Willkommen im Plästozan

Wir wissen nicht, was überdauern wird von der Neuzeit, in der wir leben, als gebe es kein Morgen. Wir wissen aber, was von den Jahrmillionen vor uns übrig geblieben ist. Insgesamt: ziemlich wenig.

Die Überreste aller Vorfahren des Homo sapiens passen, um es mit den saloppen Worten angelsächsischer Anthropologen zu sagen, auf die Ladefläche eines Pick-ups. Und in welcher Farbe die Haut – oder waren es doch Federn? – der Dinosaurier schimmerte, werden wir wohl nie erfahren. Vielleicht waren sie schwarz-weiß, und deshalb nennt man es Kreidezeit.

Was werden in 100 Millionen Jahre unsere Überreste sein? Neben ein paar Skelettabdrücken Ozeane voller Plastikabfälle, die sich irgendwann zu Gebirgen aufgetürmt haben und dann den jüngsten Erdbewohnern Rätsel aufgeben werden wie: Welche Katastrophe konnte in wenigen Jahren die gesamten Kohlenstoffvorkommen der Erde in eine Irrsinnsmenge unverrottbarer Folien mit Henkeln verwandeln, die alle ins Meer flossen? Man wird unsere Zeit deshalb das Plästozan nennen.