Wer der Jugend hilft, sichert die Zukunft
10.02.2010 | 14:45 Uhr 2010-02-10T14:45:40+0100
Es ist schon bezeichnend, dass Politiker nach dem Hartz-IV-Urteil des Verfassungsgerichtes gleich wieder das Wort ergriffen. So stellte Arbeitsministerin von der Leyen die Frage, was ein Kind wohl für seine Bildung benötige. - Als hätte man dies nicht schon längst klären müssen!
Statt selber zu handeln, haben Verantwortliche von Rot-Grün, Großer Koalition und ebenso Schwarz-Gelb lieber auf ein höchstrichterliches Urteil gewartet. Die Richter haben ihnen allen nun eine gehörige Ohrfeige verpasst.
Besonders die 7- bis 14-jährigen Kinder stehen zu Recht im Mittelpunkt des Urteils. Denn sie bilden die Zukunft unseres Staates. Diese jungen Menschen haben zwar genug zu essen, zu trinken und ein Dach über den Kopf. Was vielen von ihnen aber dringend fehlt, ist Bildung und die Teilnahme am kulturellen und sozialen Leben. Sie kennen keine Nachhilfe, keinen Theaterbesuch, keine Bibliothek, und auch keine guten Filme. Nur selten sind sie in Sport- oder anderen Vereinen aktiv. Sie verfügen daher auch nicht über wichtige und nützliche Kontakte in der Gesellschaft. Und weil das alles so ist, schneiden sie in der Schule meist schlechter ab. Mit der Folge, dass ihr Lebensweg eher ins Abseits führt als auf die Erfolgsspur.
Wie kann man das ändern? Nicht unbedingt über mehr Geld uin die Taschen der Eltern. Die Richter waren klug genug, dem Gesetzgeber keine pauschale Erhöhung der Regelsätze vorzuschreiben. Stattdessen muss die Politik kreativ werden.
Sie könnte Kindertagesangebote kostenlos stellen, Bücher und weitere Lernmittel ebenso. Sie könnte weiterhin dafür sorgen, dass Nachhilfe nicht allein in teuren Instituten, sondern auch in der Schule selbst möglich ist. Vereine könnten enger mit der Nachmittagsbetreuung verzahnt werden. Und an Jugendeinrichtungen und qualifizierter Betreuung dürfte man nicht sparen.
All das ist teuer, gewiss. Aber wer mit Milliarden Euro die Banken retten kann, muss auch Geld für die „Jugend-Rettung“ bereit halten.
Manfred Lachniet ist stellvertrender Chefredakteur der NRZ

20:25
Da lese ich, daß wieder mehr Deutsche ausgewandert sind, als Einwanderer kamen. Aber ohne Kinder haben wir gar keine vernünftige Zukunft! Mich quält allerdings, daß die schulische Bildung der Kinder sehr zu wünschen übrig läßt. Kommen dann noch seelische Erschütterungen - Trennung der Eltern usw. - hinzu, und obendrein noch Verzicht auf viele kleine Freuden, die nun leider auch nicht kostenlos zu bekommen sind, sieht es für die Lebensfreude und die Zukunfserwartung der Kinder bös aus.
13:57
Warum bekommen Reiche Kindergeld? Diese staatliche Leistung sollte nach Einkommen gezahlt werden! Gutverdienende brauchen keine Zusatzeinkommen, bzw. staatliche Unterstützung. Oft wird nicht einmal die Kontobewegung bemerkt. In vielen Familien würde sich die Lebensqualität aber steigern und der Makel, ein Sozialschmarotzer zu sein, wäre nicht mehr gegeben.
12:30
zu 1 meine volle Zustimmung.
Geld alleine macht es nicht, aber es könnte viel getan werden um armen Kindern, nicht nur Hartz 4 Empfanger die gleichen Chancen zu geben wie Kindern aus einkommenstarken Familien aber da entzieht sich unser Staat sich jeder Verantwortung,armes Deutschland
05:50
Erwartet man denn von Politikern, dass sie eine Generation fördert, die erst dann wahlberechtigt ist, wenn die Politiker ihren wohlverdienten Ruhestand genießen? Grundsätzlich wird Politik bis zur nächsten Bundestagswahl gemacht, und da wählen nun mal nicht die heute 14-Jährigen. Abgesehen davon kenne ich keine Hartz-IV-Empfänger (scheußlich: Hartz), der sich durch eine Parteispende revanchiert.
16:31
Die Bundesregierung hat mit der hirnlosen Erhöhung des Kindergeldes (das v.a. den besser gestellten Familien nutzte) bereits gezeigt, dass sie lieber Geld zum Fenster rausschmeißt, als mit dem Geld kreative Lösungen zu finden, wie zum Beispiel Ganztagsschulen mit sinnvollen Inhalten zu füllen (gratis Mittagessen, musische Angebote, Hausaufgabenhilfe, Sport).