Was wir fürchteten

Gefühlt war ja lange nicht mehr so viel Angst wie heute. Gut, früher gab es Feuersbrunst, Pestilenz und schlechte Ernten. Aber heute gibt es die islamistische Bedrohung. Dabei ist es ja eigentlich so: Wirklich gefährlich wird uns stets das, was wir nicht auf dem Schirm haben. Auch letztes Jahr starben in Deutschland wieder mehr Menschen durch Weihnachtskerzen als durch Islamisten – obwohl diese Gestecke viel harmloser aussehen, also manche zumindest.

Außerdem lehrt die Erfahrung, dass unsere Ängste sich nicht addieren. Kommt eine neue hinzu, muss eine alte dafür gehen. Wer weiß, ob Ängste auch Angst vor dem Vergessenwerden haben. Das wäre jedenfalls mal eine begründete Angst!

Nur die Älteren erinnern sich ja noch, dass wir mal Angst vor Ebola, Dioxin und dem demografischen Wandel hatten; vor NSA, Armutsmigranten und Erderwärmung. Ist es nicht toll, wie prima wir all das überstanden haben? Ja, die noch Älteren erzählen: Ganz früher hatten wir sogar Angst vor dem Sportclub Freiburg.