Wenn an der Uni Herr Professorin unterrichtet

In Sonthofen (Bayern) gibt es sie schon: die Ampelfrau.
In Sonthofen (Bayern) gibt es sie schon: die Ampelfrau.
Foto: picture alliance / dpa
Was wir bereits wissen
Die Ampelfrau steht in Dortmund nicht mehr zur Debatte. Doch der Ruf nach mehr Geschlechtsneutralität im Alltag ebbt nicht ab, wie vier weitere Beispiele belegen.

Essen.. Die Ampelfrau hat es nicht in den Dortmunder Straßenverkehr geschafft. Die Verwaltung erteilte SPD und Grünen, die nach einem weiblichen Leuchtsymbol verlangt hatten, eine Abfuhr. Nur eines von vielen kuriosen Beispielen, die mehr Geschlechtsneutralität fordern.

1. Am 1. April 2013 trat die neue Straßenverkehrsordnung in Kraft, die sprachlich mit jeder Geschlechterdiskriminierung Schluss machen sollte: Aus dem Fußgänger wurde der „zu Fuß Gehende“, der Mofafahrer ist nun der „Mofa-Fahrende“ und auch der „Verkehrsteilnehmer“ wurde gestrichen. Die korrekte Formulierung lautet nun „wer am Verkehr teilnimmt“.

2. Die Uni Leipzig hatte 2013 eine neue Verfassung verabschiedet, die festlegt, dass weibliche Bezeichnungen für beide Geschlechter gelten. Willkommen „Herr Professorin“ hieß es dann. Schnell schob die Verwaltung jedoch nach, dass sich im täglichen Umgang nichts ändern solle, es gehe nur um die Formulierung in der Grundordnung.

3. Die Berliner Piraten stellten im Februar 2013 einen Antrag, ein Jahr später folgte der entsprechende Beschluss, nachdem jedes öffentliche Gebäude eine Unisextoilette haben sollte. So solle sich niemand ausgeschlossen fühlen, auch nicht diejenigen, die sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlen. Das Bezirksamt Berlin Mitte hat nicht lang gefackelt und gehandelt: Alle drei Mitte-Rathäuser verfügen nur noch über geschlechtsneutrale WC, ebenso andere öffentliche Gebäude.

4. Soziale Internet-Plattformen lassen ihren Nutzern die Wahl. So hat zum Beispiel Facebook 60 neue Geschlechtsidentitäten hinzugefügt, unter anderem „androgyn“, „geschlechtslos“ oder schlicht „weder noch“.