Widerstand gegen Abschaffung von Glühbirnen
11.02.2009 | 21:24 Uhr 2009-02-11T21:24:00+0100
Brüssel. Im Streit um das geplante Aus herkömmlicher Glühlampen hat es am Mittwoch eine hitzige Debatte im Umweltausschuss des EU-Parlaments gegeben. Abgeordnete forderten die Kommission auf, ihren Beschluss rückgängig zu machen.
Im EU-Parlament wächst der Widerstand gegen die Abschaffung herkömmlicher Glühbirnen. Vor allem deutsche Abgeordnete forderten am Mittwoch in einer Debatte des Umweltausschusses, die EU-Kommission müsse ihren am 8. Dezember zusammen mit Vertretern der Mitgliedstaaten gefassten Beschluss zurücknehmen. Danach soll schon in diesem September die 100-Watt-Birne vom Markt genommen werden, im September 2012 würden herkömmliche Glühbirnen dann ganz aus den Geschäften verschwinden.
"Bürger fühlen sich bevormundet"
Die Kritik bezieht sich allerdings weniger auf das Glühbirnen-Verbot als solches als auf das Verfahren. Mehrere Abgeordnete von CDU, CSU und FDP forderten, es müsse neu aufgerollt werden, damit das EU-Parlament mitentscheiden könne. «Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich von uns bevormundet, wenn wir ihnen vorschreiben, welche Lampen sie benutzen sollen», kritisierte der CSU-Europaabgeordnete Albert Deß. «Solche weitreichende Entscheidungen sollten nicht hinter verschlossenen Türen getroffen werden.»
Dagegen warnte der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese ähnlich wie Sozialdemokraten und Grüne, ein neues Verfahren würde die Abschaffung der klimaschädlichen Glühlampen verzögern. Die ersten Birnen würden dann frühestens 2011 vom Markt verschwinden, sagte Liese. Dabei könnten durch ihre Abschaffung jährlich rund 15 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
Grüner wirft Kritikern Populismus vor
Liese wies außerdem darauf hin, dass das Parlament im vergangenen Jahr selbst die Kommission mit der Entwicklung neuer Energieeffizienz-Standards für Lampen wie auch für zahlreiche Haushaltsgeräte beauftragt hatte. Der luxemburgische Grünen-Abgeordnete Claude Turmes fragte die Kritiker: «Wollt Ihr dann im Parlament auch über die technischen Standards für Kühlschränke oder Tiefkühltruhen entscheiden?» Mit Blick auf die bevorstehende Europawahl halte er die Kampagne gegen die Abschaffung von Glühbirnen für «reinen Populismus», sagte Turmes.
Der Umweltausschuss beschloss, einen Brief mit Bitte um weitere Informationen zu den Folgen des Glühbirnen-Verbots an die Kommission zu richten. Über einen formellen Einspruch soll in der kommenden Woche abgestimmt werden. (ap)

13:56
Nun, die Lizenzinhaber (Pseudo-Öko-Geier) haben natürlich sehr gute Lobby-Arbeit in der Politik geleistet. Ein Hoch den Vitaminen-B.
Sie werden aber, und das freut mich besonders, nicht lange absahnen können.
Ich bin sicher, dass schon dieses Jahr auf breiter Basis die LED-Technik mit sehr guten ( und sparsamen) Produkten auf den Markt drängen werden und der Spuk der Sparbirne ganz schnell beendet wird.
Für die Pseudo-Öko-Geier war das dann ein Schuss in den Ofen.
Recht so.
13:11
Leute, dieser Thread ist über 5 Monate alt. Das Thema ist längst gegessen und beschlossen.
Ich ärgere mich zwar auch, hab ich doch die ganze Wohnung, außer Badezimmer und Abstellkammer, mit Dimmer ausgestattet und mehrere dimmbare Stehlampen. War nicht billig und sollte Energie sparen. Kann ich jetzt alles in die Tonne kloppen - vielen Dank EU...
Aber was soll man machen, vielleicht auswandern?
12:36
Die EU-Parlamentarier, die gegen die unsinnige Glühllampenverordnung gestimmt haben, kamen von der FDP!
Haben die mehr Durchblick?
23:24
Ich sehe schwarz und zwar für meine sündhaft teure Lavalampe, der Metallglimmerleuchte, der Beleuchtung in der Dunstabzugshaube.....Hei ist die Abwärme normaler Glühlampen unbedingt erforderlich, bzw. Diese Monsterenergiesparlampen passen nicht in die für sie vorgesehenen Räume. Das Sondermüllproblem wurde auch schon angesprochen und was die Lebensdauer angeht- ich habe schon zwei dieser Wunderwerke weit vor erreichen ihrer versprochenen Lebensdauer auswechseln müssen!!!!
19:48
Das die EU-Politiker vor Langeweile nicht mehr wissen was sie tun sollen, ist auch hier zu sehen...
Lassen sich in ihrer Arbeitszeit von Lobbisten schmieren, um unsinniges wie DPF, Glühfadenverbot und anders durchzusetzen, was im Ganzen mehr schadet als Nutzen bringt...
10:48
Mecklenburg-Vorpommern mußte eine Millionenstrafe zahlen, weil sie nicht die EU-Richtlinie für Seilbahnen umgesetzt haben.
Dabei ist der höchste Berg der Gegend kleiner als 20 Meter.....und das land hat natürlich keine Seilbahnen.
10:06
Bei den Brüsseler Behörden arbeiten zu viele, die sich beweisen und ihre Daseinsberechtigung nachweisen wollen. Ansonsten kann man sich die häufig unsinnigen Verordnungen nicht verstehen. Bananen müssen z.B. eine bestimmte Länge haben. Gurken durften jahrelang nicht krumm sein. dieser Unsinn mit den Gurken wurde wieder aufgehoben. Deshalb die Behörden in Brüssel um die Hälfte verringern, das würde Kosten sparen und es kämen sicherlich weniger uninnige Verordnungen zustande zum Wohle der EU-Bürger.
09:32
@ericdanone
Glühbirnensteuer, Atemsteuer, Gucken-Steuer, Spaziergangssteuer, Haarsteuer...pro cm 5 Euro, Kommentarsteuer, Schreibsteuer...je Buchstabe 20 cent,
...und wer suich das alles leisten will, soll es tun
08:52
Die Glühbirne schafft warmes, gemütliches Licht und eine Umstellung auf Energiesparlampen ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, keine Frage. Unstreitig ist jedoch, dass ein Großteil der Energie nicht zum Leuchten sondern zum Heizen verwendet wird.
Verbote sind immer kritisch, da es zusätzliche Anreize schafft, sich einem Verbot zu widersetzen. Besser wäre z.B. eine deutliche Glühbirnensteuer, z.B. 5€ pro Stück. Diese Steuer muss natürlich im ganzen EU-Raum erhoben werden. Was über den eigenen Geldbeutel geht, beeindruckt normalweiser am stärksten. Und wer sich die dann viel teureren Glühlampen noch leisten will, soll es tun.
08:27
#18 von dasKollektiv
Die Weiterentwicklung der Technik läßt sich schwerlich erzwingen. Ein besseres Motiv, eine bessere Antriebskraft für solche Aktivitäten ist die Gewinnerwartung beim Erfolg.