Weidmann erneuert Kritik an der EZB

Frankfurt..  Nach dem Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) zu massiven Staatsanleihenkäufen hat Bundesbank-Präsident Jens Weidmann seine Kritik an dem Schritt bekräftigt. „Der Ankauf von Staatsanleihen ist in der Währungsunion kein Instrument wie jedes andere. Es birgt Risiken“, sagte Weidmann gestern. Faktisch würden die Notenbanken damit zu den größten Gläubigern der Eurostaaten. „Das birgt das Risiko, dass solides Haushalten vernachlässigt wird“, so Weidmann.

Die EZB hatte am Donnerstag entschieden, mehr als eine Billion Euro in Staats- und Unternehmensanleihen zu stecken. Das Programm soll in diesem März beginnen und mindestens bis September 2016 laufen. Ziel ist, die Konjunktur im Euroraum anzuschieben und so auch die gefährlich niedrige Inflation wieder nach oben zu treiben. Weidmann, der Deutschland im 25-köpfigen EZB-Rat vertritt, hatte sich stets gegen breit angelegte Staatsanleihenkäufe ausgesprochen.