Weniger Latein, dafür mehr digitale Medien

Düsseldorf..  Weniger Latein, dafür mehr Sonderpädagogik, digitale Medien und die „Islamische Religionslehre“ erstmals als Regelfach: Die rot-grüne Landesregierung hat eine umfassende Reform der Lehrerausbildung in NRW auf den Weg gebracht. Das Kabinett von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) beschloss gestern eine Änderung der Gesetzeslage von 2009, der nun noch der Landtag zustimmen muss.

„Wir richten die Lehrerausbildung behutsam und konsequent auf die Zukunft aus“, erklärte Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Als wichtigste Aufgaben nannte sie die Inklusion (Integration von behinderten Kindern in Regelschulen) und „den Umgang mit Vielfalt im Klassenzimmer“ sowie das Lehren und Lernen mit digitalen Medien.

Neu eingeführt wird als reguläres Fach der Lehrerausbildung in NRW die „Islamische Religionslehre“. Rot-Grün führte bereits 2012 als bundesweiter Vorreiter islamischen Religionsunterricht an Grundschulen ein und weitete das Angebot ein Jahr später auf weiterführende Schulen aus. Man behalf sich beim Lehrpersonal mit Quereinsteigern und inhaltlich mit Islamkunde-Lehrplänen. Zurzeit erhalten nur rund 6500 der insgesamt 275 000 muslimischen Kinder an NRW-Schulen islamischen Religionsunterricht.