Wie die Bundeswehr Anschluss an die Gesellschaft sucht
05.09.2012 | 17:57 Uhr 2012-09-05T17:57:00+0200
Berlin. Seit Abschaffung der Wehrpflicht und des Leitbildes vom Bürger in Uniform nehmen die Bürger die Truppe nur noch mit „freundlichem Desinteresse“ wahr - die Soldaten drohen an den Rand der Gesellschaft zu rutscvhen. Das soll nicht sein, deshalb fordert Verteidigungsminister de Maizière mehr Einmischung in die Belange der Bundeswehr.
Zwei, drei Reden hat Thomas de Maizière vor Universitäten gehalten. Der Verteidigungsminister lud sich meist dazu selbst ein. Er spricht an diesem Tag vor der Bundesakademie in Berlin offen darüber, weil es das Problem auf den Punkt bringt. Die Bundeswehr stößt oft auf das „freundliche Desinteresse“ der Gesellschaft, und damit will sich der Minister nicht abfinden.
Diese Formel des früheren Bundespräsidenten Horst Köhler hat bis heute Gültigkeit. De Maizière hat es im Frühjahr erneut erfahren, als er eine Debatte über Veteranen anstoßen wollte. Von den „üblichen Beteiligten“ abgesehen, meldeten sich nur wenige Akteure zu Wort. „Sollen wir uns nun etwa selber wertschätzen?“, fragt de Maizière pikiert.
Sorge vor einem Eigenleben der Armee
Ihm reicht es nicht mehr, dass oft von der „Parlamentsarmee“ die Rede ist. „Das ist gut und schön“, aber die Bundeswehr wolle vom ganzen Land, von der Gesellschaft geschätzt werden. Einmischung ist erwünscht, von den Gewerkschaften, von den Kirchen, von der Wissenschaft, die sich zu anderen Fragen doch auch regelmäßig äußern.
Seit die Wehrpflicht abgeschafft ist, seit man die Sicherheit Berufssoldaten und Freiwilligen anvertraut, seit der Bürger in Uniform nicht länger das Leitbild sein kann, sucht die Bundeswehr quasi den Anschluss an die Gesellschaft. Wenn das nicht gelingt, droht ihr eine „randständige Rolle“ – oder die Armee entwickle ein „Eigenleben“, meint Michael Sommer. Der DGB-Chef war zur Tagung der Sicherheitsakademie genauso eingeladen wie der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, Professor Horst Hippler von der Hochschulrektorenkonferenz oder der Präsident des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Alois Glück. Glück mahnte ein Verständnis für andere Kulturen und Religionen an, Keitel sprach über Ausrüstungsfragen und Hippler über Studienangebote der Unis. DGB-Chef Sommer kritisierte das Urteil zum Einsatz der Bundeswehr im Inland, das Trennlinien aufweiche. Sommer: „Aus gewerkschaftlicher Sicht ein falscher Weg.“
Widerspruch ist erwünscht
Mehr Diskussion, Kritik, Widerspruch wünscht sich de Maizière nicht nur wegen der Aufmerksamkeit. Dafür sprechen auch operative Gründe. Das Militär kann nicht allein für Sicherheit sorgen. Wirtschaftsinitiativen und die Kooperation mit zivilen Organisationen gewännen mehr an Bedeutung. De Maizière will aus der Gesellschaft Antworten auf folgende Fragen: Was geht im Einsatz vor: der Schutz der eigenen Soldaten oder die Vermeidung ziviler Opfer? Nach welchen Kriterien soll eine Armee im Ausland eingesetzt werden? Und wie passen Friedensethik und internationale Verantwortung zusammen?

16:37
üben grundsätzlich das Kriegshandwerk aus.
Das bedeutet das Töten von anderen Menschen. Das haben sie gelernt und dafür haben sie das entsprechende Werkzeug.
Alles andere sind naive Träumereien!
Übrigens, Militär wurde schon immer auch gegen Aufstandsbekämpfung im Innern eingesetzt1
nüchtern auf den Punkt gebracht
15:42
#11-1:
Sie ignorieren unser Grundgesetz, genauso wie die Politik.
11:48
Wen interessiert schon die Bundeswehr? Vor allem, wenn sie unrechtmäßig im Ausland eingesetzt wird und Milliarden unnütz verschlingt?
brilliant.Wie kommen Sie zu der Erkenntnis, dass die Einsätze unrechtmäßig sind?
Ihr Jurastudium, die Bild, Ihr Stammtisch oder ähnliche fundierte Quellen?
Bundesverfassungsgericht sagt was anderes
die Frage kann man auch andersrum stellen - wie kommen sie zu der Auffassung, daß die Einsätze rechtmäßig sind?
11:23
Also ich bin jetzt auch kein großer Freund der Bundeswehr, aber was hier wieder an Kommentaren niedergeschrieben wird, ist unfassbar.
"Mörder in Uniform" und die Unterstellung, dass Soldaten demnächst gegen das eigene Volk kämpfen werden sind dermaßen ab der Realität, dass man sich fragen muss wie die Leute zu solchen Auffassungen kommen können.
Soweit ich mich erinnere, leisten die Bundeswehrsoldaten hoch geschätzte humanitäre Hilfe auch im eigenen Land - Stichwort: Oderflut. Die Tornados der Luftwaffe helfen mit Infrarotkameras bei der Suche nach vermissten Kindern. Sich jetzt hier hinstellen und diese Leute pauschal als Mörder hinzustellen ist eine Unverschämtheit.
Davon abgesehen, möchte ich alle diejenigen gerne sehen, wenn Sie im Ausland bei ihrer Abenteuerreise verschleppt wurden und nach Befreiung schreien und dann anstelle von Soldaten ein Haufen Sozialpädagogen zum Gespräch mit den Entführern geschickt werden. Typisch Deutsches alt 68er Gelaber hier: Fern der Realität
Dann spinn ich mal was im Kopf durch - was passiert wenn hier mal einiges zusammenbricht (Schuldenkrise) und es vermehrt zu hitzigen Aufständen kommt, mit denen die Polizei nicht mehr klarkommt? Wie wird dann weiterverfahren? Wie in den USA fängt man jetzt auch hier an, sowas immer mehr ins Gespräch zu rücken. Auf Grundlage von...? Richtig . TERRORBEDROHUNG. Wo bitte ist denn die? Das ganze Terrorgeschwafel hat man eingebracht und hochgehalten um darauf bauend Änderungen einzuführen, die der nromale Bürger als bedenklich empfinden muss. Und auch wenn da enge Gesetze bestehen sollten, die kann man ändern. Und zwar so, daß sie mal wieder hart an die Grenze der Verfassung gehen. Wäre ja nicht das erste mal hier.
11:16
@#7: Soldaten als Mörder zu bezeichnen ist ein Straftatbestand; besser erst denken, dann schreiben
wenn man das gesamtheitliche System und Ziel von Sicherheitsbehörden nicht verstanden hat, sollte man nicht zum zur Tastatur greifen. Das die Bw gegen das eigene Volk vorgeht ist auch nach dem Urteil des BVfG nicht möglich. Es unterstützt Polizeikräfte nur dort, wo diese aufgrund ihrer Ausstattung und / oder Ausbildung nicht handeln können. Für diese Extremfälle sind die Grenzen des Machbaren eng.
Das Bw-Einsätze nicht nur mit Freude verbunden ist sollte jedem klar sein. Allerdings wer Sicherheit haben will, muss auch andere unliebsame Sachen in Kauf nehmen.
Die Art und Weise, wie die Deutschen mit ihren Soldaten umgehen, ist international eine Schade und ein Sinnbild der Lächerlichkeit. Deutsche Tugendenhaben auch was mit Stolz zu tun. Auf alles und nicht nur die Rosinen.
11:06
Anschluss bei der Gesellschaft, unter Ausschluss der Öffentlichkeit bei Einsätzen, die nicht vom Gesetz gedeckt sind, bzw. gegen geltendes Völkerrecht verstoßen?
10:00
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08:54
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08:22
Spätestens mit der Abschottung durch die Abschaffung der Wehrpflicht und Abkehr von einer reinen Verteidigung des Landes hin zu einer weltweit operierenden Angriffstruppe, nun auch untermauert durch die Möglichkeit, im Inland gegen die eigenen Bürger eingesetzt zu werden, ist die Akzeptanz und somit die gesellschaftliche Anerkennung verloren gegangen. Der Weg ist klar, Vergleiche mit Amerika drängen sich da auf.
07:11
Soldaten gegen das eigene Volk. Schön dass es doch noch tiefgründig informierte gibt. In den USA gab es ja schon merkwürdige Aktionen (Personenkontrollen durch Soldaten anstatt Polizei, und das ohne jeglichen Grund), hier übt man neuerdings Szenarien gegen aufständische Menschen im Inland. Ein Schelm wer böses denkt, wenn er die Ideen kennt und weit nach vorn schaut in die Zukunft....