Wildwest-Methoden - Billig-Vorwahl verhundertfacht ihren Tarif
31.10.2012 | 18:01 Uhr 2012-10-31T18:01:00+0100
Düsseldorf/London. Verbraucher- und Datenschützer warnen vor besonders dreisten Telefonanbietern. So hat die "Billigvorwahl" 010040 ihre Tarife verhundertfacht: von zwei Cent auf 1,99 Euro pro Minute. Auch Telefonica, Mutter des Mobilfunkunternehmens o2, sorgt für Aufregung: Sie planen, Nutzungsdaten ihrer Kunden zu verkaufen.
Wildwest-Methoden in der Telefonbranche: Verbraucher- und Datenschützer warnen vor besonders dreisten Anbietern. Die Verbraucherzentrale NRW rät Telefonkunden, die Billigvorwahl 010040 zu meiden. Der Anbieter hat seine Gebühren drastisch erhöht – von rund zwei Cent auf 1,99 Euro pro Minute. Bei den Verbraucherschützern häufen sich Beschwerden über die Hamburger Firma. Für Aufregung sorgt auch die Ankündigung des Mobilfunkanbieters O2, Bewegungsdaten der Kunden an Werbetreibende weiterzuverkaufen.
Die 010040 GmbH erhöhte ihre Preise quasi über Nacht. Gehörte die Vorwahl bislang zu den günstigen Angeboten am Markt, erlebten Kunden, die den Anbieter nach der Erhöhung nutzten, auf ihrer Telefonrechnung eine böse Überraschung. Die Hamburger Firma forderte über die Rechnung der Deutschen Telekom in Einzelfällen über 500 Euro für ihre Dienstleistungen. Offenbar sind nur Kunden der Telekom betroffen. Andere Festnetzanbieter schließen die Nutzung von Billigvorwahlen meist vertraglich aus, die Telekom als Marktführer ist aber verpflichtet, Drittanbieter zuzulassen.
Verbraucherzentrale spricht von Wucher
Die Verbraucherzentrale NRW spricht von Wucher und rät Geschädigten, die Rechnung sofort zu beanstanden und zu viel gezahlte Beträge wieder zurückzubuchen. „Der Anbieter hat offenbar auf die Gewohnheit der Telefonkunden gesetzt, die bislang mit der 010040 günstig telefoniert haben“, sagt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale. Auch die Bundesnetzagentur als Aufsichtsbehörde hat sich bereits eingeschaltet und ermittelt wegen Rufnummern-Missbrauchs. „Wir prüfen das“, erklärte ein Sprecher.
Auch der Vorstoß des O2-Mutterkonzerns Telefónica, Bewegungsprofile seiner Kunden an Werbetreibende zu verkaufen, schlägt hohe Wellen. Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, spricht von einem „gefährlichen Trend“. Telefónica ist nicht das erste Unternehmen, das aus den persönlichen Daten seiner Kunden Kapital schlagen will. Der US-Konzern Apple war schon früher wegen ähnlicher Praktiken kritisiert worden und ruderte zurück.
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16:31
ich lach mich immer schlapp.
erst wollen die verbraucher den freien markt und wettbewerb.
nun da er da ist und plötzlich festgestellt das die anderen firmeen geld verdienen wollen wird wieder nach papa staat gerufen um das ganze wieder rückgängig zu machen.
und das ist ja nicht nur bei telefon so sondern bei fast allem so.
komisch
warum hat mann dann bloß einst alles darangesetzt um ja von post bahn und den ach so teuren stadtwerken wegzukommen.
und heute wollen es alle wieder rückgängig habem.......
ihr habt es ja so gewollt.
jetzt müßt ihr mit den folgen eurer endscheidungen leben.
wer damals mal etwas nachgedacht hätte der konnte die folgen damals schon vorhersehen.
aber nein
da galt ja der satz geiz ist geil.
und wer dem nicht folgte war ja blöd.
nun seht ihr die folgen davon.
16:10
Wenn die das Ding Billig-Vorwahl genannt wurde bestände eine Chance auf Regress, falls man einen solvente Betreiber der Nummer finden sollte.
Und wie wird denn Wucher definiert ? Für mich ist eine SMS für die 9 ct verlangt wird. die aber bestenfalls 2 Cent kostet auch Wucher.
Wer dann auch noch die TK Oligarchen aus der Regulierung entlassen will, dem schwinden die letzten Notbremsen. Wann begreift der mündige Bürger, dass die Staatsgründer der Nachkriegszeit mit guter Überlegung Infrastruktur und andere natürlich Monopole in die Staatshand nahmen oder dort beließen.
15:41
Dass man über "Billig Vorwahlen" billiger telefonieren kann, ist Tatsache.
Und ich weiß nicht, was Sie Verbrauchern vorwerfen, wenn sie diese Angebote nutzen.
Warum eigentlich folgen auf jeden Bericht über solche üblen Machenschaften mit absoluter Zuverlässigkeit diese bescheuerten "Sind die Verbraucher doch selbst Schuld"-Beiträge?
15:37
Alleine die Überschrift "billig Vorwahl" suggeriert dem Verbraucher das falsche.
Hinter diesen ganzen angeblichen billig Angeboten steckt meist die reine Abzockerei.
Anstatt das Gehirn bei "Schnäppchen" zu aktivieren, schaltet es beim deutschen Verbraucher aus.
Übrigens täte es dem Wettbewerb und der Innovation in der Telekommunikatsionsbranche gut, die Telekom endlich aus der Regulierung zu entlassen.
15:13
Wenn Sie uns dann bitte auch nur *einen* Fall nennen würden, in dem die damalige Bundespost auch nur eins ihrer Produkte über Nacht und ohne öffentliche Diskussionen in den gesetzgebenden Institutionen hundertfach überteuert hatte? Danke.
Mann vaikl2, ich sprach von Call-by-call, also Billig-Vorwahl. Bei Billig-Vorwahl durfte man tunlichst nicht über die volle Stunde telefonieren.
Das Doof-und-Dämlich-Verdienen der DBP betraf die Zeit vor der Billig-Vorwahl. Denn an dem Umsatz und Verdienst dieser DBP haben sich die Billiganbieter orientiert.
Aber Sie haben die Ehre der DBP verteidigt, das ehrt Sie. Nur Ihre Argumentation ging ins Leere, denn die Kosten für eine Einheit war bei der DBP unverschämt hoch. von den Taktzeiten ganz zu schweigen. Ich habe für die Übermittlung des Zählimpulses, um die Kosten für jedes Telefonat erfassen zu können, sogar noch einen kleinen Betrag zahlen müssen.
14:07
Es gab Zeiten, da wurde der Tarif während des Gespräches umgestellt, wenn die volle Stunde vorbei war. Zweimal bin ich in die Falle gelaufen, weil die Anzeigen im Videotext sich damals nur auf die aktuelle Stunde bezogen.
Wie #6 schon ausführte, muss sich die damalige Bundespost sich doch doof und dämlich verdient haben.
Davon haben sich alle nachfolgenden Unternehmen, die auch nur das Geringste mit Telefon zu tun haben, blenden lassen und versuchen nun über die miesesten Tricks an Geld zu kommen. In Bewegungsprofile zu verkaufen, kann unser Oberwächter Schaar nur einen „gefährlichen Trend“. Was soll der "Beauftragte" auch sonst sagen. Wenn er zu heftig wird, nehmen sie ihm das Feigenblatt weg. Was anderes ist der Datenschutzbeauftragte und die anderen Beauftragten und -innen ja doch nicht.
13:29
Es ist erschütternd, dass es anscheinend überhaupt niermanden stört, wenn "Bewegungsprofile" verkauft werden.
Der Aufreger hier ist die Abzocke, der weitaus größere Skandal bleibt weitgehend unbeacxhtet.
Wie lange ist es her, dass Menschen in Deutschland gegen eine popelige Volkszählung auf die Straße gegangen sind? Und heute werden Daten von erfasst, verschoben, verkauft, dass ein Erich Mielke im Grab noch leuchtende Augen kriegt.
Aber diesmal ist es ja nicht der Staat, sondern die Privatwirtschaft und die ist ja immer gut. Da müssen wir uns keine Sorgen machen, die wollen ja nur unser Bestes.
13:22
Seit August 2012 ist übrigens die Tarifansage im Call-by-Call Pflicht, was einen guten Schutz vor Kostenfallen darstellt.
http://www.billiger-telefonieren.de/festnetz/schnellrechner/
13:05
Der größte Wucherer vor der Liberalisierung war doch die Deutsche Bundespost/Telekom. Als sie noch das Monopol hatten kostete eine Gesprächsminute in die USA 2,90 DM (1,41 €) Nach dem Wegfall des Monopols kann man für 0,0064 € die Minute in die USA anrufen. 100 Minuten Ferngespräch kosten in die USA beim Mitbewerber kosten jetzt also also 0,64 € bei der Bundespost/Telekom waren das 141,00 €.
http://www.billiger-telefonieren.de/festnetz/telefon-tarifrechner/
Und trotzdem gibt es Leute die das alte Monopol zurück haben möchten.
12:12
Sie wissen aber schon, dass selbst ein Monopolist nicht am Wucher-Paragraphen des BGB vorbei kommt, oder?
Wenn ein Anbieter von Telefondiensteistungen vor dem Beginn eines Telefonats kostenlos auf den Tarif hinweist, und er kein Monopolist ist, kann er nicht wegen Wuchers belangt werden.
Es gibt mindestens 70 solcher Angebote.
http://www.billiger-telefonieren.de/call-by-call-anbieter/
Niemand ist also auf einen Monopolist angewiesen.
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Bundesnetzagentur-geht-gegen-Call-by-Call-Anbieter-vor-2056377
Seit 1. August 2012 müssten Anbieter von Call-by-Call-Diensten den Bruttopreis ansagen, den dieser Dienst koste. Die Preisansage und mindestens drei weitere Sekunden müssten kostenlos sein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Monopol
Ein Monopol (Zusammensetzung von altgriechisch μόνος monos ‚allein‘ und πωλεῖν pōlein ‚verkaufen‘) nennt man eine Marktsituation (Marktform), in der für ein ökonomisches Gut NUR EIN ANBIETER vorhanden ist
Die TKG-Neufassung gilt ab dem 01.08.12, die im Artikel beschriebenen Fälle beziehen sich auf den Juli diesen Jahres.
Trotzdem ist so eine sittenwidrige Erhöhung Wucher - egal ob "Kleiner" oder Monopolist.
Wäre schön, wenn hier Differenzierung statt Pauschalisierung an der Tagesordnug wäre. Ist aber wohl nur ein Traum...