Widerstand gegen Linke-Spitzenduo Wagenknecht und Bartsch

Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht reklamieren nach Medienberichten die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 für sich.
Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht reklamieren nach Medienberichten die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 für sich.
Foto: REUTERS
Die Vorsitzenden der Linke-Fraktion Bartsch und Wagenknecht wollen Spitzenkandidaten für die Wahl 2017 werden. Doch es gibt Gegenwind.

Berlin..  Ärger bei der Linken: In den Ländern formiert sich Widerstand gegen eine mögliche Spitzenkandidatur der Fraktionschefs Dietmar Bartsch und Sahra Wagenknecht bei der Bundestagswahl 2017. „Selbstkrönungen von Spitzenkandidaten sind weder gefragt noch zu diesem frühen Zeitpunkt hilfreich“, sagte Brandenburgs Linke-Chef Christian Görke dieser Redaktion. „Wir gehen davon aus, dass die Vorsitzenden der Partei in Abstimmung mit dem Parteivorstand und den Landesvorsitzenden einen Vorschlag unterbreiten, der alle potenziellen Wählerinnen und Wähler der Linken anspricht.“

Bartsch und Wagenknecht reklamieren nach Medienberichten die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl 2017 für sich. Die beiden Fraktionschefs haben am Montag bei einem Treffen des geschäftsführenden Bundesvorstands und der Landeschefs nach Angaben von Teilnehmern gesagt, dass sie für ein Viererteam nicht zur Verfügung stehen. Auch den Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger wird ein Interesse an der Spitzenkandidatur nachgesagt. Ursprünglich wollte die Linke erst im Januar entscheiden, wer bei der Bundestagswahl in der ersten Reihe antritt.

Auch im Westen gibt es Widerstand

Die Thüringer Linke-Vorsitzende Susanne Hennig-Wellsow spricht sich ebenfalls gegen das Duo Wagenknecht/Bartsch aus. „Der Parteivorstand hat das Vorschlagsrecht bei der Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl“, sagte Henning-Wellsow. Am Ende entscheide die Partei – und nicht Einzelpersonen. „Mein Vorschlag: Wir schicken das Duo Wagenknecht-Kipping ins Rennen“, sagte Hennig-Wellsow. „Oder wir einigen uns auf das Viererteam aus Wagenknecht, Bartsch, Kipping und Riexinger.“

Auch im Westen gibt es Widerstand gegen den Vorstoß von Wagenknecht und Bartsch. „Die Parteivorsitzenden haben das Vorschlagsrecht für die Spitzenkandidatur – und das ist gut so“, sagte Janine Wissler, Linke-Fraktionschefin im hessischen Landtag, dieser Redaktion. Der bayerische Linke-Chef Ates Gürpinar betont, dass Inhalt Vorrang haben solle. „Wir sollten erst über Themen reden – und dann die Personalentscheidungen fällen“, sagte Gürpinar. Die Linke habe viele gute Leute. „Bartsch steht für den vernachlässigten Osten, Wagenknecht überzeugt in ihren Auftritten auch die Ausgegrenzten. Riexinger kann Gewerkschafter erreichen, Kipping das intellektuelle Milieu der Großstädte“, sagte Gürpinar.