Weihnachtsfriede bei der Bahn

Gute Nachricht für Bahn-Kunden: Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn sind nach monatelangem zähen Ringen einen entscheidenden Schritt vorangekommen.
Gute Nachricht für Bahn-Kunden: Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn sind nach monatelangem zähen Ringen einen entscheidenden Schritt vorangekommen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Entspannung im Tarifkonflikt zwischen Deutsche Bahn und GDL. Unternehmen und Gewerkschaft haben sich auf einen Abschluss für das Jahr 2014 geeinigt.

Vielleicht waren sie am Ende alle erschöpft. Die Streikenden der Lokführer-Gewerkschaft, die an den Tagen des Ausstandes mit gerade 50 Euro für sich und ihre Familien hinkommen mussten. Die Chefetage der Bahn, die zugucken musste, wie Renommee und Einnahmen des größten Staatsbetriebs von Tag zu Tag hinschmolzen. Auch: Die Reisenden, Pendler, die Wirtschaft. Sie mussten die Hauptlast des ungewöhnlichen Arbeitskampfes tragen.

Jetzt also: Eine Einigung im Trippelschritt. Ob diese den „Durchbruch“ bringt, von dem Claus Weselsky redet? Das ist offen. Aber der Grundtenor der Vereinbarung deutet eher auf ein grünes Signal am Ende der Strecke: Die Bahn muss schlucken, dass alle GDL-Mitarbeiter mit dem Zuschlag bedient werden. Die streikfreudigen Lokführer akzeptieren, dass die Bahn einheitliche Tarifverträge für alle Mitarbeiter will.

Was noch fehlt: Die Zusage der Politik, das geplante, verfassungsrechtlich kritische Tarifeinheitsgesetz auf ein Nebengleis zu schieben. Die Tarifpartner in Deutschland brauchen es erst einmal nicht. Es herrscht ja jetzt Weihnachtsfrieden.