WestLB lockte NRW-Städte in Zinsfalle bei Franken-Krediten

Düsseldorf..  Die ehemalige Landesbank WestLB hat bei NRW-Kommunen aktiv für Fremdwährungsdarlehen in Schweizer Franken geworben – und sie damit indirekt in die derzeitige millionenschwere Zinsfalle gelockt. Das geht aus Unterlagen für „Bürgermeisterseminare“ aus den vergangenen zehn Jahren hervor, die unserer Zeitung vorliegen.

Demnach wurden Stadtvertretern Kredite in der Schweiz empfohlen, weil dort ein „restriktives Bankgeheimnis“ für Kapitalzuflüsse sorge und niedrige Zinsen nicht von der wirtschaftlichen Lage beeinflusst würden. Zudem habe die Schweiz ein Eigeninteresse, den Devisenkurs gegenüber der EU und den USA stabil zu halten, hieß es dort. „Es ist ein Unding, dass sich die Staatsbank nicht nur selbst verzockte, sondern auch noch Pleitekommunen in den Abwärtsstrudel gerissen hat, die nun vor immensen Problemen stehen“, kritisierte FDP-Fraktionsvize Ralf Witzel.

Im Januar hatte die Schweizerische Nationalbank den Kurs des Franken überraschend freigegeben und durch die folgende Aufwertung die Darlehen vieler NRW-Kommunen über Nacht drastisch verteuert. Etwa zwei Dutzend Städte an Rhein und Ruhr haben etwa 1,4 Milliarden Euro an Franken-Krediten in den Büchern stehen. Essen schiebt zum Beispiel nun Schulden in Höhe von 450 Millionen Franken vor sich her.