Weniger Häftlinge in den NRW-Gefängnissen

Hagen..  In den 36 Gefängnissen in Nordrhein-Westfalen sitzen immer weniger Häftlinge. Im vergangenen Jahr erreichte die durchschnittliche Belegungszahl mit 15 755 einen Rekordtiefstand. Das berichtet das NRW-Justizministerium auf Anfrage dieser Zeitung. Im Jahr zuvor saßen demnach im Jahresdurchschnitt noch etwa 500 Menschen mehr hinter Gittern, zehn Jahre zuvor sogar rund 1800 mehr. Der Landesverband der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) wirft dem Ministerium eine politisch motivierte Schönung der Zahlen vor.

Landesjustizminister Kutschaty (SPD) führt die Entwicklung auf einen generellen Rückgang der Kriminalität, auf demografische Gründe und auf die Präventionspolitik der rot-grünen Landesregierung zurück. „Die Hauptklienten in unseren Haftanstalten sind zwischen 25 und 40 Jahre. Da der Bevölkerungsanteil in dieser Altersklasse zurückgeht, sinkt auch die Zahl derjenigen in dieser Altersklasse, die hinter Gitter sitzen“, sagte Kutschaty. Zudem gelinge es jetzt besser, Jugendliche mit Migrationshintergrund in die Gesellschaft zu integrieren, die Jugendarbeitslosigkeit sinke, immer mehr Jugendliche erreichten einem Schulabschluss.

Die Landesregierung plant wegen des Rückgangs der Gefangenenzahlen eine Reduzierung der Haftplätze in NRW, etwa durch die Schließung von kleineren Zweigstellen von Haftanstalten.