Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Soziales

Wie sich Schröder die Familienpflegezeit vorstellt

20.05.2010 | 14:57 Uhr
Wie sich Schröder die Familienpflegezeit vorstellt

Berlin. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat ihren Plan zur Familienpflegezeit konkretisiert. Das Gesetz soll 2011 in Kraft treten. Wohlfahrtsverbände sind mit der Ausgestaltung äußerst unzufrieden.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat ihre Pläne zur Familienpflegezeit präzisiert. Demnach sollen Berufstätige ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin. Zum Ausgleich müssten sie später wieder voll arbeiten, bekämen aber in diesem Fall weiter nur 75 Prozent des Gehalts, und zwar so lange bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen sei.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU).

Die Pläne sollen noch in diesen Jahr in einen Gesetzentwurf münden. In Deutschland beziehen den Angaben zufolge derzeit 2,25 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Mehr als 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause durch Angehörige und ambulante Dienste versorgt.

Im Herbst soll ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, der schon im ersten Halbjahr 2011 in Kraft treten soll, kündigte die Ministerin am Donnerstag in Berlin an.

Wohlfahrtsverband fordert Rechtsanspruch

Schröder hob hervor, dass das geplante Gesetz die Haushalte nicht zusätzlich belasten soll. „Wir werden uns von der Illusion verabschieden müssen, jedes Problem mit mehr Geld lösen zu müssen“, sagte die Ministerin.

Als enttäuschend bezeichnete der Paritätische Wohlfahrtsverband das Modell für eine Familienpflegezeit. Der vorliegende Vorschlag gehe vollständig zu Lasten der pflegenden Angehörigen und werde den Herausforderungen an die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf nicht gerecht. „Es ist nicht einsehbar, wieso pflegende Angehörige deutlich schlechter gestellt werden als Erziehende in der Elternzeit“, kritisiert Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes. Was pflegende Angehörige brauchen ist dreierlei: einen klaren einklagbaren Rechtsanspruch, Zeit und materielle Absicherung“, erklärte er. Der Verband forderte die Einrichtung einer Expertenkommission. (apn/ddp)

DerWesten

Kommentare
20.05.2010
16:20
Wie sich Schröder die Familienpflegezeit vorstellt
von strubbel | #2

bei einem solchen vorschlag werden die altenheime noch voller.man sollte die angehörigen unterstützen,aber nicht noch bestrafen.auch wenn dieser tage...
Weiterlesen

Funktionen
Aus dem Ressort
Griechisches Gericht macht Weg für Volksabstimmung frei
Griechenland
Die Griechen sind vor dem Referendum über die Sparpläne hin- und hergerissen. Es naht der Tag der Abstimmung - aber nicht der Entscheidung.
Landesbetrieb BLB verbrannte Millionen - Anklage erhoben
Korruption
In der Korruptionsaffäre um den NRW-eigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Beschuldigte erhoben.
Lucke und Petry streiten in Essen um die Macht bei der AfD
AfD-Parteitag
Beim Sonderparteitag der AfD stimmen die Mitglieder darüber ab, ob Parteigründer Lucke oder die rechtslastige Frauke Petry den Vorsitz übernimmt.
Magazin
US-Geheimdienste
Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" geht davon aus, von US-Geheimdiensten abgehört worden zu sein und hat Anzeige in Karlsruhe erstattet.
Bundestag beschließt erstmals Regeln für V-Leute
Verfassungsschutz
Der Bundestag hat am Freitag die lange diskutierte Reform des Verfassungsschutzes beschlossen. Für den Einsatz von V-Leuten gelten erstmals Regeln.
Fotos und Videos
article
3522126
Wie sich Schröder die Familienpflegezeit vorstellt
Wie sich Schröder die Familienpflegezeit vorstellt
$description$
http://www.derwesten.de/politik/wie-sich-schroeder-die-familienpflegezeit-vorstellt-id3522126.html
2010-05-20 14:57
Politik