Wilders lockt weniger Pegida-Anhänger als erwartet

Der nieder
Der nieder
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Ein Auftritt des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders hat der islamkritischen Pegida-Bewegung nicht den erhofften Zulauf beschert.

Dresden..  Rund 10 000 Pegida-Anhänger haben gestern in Dresden dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders zugejubelt. „Schlagen Sie Alarm und warnen Sie Ihre Nachbarn und Freunde vor der Gefahr der Islamisierung!“, rief Wilders den Teilnehmern der Kundgebung zu. „Die meisten unserer Politiker schauen weg, aber wir werden nie schweigen“, so Wilders. Er sehe sich „in der Tradition von Kant, Schiller und Stauffenberg“.

Zu der Kundgebung kamen deutlich weniger Menschen als die von den Veranstaltern avisierten 30 000. Die Organisatoren hatten sich durch den Auftritt Wilders’ einen großen Zulauf erhofft, nachdem die Pegida-Demos in den vergangenen Wochen deutlich geschrumpft waren. Den Pegida-Leuten standen rund 3000 Gegendemonstranten gegenüber. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte die Veranstaltung.

Der Auftritt Wilders’ in Dresden wird nach Ansicht des renommierten Berliner Protestforschers Dieter Rucht die islamfeindliche Bewegung nicht dauerhaft stärken: „Die Zahlen werden am nächsten Montag schon wieder zurückgehen“, sagte Rucht dieser Zeitung. Es gebe viele, die Wilders gerne mal sehen und hören wollten, „aber das ist kein anhaltender Effekt“.

Wilders sei genauso wie der nach rechts gerückte Pegida-Frontmann Lutz Bachmann ein Populist „auf dem absteigenden Ast“, so Rucht gegenüber dieser Zeitung. „Wilders ist in Holland eine Figur, die man kennt, aber die keine größeren Aufregungen mehr verursacht – und schon gar nicht Zulauf bewirkt.“

Weitere Gastauftritte erwartet

Ungefährlich sei er deswegen aber nicht: „Wilders ist ein erklärter Islam-Feind, er steht am rechten Rand der Rechtspopulisten.“ Viele Leute fühlten sich bestätigt, wenn prominente Politiker wie der 51-Jährige ihr fremdenfeindliches Gedankengut in die öffentliche Debatte einspeisten.

Rucht rechnet damit, dass Pegida sich in den kommenden Wochen um weitere Gastauftritte bekannter Rechtspopulisten bemühen werde. Doch das ändere nichts an der Tendenz: „Pegida als Dresdner Phänomen ist ein Auslaufmodell.“