Wettbewerb sucht die besten Ideen für Zusammenarbeit im Revier

Essen..  Noch bis zum 30. Juni können Initiative, Vereine und Gruppen, die im Ruhrgebiet Brücken zwischen alten und jungen Menschen bauen, an einem hoch dotierten Ideenwettbewerb teilnehmen. „Demografischer Wandel als Fortschrittsmotor“ heißt der Wettstreit um die besten Ideen. Die Veranstalter – Brost-Stiftung, Regionalverband Ruhr und das Bistum Essen – rechnen mit weit über 100 Bewerbungen.

Mehr Senioren, weniger Kinder – diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten, und das Ruhrgebiet wird sie noch viel früher als andere deutsche Regionen spüren. Darüber, dass die Zahl der Kinderwagen ab- und die der Rollatoren zunimmt, kann man klagen. Oder man macht das Beste daraus: ein Revier, in dem Junge und Erfahrene, Gesunde und Kranke, Zugezogene und Alteingesessene füreinander einstehen.

Ungewöhnliche Initiativen für ein besseres Miteinander der Generationen haben die Chance, prämiert zu werden. Preisgeld: insgesamt 90 000 Euro. Bewerben können sich – über Stadtgrenzen hinaus – Kommunen, Kreise, Verwaltungen, Hochschulen, Firmen, aber auch Vereine, Stiftungen und Bürger-Projekte. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, der den Wettbewerb als Schirmherr unterstützt, lädt alle, die eine Projekt-Idee haben, zur Teilnahme ein: „Die Region muss neue Bündnisse schmieden und darf nicht alte Rivalitäten pflegen.“ Ungewöhnlich und charmant ist zum Beispiel die Idee „Kiosk 4.0“, die Heike Trümper (Stadt Waltrop) und Sandra Bonnemeier (Stadt Oer-Erkenschwick) in den Wettbewerb einbringen. Der „Kiosk 4.0“ ist keine schlichte Bude, sondern ein Ort, an dem alle Generationen fast alles bekommen, was sie brauchen. Sie können – mit einem sehr einfachen System – im Internet einkaufen, sie bekommen Infos zu Terminen, lokalen Angeboten, Ärzten und Gesundheitsdiensten. Darüber hinaus ist dieser Kiosk – wie das alte „Büdchen“ – ein Treffpunkt zum Plaudern und Klönen.

Andere Beispiele: „Reha-Sport“, bringt im Ruhrgebiet, am Niederrhein und im Münsterland Alte und Junge, Einheimische und Migranten, Behinderte und Nicht-behinderte zusammen. Der Verband „Seniorpartner in School“ schickt erfahrene Bürger als Vermittler in Schulen.