Wie die NPD in Sachsen versehentlich Flüchtlinge unterstützt

Die Albrechtsburg im sächsischen Meißen: Dieses Bild hatte die NPD ohne Quellenverweis verwendet – und wurde abgemahnt.
Die Albrechtsburg im sächsischen Meißen: Dieses Bild hatte die NPD ohne Quellenverweis verwendet – und wurde abgemahnt.
Was wir bereits wissen
Unfreiwillige Hilfe: Die NPD trommelte im Netz gegen Flüchtlinge. Wegen einer falschen Bildnutzung erreicht sie aber das Gegenteil.

Berlin.. Mit der Verbreitung eines Fotos schnitt sich die NPD ins eigene Fleisch. Inzwischen ist das Bild aus dem Post der Facebook-Seite der NPD Sachsen verschwunden. Dort steht nun nur noch: „Bürger sagen Nein! Keine weiteren Asylanten-Heime im Landkreis Meißen!“ Daneben: eine weiße Freifläche.

Zuvor zeigte der Eintrag den Meißner Burgberg mit der Albrechtsburg. Fotografiert hatte ihn der Berliner Blogger Leander Wattig. Er hatte das Foto schon vor einigen Jahren als frei verwendbares Bild ins Netz gestellt. So landete die Aufnahme der Burg auf Wikipedia.

Die einzigen Einschränkungen dieser sogenannten Creative Commons: Wer das Bild weiternutzt, muss den Namen des Urhebers nennen sowie auf die Lizenz verweisen. Das Foto verbreitete sich in den sozialen Netzwerken, mehrere fremdsprachige Wikipedia-Artikel bebilderten ihre Einträge zur Stadt Meißen damit. Überall wurden Urheber und Lizenz korrekt genannt. Nur die NPD Sachsen sah es mit dem Bildrecht offenbar nicht so eng – und verzichtete auf einen Quellenhinweis.

Als der Urheber den unerlaubten Gebrauch seines Fotos bemerkte, schaltete er eine Hamburger Medienkanzlei ein. Diese schickte der NPD Sachsen eine Abmahnung. Der Blogger Wattig drehte so die Intention der NPD ins Gegenteil: „Die NPD Sachsen fördert die Integration von Flüchtlinge vor Ort in Meißen“, schreibt er auf Facebook. Er spendete die Strafe von 1000 Euro an den Verein Buntes Meißen, der sich für Flüchtlinge einsetzt. (les)

Foto-Credit: Leander Wattig / CC-BY-SA 2.0 de