Wie sich Politiker in Sozialen Netzen verheddern
06.02.2012 | 17:14 Uhr 2012-02-06T17:14:00+0100
Essen. Soziale Netzwerke liegen im Trend - auch bei Politikern. Immer mehr Mandatsträger nutzen die neuen Medien, um die Welt an ihren Gedanken teilhaben zu lassen. Aber viele von ihnen unterschätzen die Dynamik von Twitter, Facebook und Co. Jüngstes Beispiel: CDU-Abgeordnete Erika Steinbach mit ihrem Nazi-Vergleich.
„Die Nazis waren eine linke Partei.“ Das zwitscherte Erika Steinbach jüngst via Kurznachrichtendienst „Twitter“ in die Welt hinaus. Laut und empört schallte es zurück – auch außerhalb der sozialen Netzwerke. Wie die CDU-Abgeordnete und Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen wagen sich immer mehr Politiker ins Netz – und verheddern sich darin mitunter gehörig.
„Man merkt sehr deutlich, ob sich ein Politiker vorher schon mit dem Thema Web 2.0 auseinander gesetzt hat, oder nicht“, sagt Valentin Tomaschek, Geschäftsführer des überparteilichen Vereins „PolitCamp“ mit Sitz in Hamburg. Auch wenn immer mehr Volksvertreter die neuen Medien für sich entdecken – Netzkompetenz sei längst nicht bei allen vorhanden. „Viele unterschätzen, welch hohe Welle Äußerungen in den neuen Medien schlagen können“, meint Tomaschek.
Altmaier übte Kritik am Bundespräsidenten
So auch Peter Altmaier, Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag. Seit einigen Monaten ist der 53-Jährige begeisterter Twitter-Nutzer, hat bislang mehr als 2400 Nachrichten verfasst, die knapp 7500 „Follower“ abonniert haben. Auch er bekam die Tücken des Twitterns zu spüren: Als Altmaier in einem nächtlichen Tweet Bundespräsident Christian Wulff mit den Worten „Wünsche mir, dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt“ kritisierte, schlug das Wellen bis ins Kanzleramt. Denn viele Parteifreunde glaubten, Altmaier spreche im Namen der Kanzlerin.
„Meine Bemerkung zum Bundespräsidenten ist etwas salopp ausgefallen“, sagte der Unionspolitiker später in einem Spiegel-Interview. Er sei überrascht gewesen, „welche Dynamik die öffentliche Kommentierung dieses Tweets bekommen hat“.
Eine Dynamik die, ist sie einmal im Gange, kaum zu stoppen ist. Und die von vielen unterschätzt wird: „Es ist als Mandatsträger töricht zu glauben, dass man unbedachte Äußerungen oder Pöbeleien wieder zurücknehmen kann“, nennt Tomaschek den größten Fallstrick in den neuen Medien. „Das Internet vergisst nichts.“ Was auf der anderen Seite auch zu begrüßen sei: „Das schafft Transparenz.“
Heveling ist ein großer Internet-Skeptiker
Eine Transparenz, die viele Politiker weiterhin scheuen: „Die Mehrheit der Bundestags-Mitglieder twittert nicht“, so Tomaschek. Ansgar Heveling zum Beispiel. Und trotzdem machte der CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Krefeld in der Internetwelt von sich reden. In einem Gastbeitrag des Handelsblattes übte er barsche Kritik am Internet und unterstellte den Twitter-Nutzern, sie würden ihre zweite Pubertät durchleben. Die Netzgemeinde reagierte umgehend, neben „guttenbergen“ und „wulffen“ kursierte schnell die Bezeichnung „hevelingen“ – was so viel bedeuten soll wie „wild über etwas schwadronieren, wovon man keine Ahnung hat“.
Kritik hat auch Erika Steinbach einstecken müssen: Führende Linken-Politiker reagierten umgehend in den sozialen Netzwerken. Parteichef Klaus Ernst etwa urteilte auf Facebook, Steinbach sei „in Sachen Geschichtsrevisionismus eine Wiederholungstäterin“. Es dürfe bezweifelt werden, ob sie „in die Riege der Demokraten gehört“. Steinbach reagierte darauf gelassen: „Interessant, alle Linken sind aus ihren Löchern gekommen“, schrieb sie via Twitter. „Provokation hat sich gelohnt !!!!! Danke es war spannend.“

17:32
Man kann ja von Glück sprechen das Frau Steinbach ihre Berufung bei den Vertriebenen-
Verbände gefunden hat.Noch so eine schlaue Frau im Kabinett von Mutti Merkel , aua.
16:14
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11:34
wenn sie selber ganz, ganz rechts steht. Was ja immer der Standpunkt der c-Parteien war. O-Ton Strauß: "Rechts von uns darf es keine anderen Parteien geben!"
21:11
wie billig ist das denn???
"da hat sich die Provokation gelohnt?"
Das erinnert mich an meine Kindergartenzeit, da gibt es solche Spiele.
Aber Frau Steinbach beweist damit nur mal wieder, warum es eine bestimmte Art von Politikern gibt, denen jeglicher Respekt versagt bleiben sollte.
Frau Steinbach mit ihrer einfach gestrickten Art gehört definitiv dazu.
Sie hätte besser den Spruch "Schuster bleib bei deinen Leisten" beherzigt und weniger getwittert sondern mehr nachgedacht.
Wobei es einer christlichen Politikerin eigentlich der Begriff rechts oder links schwer fallen sollte....die sollten mal besser in Kategorien wie Moral und Ethik denken.
Welche bekanntlich in allen Lagern mit den Füßen getreten werden..
Naja,Dummheit kommt vor dem Fall
18:36
frau steinbach auch nur zu unterstellen, sie habe provozieren/polarisieren wollen, ist abwegig. mit verlaub, so viel intellekt ist für mich bei ihr nicht auszumachen. übrigens - danke, komiker67, für den guten tip. wenn ich die FR nicht schon vor ein paar jahren wegen eines gleichgearteten rechts-links-"vermengens" gekündigt hätte, müsste ich es heute tun. auf welchen hund ist dieses blatt nur gekommen?
16:03
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14:07
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11:43
Tja, ich bin ja eh der Meinung das je weiter sich linke und rechte ins Extreme flüchten, um so ähnlicher sind sie sich wieder, nicht zuletzt liest man dies auch gerne hier aus dem Jargon der strammen LINKEN Kader heraus. Nun aber zur Frage: Wer hat die LINKEN Errungenschaften: Miet- und Kündigungsschutz, Kindergeld, Krankenversicherung für Rentner, Steuerfreiheit der Sonntagsarbeit eingeführt? Ich empfehle den LINKEN einfach mal nicht zu antworten und auf Telefonjoker und Publikumsbefragung zu verzichten.
11:06
Die Oberrevisionistin und -revanchistin des Rechtsaussenflügels der Union sollte lieber schweigen......
08:51
Sehr treffender Artikel in der Frankfurter Rundschau.
http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-zur-steinbach-debatte-wie-links-war-die-nsdap-,1472602,11584232.html