Weißer Wahnsinn

In Boston ist es seit längerem ziemlich kalt und auch die Schneelage ist mehr als üppig zu bezeichnen. Das verändert die Menschen dort, auch wenn dies durch unsere Brille nur schwer nachzuvollziehen ist – haben wir doch schon lange keinen richtigen Schnee gehabt. In Boston also hat der Bürgermeister jetzt die Reißleine gezogen, weil seine Bürger zuhauf kopfüber in Schneehaufen springen, sie stürzen sich halb nackt aus Fenstern und von Dächern, darauf vertrauend, dass die Schneemassen alles abpuffern und man nur ein wenig friert, ansonsten aber heile bleibt. Ihr Antrieb ist offenbar die reine Langeweile, einer Schlittenpartie oder Schneeballschlacht vermögen sie nichts mehr abzugewinnen. Und doch sagt ihr erster Bürger: Es reicht!, wohl wissend, dass die Stadt noch länger im frostigen Würgegriff stecken wird. Unschön wie all die Kopfverletzungen und Knochenbrüche sind in Boston übrigens die hässlichen Szenen auf den Straßen, wo sich die Autofahrer böse um die wenigen verbliebenen Parkplätze streiten. Aber so etwas haben wir ja auch hier ohne Schnee...