Wenn der Staat schläft
16.02.2010 | 07:01 Uhr 2010-02-16T07:01:00+0100Gestern hat die Domstadt gefeiert. Am Aschermittwoch kehrt der Alltag zurück – und damit die verdrängte Angst: Wie stabil ist der Untergrund der Kölner City wirklich? War der Einsturz des Stadtarchivs nur Vorbote weiterer böser Folgen des im besten Fall schlampigen, eher aber wohl hochkriminell angelegten U-Bahn-Baus?
Wir haben uns nicht vorstellen können, dass im industrialisierten Deutschland, dem Mekka der Ingenieure, so viel Pfusch und Betrug möglich sind. Die Einsicht ist erschreckend: Köln kann überall sein. Die Bahn muss Neubaustrecken nach nur wenigen Jahren erneuern. Bayerns Veranstaltungshallen werden gesperrt, weil der Einsturz der labilen Dächer befürchtet wird. Die Fahrbahndecken von Autobahnen sind brüchig, weil Baufirmen tricksten und ihre Chefs mit dem illegalen Profit ins Ausland flohen.

15:48
#3: Man sollte halt das angebotsverfahren viel durchsichtiger machen In Köln? Der war gut.
13:05
Wenn zwischen den Bewerbern 20-40% unterschied in der angebotssumme liegt, dann hat da jemand ein nachtragspotential entdeckt oder er weiß wo mann auf eine andere art kosten spart.
Man sollte halt das angebotsverfahren viel durchsichtiger machen und vor allen die planung erst mal wasserdicht machen so das die baubegleitenen planung aufhört, hier ist langfristig mehr zu sparen als mit diesen planerischen und kaufmännischen schnellschüssen.
10:18
der staat schläft?
auf der einen seite schreien alle die bürokratie sollte abgebaut werden und nun wundert man sich das so etwas passiert. zur bürokratie gehören auch überwachungsbehörden.
wie war das nochmal mit der von der politik propagierten eigenverantwortung der unternehmer?
09:26
der Staat schläft nicht - aber er (und alle anderen öffentlichen Auftraggeber) sind der Meinung, dass jede Leistung käuflich ist.
Und deshalb kauft der Staat die Bauüberwachung ein (so billig wie möglich) und das geht dann so weiter bis zum letzten Sub-Sub-Sub-Unternehmer der seinen Arbeitern so wenig zahlt, dass sie sich mit dem Verkauf von Baustählen an Schrotthändler etwas dazu verdienen müssen !
Dagegen können auch die unterbesetzten Alibibehörden wie Zoll und Gewerbeaufsicht nichts ausrichten.
Aber das scheint nun aufzuhören, denn Herr Westerwelle will mehr Abstand zwischen Löhnen und Hartz IV herstellen (oder habe ich das falsch verstanden ?)