Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Bundeswehr

Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr

28.12.2012 | 07:11 Uhr
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
Nach Jahren des Rückgangs ist die Zahl rechtsextremistischer Vorfälle bei der Bundeswehr wieder leicht gestiegen.Foto: dapd

Berlin.  Hakenkreuz-Schmierereien, "Sieg Heil"-Rufe, der Hitlergruß: Rechtsextremistische Auswüchse gibt es immer wieder bei der Bundeswehr. Nach Auffassung des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus werden sie aber angemessen geahndet: "Wenn sich herausstellt, dass jemand eine rechtsextremistische Gesinnung hat, dann fliegt der raus."

Die Zahl rechtsextremistischer Vorkommnisse bei der Bundeswehr ist nach Jahren des Rückgangs 2012 wieder leicht gestiegen. Nach dpa-Informationen wurden bis Mitte Dezember 66 Vorfälle mit Verdacht auf einen rechtsextremistischen Hintergrund gemeldet. Im gesamten Vorjahr waren es 63 - der niedrigste Stand seit Anfang der 1990er Jahre. Bis 2009 wurden Jahr für Jahr noch mehr als 100 rechtsextremistische Vorkommnisse bei der Bundeswehr registriert.

Bei den Verdachtsfällen aus dem laufenden Jahr handelt es sich fast ausschließlich um Propaganda-Delikte wie das Hören rechter Musik, Zeigen des Hitlergrußes, "Sieg Heil"-Rufe oder Hakenkreuz-Schmierereien. 21 der Verdachtsfälle wurden bereits bestätigt, die anderen werden noch geprüft.

Wehrbeauftragter sieht keinen Grund zur Beunruhigung

Patriot-Einsatz
Bundestag beschließt Bundeswehr-Einsatz in der Türkei

400 Bundeswehr-Soldaten werden Anfang 2013 zur Verteidigung an der syrisch-türkischen Grenze stationiert. Das hat die Bundesregierung am Freitag entschieden. Die Türkei hatte die Nato im November um Beistand gebeten. Auch die USA und die Niederlande entsenden Soldaten in die umkämpfte Region.

Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus sieht in den Zahlen keinen Grund zur Beunruhigung. "Die Bundeswehr geht nach meinem Eindruck angemessen mit dem Problem Rechtsextremismus um", sagte er. "Alle Phänomene, die es in der Gesamtgesellschaft gibt, bleiben auch der Bundeswehr nicht völlig erspart."

Laut Königshaus lassen sich rechtsextremistische Umtriebe von Soldaten seit dem Aussetzen der Wehrpflicht besser unterbinden und sanktionieren. "Seit der Aussetzung der Wehrpflicht hat man die Chance, sich die Leute genauer anzusehen, die in die Truppe kommen", sagte er. "Wenn solche Fälle entdeckt werden, wird auch konsequent reagiert. Wenn sich herausstellt, dass jemand eine rechtsextremistische Gesinnung hat, dann fliegt der raus."

Die Zahl rechtsextremistischer Vorkommnisse wird in den Jahresberichten des Wehrbeauftragten veröffentlicht. In den 1990er Jahren war sie drastisch gestiegen - bis auf einen Höchststand von 320 Fällen im Jahr 1998. (dpa)


Kommentare
28.12.2012
17:55
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von berndsteinberg | #7

Fliegt auch jemand raus, der eine linksextremistische Gesinnung hat?

28.12.2012
12:45
Wieder mehr ?
von teetrinker82 | #6

Jeder Vorfall ist einer zuviel.

Aber die Überschrift suggeriert eine Zunahme, die ins Verhältnis gesetzt werden muss zu den Vorjahren. Es handelt sich um 3 Fälle mehr als in 2011 - aber wesentlich weniger als in den Jahren zuvor (um die 100).

Rausschmiss ist natürlich die eigentlich richtige Reaktion.

1 Antwort
...
von teetrinker82 | #6-1

Korrektur:

"einzig" nicht "eigentlich"

28.12.2012
11:26
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von Schlaubaer | #5

"Wenn sich herausstellt, dass jemand eine rechtsextremistische Gesinnung hat, dann fliegt der raus" - so der Wehrbeauftragte. Danke für den Tipp. Normalerweise muss man sich für ein Medizinstudium 18 Jahre bei der Bundeswehr verpflichten und kommt nur schwer und extrem teuer (Rückzahlung) aus der Verpflichtung raus. Werde ab sofort "Mein Kampf" in das Bücherregal im Arztzimmer stellen und meinen Oberstarzt nach Neujahr mit dem deutschen Gruss beglücken. Das sollte reichen und funktionieren!

28.12.2012
10:15
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von TVtotal | #4

Ist nun mal tief in der deutschen Gesellschaft verankert...und wenn ich hier in Duisburg so manche Stadtteile sehe kann ich das sogar verstehen!

28.12.2012
10:11
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von wohlzufrieden | #3

Die Truppe wurde doch noch vor kurzem von unserem Präsidialen Wanderprediger Pater Braun(!) gelobt...

28.12.2012
09:42
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von StylusColor | #2

Gibt es noch einen "triftigen" Grund sich dort(!) freiwillig zu melden?
Schon zu Wehrpflichtzeiten glich dieser Laden einem Hühnerhaufen....u. das ist noch höflich ausgedrückt.

28.12.2012
07:29
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

2 Antworten
Wieder mehr rechtsextremistische Vorfälle bei der Bundeswehr
von ulrics | #1-1

Wohl eher nicht, wenn man sich die Gesamtzahl der Soldaten, im Vergleich zu den Vorfällen anschaut.

Ist gut, dass bei der Bundeswehr besonders intensiv drauf geachtet wird. Frage mich, ob das bei der Polizei und anderen Behörden ähnlich genau gemacht wird.

Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #1-2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

Aus dem Ressort
Rats-Bewerber will von Kandidatur zurücktreten - zu spät!
Kommunalwahl
Aus der Partei ist Ralf Welters, der für Bündnis 90/Grüne bei der Kommunalwahl antritt, schon ausgetreten. Nun will er auch seine Kandidatur für den Rat zurück ziehen - geht aber nicht, sagt die Duisburger Stadtverwaltung.
Hannelore Kraft prophezeit Groko Konflikte mit Bundesrat
Energiewende
NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat ihren Gestaltungsanspruch im Bundesrat bekräftigt. Die Große Koalition habe im Bundesrat keine Mehrheit. Im Interview spricht sie über ihr Bekenntnis zu Bildung und Infrastruktur, das Verhältnis von rot-grün in NRW und das Gelingen der Energiewende.
Amtsinhaber Bouteflika gewinnt Präsidentenwahl in Algerien
Algerien
Abdelaziz Bouteflika bleibt wie erwartet Präsident in Algerien. Die Opposition in dem öl- und gasreichen Land spricht von dreistem Wahlbetrug. Echte Beweise dafür gibt es jedoch bislang nicht.
Rüstungsfirmen wollen schneller über Exporte informieren
Waffenexporte
Die Rüstungs-Unternehmen wollen die Öffentlichkeit schneller über Waffenlieferungen ins Ausland informieren. Damit kommt die Industrie einer Forderung der Bundesregierung nach. Bislang werden Rüstungsgeschäfte manchmal erst nach zwei Jahren gemeldet.
Ukraine sagt "Sonderstatus" für russische Sprache zu
Ukraine
Auch nach der Unterzeichnung des Friedensplans bleibt die Lage in der Ost-Ukraine gespannt. Die pro-russischen Kämpfer weigern sich, die besetzten Gebäude zu freizugeben. Der Friedensplan sieht Gewaltverzicht beider Seiten vor — und die Entwaffnung der Separatisten.
Umfrage
Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?

Vermutlich wegen einer erhaltenen WhatsApp-Nachricht starb am 17. Februar eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf der B54 in Herdecke. Lassen Sie sich beim Autofahren vom Handy ablenken?