Widerstand
12.02.2010 | 19:46 Uhr 2010-02-12T19:46:00+0100Berlin.Noch am Dienstag hieß es aus der Umgebung von Norbert Röttgen (CDU), der Minister empfinde die Gemengelage der Kritik nach seinem Vorstoß für erneuerbare Energien und gegen die Atomkraft „geradezu als Idealfall“. .
Seit gestern sieht die Sache etwas anders aus. Da haben die Umweltminister aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen Röttgen Unglaubwürdigkeit und fehlende Treue zum Koalitionsvertrag vorgeworfen. „Wir sind sehr enttäuscht vom Bundesumweltministerium“, sagte Bayerns Ressortchef Markus Söder (CSU). Er forderte einen Energiegipfel, bei dem auch die Frage der Laufzeitverlängerung geklärt wird. Söder kritisierte, dass Röttgen die „glasklare“ Linie des Koalitionsvertrages verlassen habe und in der Energiefrage „bruchstückhaft“ agiere. „Es ist wenig glaubwürdig, wenn man jetzt die Solarförderung überstürzt und hektisch kürzt und zugleich aus der Kernenergie schneller raus will.“ Auch sei es nicht hilfreich, wenn bereits vor dem Energiekonzept Vorfestlegungen stattfänden, warnten seine Ressortkolleginnen aus Baden-Württemberg und Hessen, Tanja Gönner und Silke Lautenschläger (beide CDU).
„Peinlicher Auftritt“
Dass die Attacken gerade aus den drei südlichen Bundesländern kommen, ist nicht verwunderlich. Elf von insgesamt 17 Atommeilern, die noch Strom produzieren, stehen dort.
„Mit der Pressekonferenz der drei Atomlobbyisten haben wir heute die kleinste Pro-Atom-Demo aller Zeiten erlebt“, spottete Grünen-Fraktionschefin Renate Künast und sprach zudem von einem „peinlichen Auftritt für die Kanzlerin der Entschlusslosigkeit“.

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