Wieder Hunderte Tote im Mittelmeer?

Rom/Düsseldorf..  Bei einer der schlimmsten Flüchtlingskatastrophen der vergangenen Jahre sind möglicherweise erneut Hunderte Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das berichtete die Hilfsorganisation Save the Children unter Berufung auf Überlebende, die von der italienischen Küstenwache nach dem Kentern eines voll besetzten Bootes vor der libyschen Küste in Sicherheit gebracht wurden. Insgesamt retteten die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen fast 10 000 Menschen auf hoher See, wie die Küstenwache gestern mitteilte.

Aufgrund steigender Flüchtlingszahlen hat NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) unterdessen mehr Geld vom Bund verlangt. Auf dem 2. NRW-Flüchtlingsgipfel verwies Kraft auf den deutlichen Anstieg der Zahl der Asylbewerber um 172 Prozent auf 22 000 Flüchtlinge in den ersten drei Monaten 2015. Inzwischen seien die NRW-Kommunen am „Rande der Möglichkeiten“. Nach dem „Gipfel“ mit Vertretern aus Politik, Kirchen, Kommunen und Flüchtlingshilfe zeigte sich der Geschäftsführer des NRW-Städtetages, Stephan Articus, enttäuscht, dass es keine Zusagen des Landes für finanzielle Hilfen „von der Unterbringung über die Sprachförderung bis hin zur gesundheitlichen Versorgung“ gegeben habe.