Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Atomkraft

Wegen Sorge um die Sicherheit schaltet Südkorea zwei Atomreaktoren ab

28.05.2013 | 14:55 Uhr
Wegen Sorge um die Sicherheit schaltet Südkorea zwei Atomreaktoren ab
Die Regierung in Seoul hat die Atomkraftanlage in Wolseong am Japanischen Meer abgeschaltet.Foto: dpa

Seoul.  Erneut ermitteln die Behörden in Südkorea wegen der Ausstellung gefälschter Sicherheitszertifikate für Bauteile in Atomreaktoren. Zwei Meiler müssen abgeschaltet werden. Strahlenlecks soll es nach ersten Informationen aber nicht geben. Bereits im November hatte ein ähnlicher Skandal Besorgnis in der Bevölkerung ausgelöst.

Erneut hat die südkoreanische Regierung zwei Atomreaktoren wegen minderwertiger Bauteile abschalten lassen. Die geplante Wiederinbetriebnahme eines dritten Meilers und der Start eines neuen Reaktors seien aus demselben Grund verschoben worden. Für einige Bauteile seien gefälschte Sicherheitszertifikate ausgestellt worden, teilte die Behörde für Nuklearsicherheit am Dienstag mit. In allen vier Reaktoren müssten die betreffenden Teile ausgetauscht werden.

Zwar seien dadurch keine Strahlenlecks zu befürchten. Aufgrund der Abschaltung könne es allerdings vor den Sommermonaten zu "unvorhergesehenen Problemen" bei der Stromversorgung kommen, warnte das Ministerium für Handel, Industrie und Energie in Seoul. Nach der Abschaltung liefen von den 23 Atomreaktoren im Land wegen Wartungsarbeiten und anderer Gründe derzeit nur 13. Fünf Meiler befinden sich im Bau.

Garantien für einige Sicherheitskabel gefälscht

Bereits im vergangenen November hatte die Aufdeckung gefälschter Zertifikate für Tausende von Reaktorbauteilen für einen Skandal gesorgt. Zwei Reaktoren waren vorübergehend vom Netz genommen worden. Einige Ingenieure und Vertreter von Zulieferfirmen wurden später wegen ihrer Verwicklung in den Skandal verhaftet.

Lesen Sie auch:
Deutsche AKW haben laut EU Sicherheitslücken

Sicher ja, aber nicht lückenlos: Europäische Atomkraftwerke sind nicht gut genug für Erdbeben geschützt. EU-Energiekommissar Oettinger ist zudem für eine Pflichtversicherung gegen AKW-Unfälle, die den Strompreis erhöhen würde. Greenpeace und Grüne kritisierten den AKW-Stresstest als unvollständig.

Im jüngsten Fall waren den Angaben zufolge die Garantien für einige Sicherheitskabel gefälscht worden. Jemand habe entsprechende Hinweise geliefert, worauf die Teile in den Reaktoren überprüft worden seien. Betroffen von der Abschaltung sind zwei 1000-Megawatt-Reaktoren an der Südostküste des Landes. (dpa)



Kommentare
30.05.2013
06:56
Und wie sieht es in Deutschland aus?
von ulrics | #1

Ob hier nicht auch an echten Teilen gespart wird?

Ich würde es den Abzockkonzernen zutrauen.

Aus dem Ressort
Sauerländer soll Hooligan-Demo in Berlin angemeldet haben
HoGeSa
Die Polizei befürchtet, dass sich die Bilder von der Hooligan-Randale am letzten Sonntag wiederholen: Für den 15. November ist in Berlin eine Demonstration "Gegen Salafisten, Islamisierung und Flüchtlingspolitik" angemeldet. Der Anmelder soll zum Hooligan-Umfeld gehören - und aus NRW kommen.
15.000 Ausländer sollen laut UN für den IS kämpfen
Terrormiliz
Die militärischen Erfolge des Islamischen Staates (IS) im Irak und in Syrien bescheren der Miliz nach Angaben der Vereinten Nationen einen nie dagewesenen Zulauf von Kämpfern aus dem Ausland. 15.000 Männer und Frauen sollen in den beiden Länder für die Terroristen kämpfen.
Präsident von Burkina Faso tritt nach Massenprotesten zurück
Demonstrationen
Nach tagelangen Massenprotesten im westafrikanischen Burkina Faso hat Präsident Blaise Compaoré sein Amt niedergelegt. Zunächst hatte er am Donnerstag lediglich angekündigt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten. Danach hatten sich am Freitag erneut Zehntausende aufgebrachte Menschen versammelt.
Drei Muslime aus dem Münsterland schließen sich dem IS an
Terrorgefahr
Wenigstens drei Muslime aus dem Münsterland sollen sich der Terrororganisation IS angeschlossen haben. Die jungen Männer wohnten in Ibbenbüren und waren anscheinend gut integriert. Der Kontakt zu den Männern ist abgebrochen. Muslimische Verbände und Vereine in Ibbenbüren zeigten sich schockiert.
Rüttgers als Zeuge: "Ministerpräsident baut keine Archive"
Landesarchiv
Ex-Ministerpräsident Rüttgers ist der letzte Zeuge im Untersuchungsausschuss des Landtags zum Millionenskandal „Landesarchiv“. Die Schuld an der Kostenexplosion weist er von sich: „Ein Ministerpräsident baut keine Archive“. Die Abgeordneten lässt er spüren, dass er in einer anderen Liga spielt.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?