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Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste

21.01.2013 | 22:04 Uhr

Berlin.   Mit einem Coup hat sich Philipp Rösler nach der Niedersachsen-Wahl seinen Posten als FDP-Chef gesichert. Trotz des Erfolgs hatten Kritiker einen Sturz Röslers erwartet – doch er bot seinem potenziellen Rivalen Rainer Brüderle seinen Job an und setzte ihn so unter Druck. Jetzt wollen beide gemeinsam die FDP in den Wahlkampf führen.

Es ist der zweite Triumph von Philipp Rösler: Nach dem Wahlerfolg in Niedersachsen sichert sich der 39-Jährige mit einem Coup gestern den Rückhalt der FDP-Spitze für ihn als Parteichef. Rösler bleibt – und zwingt den potenziellen Rivalen, Fraktionschef Rainer Brüderle, als „Spitzenmann“ für den Bundestagswahlkampf an seine Seite.

„Ich bin froh und dankbar, dass wir gemeinsam als Team die FDP in den Wahlkampf führen wollen“, sagt Rösler nach fünfstündigen Beratungen der Parteiführung. Doch von „wollen“ kann bei seinem Teampartner lange nicht die Rede sein. Der Entscheidung ist ein harter Machtpoker vorausgegangen: Führende Liberale hatten bereits am Wahlabend erkennen lassen, dass sie auch nach dem Erfolg Rösler aus dem Führungsamt drängen wollen.

Niedersachsen-Wahl
McAllister will nicht CDU-Oppositionsführer werden

Der bisherige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) will nach der Niederlage bei der Landtagswahl nicht Oppositionsführer werden. Er gehe davon aus, dass der amtierende Fraktionsvorsitzende Björn Thümler am Dienstag wiedergewählt werde, sagte McAllister am Montag.

„Bizarre Szenen“ in der Parteizentrale

Teilnehmer berichten von „bizarren Szenen“ in der Parteizentrale, in denen Führungsleute – voran Entwicklungsminister Dirk Niebel – die Hochrechnungen im Fernsehen mit offenem Entsetzen verfolgt hätten, weil damit ein Sturz Röslers schwieriger geworden war. Rösler selbst sucht noch in der Wahlnacht das Gespräch mit Brüderle. Der Fraktionschef hatte erst am Freitag für das Vorziehen des für den Mai geplanten Parteitags geworben, was als Kampfansage an Rösler verstanden wurde.

Doch Brüderle äußert sich Rösler gegenüber nicht klar zu seinen Absichten. In Parteikreisen heißt es, Brüderle habe noch gehofft, dass NRW-Parteichef Christian Lindner für den Vorsitz kandidiert. In der Präsidiumssitzung gestern Morgen sucht Rösler dann die Entscheidung: Er bietet Brüderle überraschend an, nicht nur die Spitzenkandidatur zu übernehmen, sondern auch den Parteivorsitz: „Ich bin bereit, zur Seite zu treten.“ Führende Liberale sprechen von einem „Showdown“: Brüderle müsse springen oder er verliere seine Autorität. Doch Brüderle springt nicht: In einem Vier-Augen-Gespräch schlägt er den Vorsitz aus, akzeptiert aber die Spitzenkandidatur an Röslers Seite.

Aus mehreren Landesverbänden der FDP habe Brüderle Signale empfangen, dass auch er als Vorsitzender auf Widerstände stoßen würde, berichten Insider. Nach den Sitzungen sagt Brüderle: „Es war nicht meine Absicht, Parteivorsitzender zu werden.“ Stattdessen hilft er, Rösler die Macht zu sichern und ihm die Bürde des Wahlkampfs abzunehmen.

Meldung vom 21.01.2013
"Kapitän" Rösler und "Torjäger" Brüderle sollen FDP führen

Während Philipp Rösler als FDP-Chef weiterhin "Kapitän" der Partei bleibt, wird Fraktionschef Rainer Brüderle als Spitzenmann der FDP "das Gesicht für die Bundestagswahl 2013" sein. "Das ist eine richtige Aufstellung", sagte Rösler. Ziel sei es, die Stimmen der FDP zu mehren.

„Brüderle hat gekniffen“

Brüderle werde als Spitzenmann „das Gesicht und der Kopf der Partei im Wahlkampf“ sein, er selbst werde als Parteichef das gesamte Team führen, so Rösler. Brüderle sagt, wie im Fußball gelte in der Politik: „Der Kapitän ist der Parteivorsitzende. Die Sturmspitze ist der Spitzenmann, der vorne die Tore schießen soll, das bin ich.“ Ein vorgezogener Parteitag Anfang März soll die Rochade bestätigen. Christian Lindner ist als Parteivize im Gespräch.

Offiziell loben Liberale die „kluge Lösung“, hinter vorgehaltener Hand heißt es: „Brüderle hat gekniffen.“

Christian Kerl



Kommentare
23.01.2013
09:45
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von hey52 | #9

Der ist echt gut-der Pflipsi trickst den Brüderle aus....und noch ein Brüller hinterher: Merkel kann Kanzlerin.Aber den Deutschen ist ja eine bekannte Pest lieber,als eine unbekannte Cholera.Glück auf!!

23.01.2013
09:18
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von Faltengesicht | #8

Ich glaube der kleine Philipp hat sich selber ausgetrickst.
Nach seinem Mist,den er permanent verzapft ,will sich doch vor BW keiner in die Schußlinie stellen. Da kann jeder nur verlieren. Dafür haben sie dann nach der BW , die Möglichkeit den kleinen Philipp mit Schimpf und Schande davon zu jagen.
Dann kann er ja in die USA gehen und V.Guttenberg gesellschaft leisten.

22.01.2013
17:49
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von marwang | #7

das wird schon ein sieg für rot-grün da die cdu wähler ihre leihstimme der fdp geben werdn sie nach NRW und niedersachen auch aus berlin fliegen besser gehts nicht

22.01.2013
15:42
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von dooplex | #6

Man kann nur mit dem Kopf schütteln, wie blind die Niedersachsen sind.
Bei uns in NRW gibts so was nicht, 2% und Basta.

22.01.2013
14:56
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von michalek | #5

Rösler tut zum Glück alles damit die FDP im Bund auf 3% bleibt und der CDU nichts mehr nutzt.
Obwohl er nicht mehr weiter weiß will er sich jetzt auf dem Rücken der CDU profilieren. Das er dabei seine eigenen Aussagen und seine bisher mitgetragenen Entscheidungen wieder sprich scheint ihn wenig zu kümmern. Bei genügender Selbstkritik muss sich die FDP Fraktion eingestehen das Rösler als Vorsitzender, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister wirkungslos und somit ein Fehlgriff ist, der die Partei gefährdet.
Auch Brüderle hatte, trotz anderer Aussagen von ihm, erkannt das Rösler und Döring nicht mehr weiter wissen und sich auf Kosten der CDU profilieren wollen. Bei genügender Selbstkritik muss sich die FDP Fraktion eingestehen das Rösler als Vorsitzender, Gesundheitsminister und Wirtschaftsminister wirkungslos und somit ein Fehlgriff ist,der die Partei gefährdet. Man kann für die FDP nur hoffen, dass die Mitglieder auf dem anstehenden Parteitag das berücksichtigen.

22.01.2013
10:39
Henkersmahlzeit
von wohlzufrieden | #4

Rösler sollte sich davor hüten, zu nicken. Dann fällt sein Kopf ab...

22.01.2013
08:18
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von neindankeichsehmichnurum | #3

Ich glaube eher, dass Brüderle Rösler ausgetrickst hat. Brüderle geht nun als Spitzenkandidat in den Wahlkampf und fährt dann natürlich auch die Ernte ein, falls sie FDP es wieder schaffen sollte. Wenn nicht, dann muss nicht Brüderle gehen, sondern Rösler als Vorsitzender. Der Erfolg kommt dann für Brüderle eben ein bisschen später. In jedem Fall hat Brüderle es geschafft, dass Rösler den Kopf hin halten muss, während er nur gewinnen kann.



22.01.2013
00:03
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von Zsolt | #2

Vielleicht hat Herr Rösler auch seinen Kampfstil aus seiner biologischen Heimat Vietnam mitgebracht: Ich sehe schon die Niebels und Brüderles mit Hubschraubern vom Dach der FDP Zentrale auf einen amerikanischen Flugzeugträger fliegen, während Rösler die Tür aufstößt. (für jüngere: Siehe das Ende des Vietnamkrieges). Guttenberg hätte endlich seine Skatrunde komplett.

Es würde den Deutschen innerhalb und außerhalb der FDP und Deutschland gut tun, zu erkennen, dass langfristig großkotzige Aggressivität nicht immer die beste Gewinnstrategie ist. Ein Kanzler Steinbrück, der hier wegen seiner "kantigen" Art von Vielen gelobt wird, bedient außenpolitisch so ziemlich alle antideutschen Ressentiments. Er wäre außenpolitisch ein Katastrophe. Deutschland hat besseres verdient.

21.01.2013
23:00
Wie Philipp Rösler seinen Rivalen Brüderle austrickste
von donfernando | #1

Wen wunderts? Nach der Wahl setzen sie sich immer zusammen, um den Wählerwillen zu interpretieren....

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