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Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann

31.10.2009 | 11:33 Uhr

Brüssel. Zwei Tage lang trotzte der FDP-Chef Vorurteilen über seine angeblich schwachen Englischkenntnisse oder ein mangelndes außenpolitisches Profil. Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte am Freitag den neuen Außenminister: "Deutschland hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen".

An der Seite der Kanzlerin: Guido Westerwelle beim EU-Gipfel in Brüssel. Foto: Getty Images

«Have a nice day!» Der letzte Gruß Guido Westerwelles an die Journalisten beim EU-Gipfel in Brüssel brachte ihm einen Lacher ein. Zwei Tage lang trotzte der FDP-Chef Vorurteilen über seine angeblich schwachen Englischkenntnisse oder ein mangelndes außenpolitisches Profil. Ausrutscher leistete sich der neue deutsche Außenminister bei seinem ersten Auftritt auf internationalem Parkett nicht. Dafür bewegte er sich viel zu vorsichtig.

Reise hat "Spaß gemacht"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erteilte ihrem Vize zum Abschluss der Beratungen gute Noten. «Deutschland hat einen ordentlichen Eindruck hinterlassen», sagte die gewiefte Gipfelteilnehmerin Merkel über Westerwelle, der sich bei den ersten Auftritten vor Kameras stets zwei Schritte hinter ihr hielt. Die gemeinsame Reise mit Westerwelle habe ihr sogar «Spaß gemacht». Der FDP-Frontmann zeigte sich nach seinem zweiten Arbeitstag im Amt «erschöpft, aber zufrieden mit den Ergebnissen».

Schon zum Auftakt des Gipfels am Donnerstag hatte Merkel ihrem neuen Koalitionspartner eine besondere Ehre zuteil werden lassen. Demonstrativ fuhren beide gemeinsam in einer schwarzen Mercedes-Limousine vor dem Brüsseler Ratsgebäude vor. Auch farblich präsentierten sich Merkel und Westerwelle in Brüssel zeitweise als perfektes Team - sie in graublauem Blazer, er mit passender blauer Krawatte zum schwarzen Anzug. Der früher oft als Spaßpolitiker gescholtene Westerwelle war sichtlich um staatsmännisches Auftreten bemüht. Einen Hauch von Pathos ließ er dabei durchblicken: Er nannte es eine «glückliche Fügung, dass gleich am ersten Tag meiner Amtszeit die Möglichkeit besteht, gleich mit so vielen neuen Kollegen zusammenzutreffen».

Westerwelle übt sich in Zurückhaltung

Zu den großen außenpolitischen Themen wie Afghanistan äußerte sich Westerwelle nur kurz in der Abschluss-Pressekonferenz mit Merkel. Selbst bei den Beratungen mit seinen 26 EU-Kollegen hinter verschlossenen Türen erlegte sich der 47-Jährige Zurückhaltung auf - kein längeres Statement und auch keine Kommentare etwa zum Atomstreit mit dem Iran.

Da war bei dem sonst forsch auftretenden Juristen plötzlich ein Stück Ehrfurcht vor dem großen Amt zu spüren, auf das er jahrelang hingearbeitet hatte. Womöglich hatte Westerwelle die leise Art seines großen Vorbilds Hans-Dietrich Genscher (FDP) im Blick. Vielleicht war er aber auch viel zu beschäftigt damit, die vielen Unterlagen zu lesen, die ihm sein Stab für den EU-Gipfel vorgelegt hatte.

Sprachbarrieren gab es anders als von manchen erwartet nicht. «Westerwelle spricht fließendes Englisch», sagte der italienische Außenminister Franco Frattini. Und der Außenminister selbst betonte, wenn er auf einer Pressekonferenz in Berlin darum bitte, dass Deutsch gesprochen werde, solle daraus nicht geschlossen werden, «dass ich des Englischen nicht mächtig bin». (afp)

DerWesten

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Kommentare
03.11.2009
00:15
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von udo.michel | #23

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03.11.2009
00:04
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von r.p. | #22

irgendwie verfestigt sich bei ir der Eindruck das der Ausdruck Tigerentenregierung genau passt.

Irgend alles spassig und so richtig ernst wird es nie...aber dafür immer schön schwarzgeld(b)

01.11.2009
04:25
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #21

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31.10.2009
22:43
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von Atheist | #20

Na, lassen wir ihm doch einfach fairerweise die Chance, die schließlich jeder bei einer neuen Aufgabe verdient hat.
Und seine ganz private und persönliche Art, in der er Beziehungen zu seinen Mitmenschen unterhält, tut doch nun wirklich nichts zur Sache. Darüber sollte doch die öffentliche Meinung der Deutschen längst hinweg sein.

31.10.2009
21:19
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von zecke | #19

Laut Notensklala gibt Frau Merkel ihrem Außenminister nur eine Drei:
1 = die Erwartungen wurden weit übertroffen
2 = Mängel bestehen, sind aber nicht gravierend
3 = Die Arbeit ist ordentlich aber es bestehen deutliche Mängel,
4 = Mängel sind mehr als deutlich

31.10.2009
17:54
Blockierter Kommentar.
von Matthias.Kiesel | #18

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31.10.2009
17:49
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von Elektrosteiger | #17

Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann

Was gibt der Westerwelle???

Ich glaube, ich muß mich da verlesen haben...

31.10.2009
14:15
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von BSV | #16

Der Spaßvogel Westerwelle fällt nich (negativ) auf? Kein Wunder bei dem was die Deutschen sich in diesem Amt - Ausnahme Willy Brandt - herausnahmen. Was also geschieht, so Container-Guido die EU mit irgendeinem Ekel-Camp verwechselt? Allgemeines Schulterzucken. So wichtig ist das Amt nämlich nicht.

31.10.2009
11:15
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von helle100 | #15

Warum hat er einen ordentlichen Eindruck gemacht???Hat er den anderen in die Hose gegriffen!!

31.10.2009
10:13
Westerwelle gibt beim EU-Gipfel den Staatsmann
von Lauda | #14

Auf phoenix die Verhandlungen in Brüssel zu sehen, war ein Muss für Jeden, der sich ein echtes Bild über Westerwelle als Aussenminister(ich kann es immer noch nicht glauben, tss...)machen wollte.

Es war gruselig, diesen äusserst provinziellen selbstverliebten Gockel mit ansehen zu müssen.
Er sprach nur über sich und wie gut er bei den einzelnen Staatspräsidenten doch angekommen war, und wie sehr die sich alle für ihn ganz persönlich enorm interessiert hätten.
Wenn Guido demnächst mit rechtwinklig angelegtem Arm, war`s rechts oder links, und Narrenkappe einhergeht, wissen wir, die Psychose ist vollendet.

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