in den Anus der Wirtschaft zu kriechen und glauben, daß das das heilige Kalb ist, um das sich alles dreht!
21:20
Mit Deutsch und Mathematik fühlt sich ein Großteil der Schülerschaft schon jetzt überfordert.Mit dem Begriff Wirtschaft verbinden die allenfalls Gaststätte,Kneipe,Pinte oder Kaschemme.Aber irgendetwas ökonomisches wohl kaum.
20:48
Schön das sie ihr eigenes Versagen so offen zugeben Babsi...
20:05
was für eine Wirtschaft soll denn da -verdummender Weise -gelehrt werden?
Etwa die der Grund-Intelligenz von Hochzivilisationen widersprechende Neue soziale Marktwirtschaft ?.
Propagiert von den Arbeitgeberverbänden ,die dafür extra eine Propaganda-Truppe -die sog. INSM - aufgestellt haben?