Wie die Zeiten sich ändern

Früher kam der Eiswagen sommers um 16.40 Uhr um die Ecke gebogen. Ein alter VW Bus war das. Der Wagen hatte einen knatternden Auspuff und verbeulte Stoßstangen, trug den Schriftzug „Italienisches Eis“ und hatte eine Schiebescheibe an der rechten Seite. War der Bus geparkt, öffnete sie ein Mann, der stets in einem weißen Kittel steckte und schlechte Laune hatte. Aber was sollte es, Hauptsache war doch, dass er ordentliches Eis hatte, und das hatte er, fürwahr. Man stand mit den Groschen in der Hand in der Schlange und überlegte, was von den sechs oder sieben Sorten es diesmal sein sollte. Sieben Sorten, wie gesagt. Heutzutage bordet selbst eine mittelprächtige Eisdielenkühltheke über. Schoko, Vanille, Erdbeer, Zitrone gibt’s noch immer und andere Klassiker mehr, sicher, aber auch Dinge, die man in einem Eishörnchen nicht vermutet. Balsamico sah ich neulich, Chili und Spinat. Das Kind vor mir orderte Schlumpf und Lilifee, aber Lilifee war aus. „Dann bitte Kaugummi“, sagte es, und der Verkäufer zuckte nicht einmal mit der Wimper...