Wilo investiert Millionen in Dortmund

Dortmund..  Deutlicher kann das Bekenntnis zum Standort im Ruhrgebiet kaum ausfallen: Obwohl der Pumpenhersteller Wilo 80 Prozent seines Milliarden-Umsatzes im Ausland macht, will der Dortmunder Traditionsbetrieb einen Großteil seiner freien Mittel in der Heimat investieren.

Bis 2020 soll der Firmensitz in Dortmund komplett neu errichtet werden. Dazu werden auf dem rund elf Hektar großen Firmengelände im Dortmunder Süden so gut wie alle Gebäude abgerissen und durch neue ersetzt. Eingebettet in eine Grünanlage sollen hier bis 2020 neben einem Verwaltungsturm, eine hoch moderne Fabrikation für die Spezialpumpen, Gebäude für Forschung und Entwicklung sowie ein Logistikzentrum wachsen. Die nicht börsennotierte Gesellschaft investiert einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in ihre neue Zentrale. Baubeginn ist Ende 2015. Die Fertigungshalle soll bereits im März 2018 ihren Betrieb aufnehmen.

Wilo-Chef Oliver Hermes bezeichnete das Vorhaben gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz in Düsseldorf als „Jahrhundertprojekt“ für das 1872 gegründete Unternehmen. Nach Firmenangaben gehört der Neubau zu den derzeit größten Investitionsvorhaben in der Privatwirtschaft im Land. Der neue Produktionskomplex unweit des Dortmunder Phoenixsees werde die Wilo-Gruppe in eine neue Dimension führen, so Hermes. Bis 2020 will der Spezialist für Pumpsysteme und Wassertechnik seinen Umsatz auf zwei Milliarden Euro nahezu verdoppeln. Dazu sieht sich das mehrheitlich der Opländer-Familienstiftung gehörende Unternehmen gut gerüstet. Seit fünf Jahren jagt Wilo von Umsatzrekord zu Umsatzrekord. Binnen sechs Jahren legte der Personalbestand um ein Viertel zu. Heute arbeiten rund 7500 Menschen weltweit für die Wilo-Gruppe. Allein am Stammsitz Dortmund sind es knapp 1900.

2014 erwirtschaftete die Gruppe 1,23 Milliarden Euro – bereinigt von Währungseffekten ein Plus von drei Prozent. Wachstumstreiber waren vor allem Osteuropa und das Geschäfte in Afrika und im Mittleren Osten. Das stärkste Auslandswachstum verzeichnete Wilo trotz des schwierigen politischen Umfeldes in Russland. In China hingegen „entschleunige“ sich das Wachstum. Der operative Gewinn sank wechselkursbedingt leicht auf 111 Millionen Euro. Auch das laufende Geschäftsjahr entwickele sich bisher über den Erwartungen, sagte Hermes.