„Wir sind nicht machtlos in dieser Auseinandersetzung“

München..  Ursula von der Leyen hatte ihre Eröffnungsrede bei der 52. Münchner Sicherheitskonferenz wenige Minuten beendet, da tickerte eine Eilmeldung der Deutschen Presseagentur über die Bildschirme im Hotelfoyer: Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gesprächen in Moskau eingetroffen. Und in der bayerischen Landeshauptstadt war die Spannung mit Händen zu greifen.

Alle Augen der hochrangigen Regierungsdelegationen aus fast 50 Ländern waren gestern nach Moskau gerichtet, wo Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande mit Kreml-Chef Wladimir Putin in letzter Minute doch noch einen Weg für eine mögliche Friedenslösung im Ukraine-Konflikt finden wollten.

Das Russlandthema. Schon in den ersten Münchner Diskussionen wurde gestern klar, dass sich der Krieg in der Ukraine und damit die Beziehungen des Westens zu Moskau wie ein roter Faden durch die Konferenztage ziehen wird. Und da warb besonders die deutsche Verteidigungsministerin leidenschaftlich für eine Lösung der Krise – und zwar ohne amerikanische Waffenlieferungen an Kiew. „Wir sind nicht machtlos in dieser Auseinandersetzung. Russland ist isoliert wie noch nie seit dem Mauerfall vor 25 Jahren. Die Wirtschaftssanktionen greifen, jetzt sollten wir versuchen, einen gemeinsamen Interessenausgleich mit Putin zu suchen, um Vertrauen wieder aufzubauen“, sagte die Ministerin.

Vielleicht sei ein noch stärkeres Miteinander im Kampf gegen den radikalen Islamismus ein Ansatz, so von der Leyen in ihrer Rede.

Hochkarätiges Publikum

Dann begann das Warten. Auf Angela Merkels heutigen Münchner Besuch. Die Kanzlerin, vier Jahre nicht mehr Gast auf der Konferenz der Mächtigen, wird am Morgen ihre Einschätzungen zu den Gesprächen mit Putin dem hochkarätigen Publikum darlegen. Und vor Ort um Unterstützung werben. Auch bei Barack Obamas Stellvertreter Joe Biden.