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Politcamp

Was Jugendliche von Sperren im Internet halten

04.06.2011 | 17:08 Uhr
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
Das Politcamp ist in seinem dritten Jahr von Berlin nach Bonn umgezogen. (Bildmontage: Rainer Helbig / DerWesten)

Bonn.  Brauchen wir mehr Kinder- und Jugendschutz im Internet? Das ist eines der Themen, das mehrere hundert Teilnehmer an diesem Wochenende beim Politcamp in Bonn diskutieren. Und anders als oft üblich, dürfen hier auch die Jugendlichen selbst mitreden.

Wenn die FDP im Plenarsaal im Alten Wasserwerk in Bonn auf dem Platz des Bundeskanzlers sitzt und sich die Regierungsbank mit CDU, SPD und den Grünen teilt – dann ist Politcamp11. Zu ihrer dritten Auflage ist die Tagung, deren Medienpartner DerWesten ist, von Berlin nach Bonn umgezogen. In historischer Kulisse und in den benachbarten Räumen der Deutschen Welle diskutieren mehrere hundert Teilnehmer am Wochenende über Politik, das Netz und Netzpolitik .

Im Keller des Wasserwerks zeugen noch winzige, durchnummerierte Telefonkabinen davon, wie Informationen vor gerade mal 20 Jahren aus dem Bundestag drangen. Oben, im altehrwürdigen Plenarsaal, geht es um die Netzpolitik von heute, ums Internet und seine Bedeutung für Politik und Gesellschaft, um soziale Medien und wie sie uns alle beeinflussen.

Kaum einer kommt ohne Smartphone

Hier ist das Web2.0. Kaum ein Teilnehmer im Saal ist ohne Smartphone, Netbook oder Tablet gekommen. Während auf dem Podium die erste Diskussionsrunde über die Rolle des Social Web für die arabische Revolution diskutiert, tauscht sich das Publikum via Twitter aus. Auf einer Leinwand hinter den Diskutanten werden deren Aussagen kommentiert und kritisiert, wird gelästert und gelobt.

Drei Diskussionsrunden sind für den Vormittag angesetzt; nachmittags nimmt das Politcamp als klassisches Barcamp seinen Lauf. Worüber gesprochen wird, legen die Teilnehmer dann selbst fest. Und am Morgen wird auf der Twitterwall hinter dem Podium nur allzu deutlich, dass sich viele der Teilnehmer nach den Nachmittagsrunden sehnen.

Häme für den FDP-Mann

Die Diskussion über die Jasminrevolution finden viele redundant und zu oberflächlich, und als Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion stolz berichtet, dass er seine Bürgersprechstunden mittlerweile via Foursquare in den ICE von Hamburg nach Berlin verlegt, gibt es hämische Kommentare. Auch die Frage, wie Kinder- und Jugendschutz im Netz aussehen kann, wird vielen nicht tiefgehend genug behandelt. Deshalb setzen einige Dutzend Interessierte das Thema am Nachmittag fort.

„Hallo“, sagt David (16) vor versammelter Mannschaft, „ich bin hier der Jugendliche.“ Um ihn geht es also. Und er sagt: „Ich finde, dass die Diskussion an den Jugendlichen vorbei geht.“ Max, ebenfalls 16 Jahre alt, und ein weiterer David (19) gesellen sich in der Diskussionsrunde zu ihm. Nun mögen die drei Jungs nicht repräsentativ für ihre Generation sein: Alle drei gehen sie aufs Gymnasium, alle drei sind sie politisch aktiv – der eine bei der Grünen Jugend, der andere bei den Jusos, der dritte bei den Jungen Piraten. Aber sie vermitteln den Anwesenden deutlich, was auf den Computern der Jugend Realität ist.

Schon Fünftklässler umgehen die Filter

Pornos bei YouPorn oder Gewaltspiele habe „fast jeder“ schon mal gesehen. „Ich kenn keinen“, sagt Max, „der nicht schon mal mit so was Kontakt hatte. Ich kenn aber auch keinen, der sagt, das hat mein Leben zerstört.“ Und Sperren? „Davon halte ich absolut nichts“, sagen alle drei. Schon Fünftklässler wüssten an ihrer Schule, wie man Filter umgehe. Und während jeder Teenager mehrere Stunden täglich am Computer und im Internet verbringe, beschränke sich die Zeit der Computernutzung in der Schule auf wenige Stunden im Monat.

Die Schlussfolgerung der drei Schüler: „Ich finde, die Eltern und Lehrer müssten erst mal Medienkompetenz bekommen.“ Einige Schulstunden zum Thema Tageszeitung reichten nicht mehr aus. „Heute ist man beim Medienkonsum nicht mehr nur Empfänger, sondern auch Sender“, konstatiert David. Das aber werde in der Schule ebenso wenig thematisiert wie Cybermobbing . „Internetsperren“, sagt Max, „können keinen Erziehungsauftrag ersetzen.“ Man könne doch Kindern und Jugendlichen online nicht 18 Jahre lang eine heile Welt vorspielen und sie dann plötzlich auf die Realität loslassen.

Also? Keine Sperren, fordern die Jugendlichen ebenso wie die meisten Politcamp-Teilnehmer im Raum. Stattdessen: Zum Beispiel Laptops für alle Schüler, möglichst früh in der Schullaufbahn. „Dann“, sagt Max, „müssten sich wenigstens auch die Lehrer damit befassen.“

Sarah Hubrich

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Kommentare
05.06.2011
14:45
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von Huitzilopochtli | #13

Sag ich doch ...
Lachhaft.

05.06.2011
12:42
Blockierter Kommentar.
von Huitzilopochtli | #12

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

05.06.2011
11:28
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von Applebeach4Ever | #11

Zusatz:

Ein verantwortungsbewußter Umgang von Eltern mit ihren Kindern im Bereich neue Medien ist das A und O ! Wenn es den Eltern egal ist,was ihre Kinder wie und wo machen, wenn sie immer noch die verklemmte Nichtaufklärungshaltung haben werden die Kinder auch weiter Sachen im Netz ziehen die nicht für sie geeignet sind. Eine Sperre / Kontrolle wird zu nichts führen weil sich die Kids dann ihr Material woanders herholen. Wer früher als Kind/Jugendlicher Pornoblättchen etc bekommen wollte, bekam sie auch. Weil einer kennt immer jemanden der wen kennt der was besorgen kann. Und so ist es auch im Internet. irgendwer kennt immer wen.

Also müßte die Politik in ihrer abstrusen Reglementierungswut tatsächlich einen Komplettfilter bei jedem Internetknotenpunkt installieren,der halt Schlagwörter wegfiltert.Was aber grade im Bereich der Sexualität (und darum geht es den Politikern) dann auch zu witzigen Sachen führen würde: Bestimmte Seiten des Familienministeriums wären nicht mehr erreichbar, Jugendblätter wie Bravo, alles was mit Aufklärung zu tun hat und so weiter.

05.06.2011
11:19
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von Applebeach4Ever | #10

Hmm...I-net kontrollieren und sperren und und und....

Tolle Sache,ja wirklich..... da ist der 18 Jährige Politikinteressierte,der sich Infos über Karl Müller von der Freiheitlichen dreiradfahrer Partei holen möchte für einen Abituraufsatz. Es ist Donnerstag Morgen.Er findet zahlreiche Seiten über die Laufbahn von Hr Müller. nach 1 Stunde ist die Verbindung getrennt,weil die Politiker ja das I-net kontrollieren und sagen das man bis zum 21. Lebensjahr nur 1 Stunde pro Tag surfen darf. Freitag Morgen. Der Schüler ist zur Schule. Hr.Müller stellt via facebook/Twitter ein Bild vom letzten Nudisten-Urlaub in´s Netz (natürlich ist er sittlich bekleidet,weil echte nacktheit gibt es seit dem gesetz zum Schutz der xyz nicht mehr) Die I-net Polizei endeckt das Schlagwort FKK und sperrt sofort SÄMTLICHE Seiten die mit Hr Schulz zu tun haben & sendet zeitglich die Sittenpolizei zu ihm nach Hause und in sein Büro im Bundestag zur Sicherstellung Moralisch verwerflichen Materials. Nachmittags kommt der Schüler nach Hause um sich seinem Aufsatz weiter zu widmen,muß aber erstaunt feststellen,das es keine Informationen mehr über HR Schulz im I-Net gibt.5 Min später klingelt es an der Tür und der Schüler wird verhaftet und sein Computer beschlagnahmt wegen des verdachts der verbreitung verbotener Inhalte.

Ein Fiktives Horrorszenario ? Mitnichten....Wenn wir diese Flaschen weiter über das Internet bestimmen lassen wie bisher, wird es in nicht allzuferner Zukunft genauso aussehen !

05.06.2011
09:33
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von wohlzufrieden | #9

Kinder und Jugendliche brauchen Erziehung. Aber in einer immer mehr durch Blödball, Blödzeitung und Blödfernsehen geistig verdurstenden Gesellschaft ist das immer weniger zu bewerkstelligen, und das mit Absicht der Politik. Kann man doch verblödete Jugendliche viel schneller in einen Krieg schicken,die fragen nicht soviel...

05.06.2011
09:00
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von Christian_Thomas | #8

@#3 von tom009 , am 04.06.2011 um 22:28 :

Kannst Du denn den Wahrheitsgehalt der Tagesschau oder der WAZ irgendwie überprüfen?

05.06.2011
08:17
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von weikel | #7

Den Teilnehmern am Forum, zumindest denen, die sich zu Wort gemeldet haben, sollte schon bewusst sein, dass sie relativen Unsinn reden.

1. Gibt es kaum Eltern und Lehrer, die keinen Computer besitzen und an/ mit ihm arbeiten. Ich -als Erwachsener habe meinen ersten Atari bearbeitet, als die Schüler noch gar nicht geboren waren!

2. Medienkompetenz ist nicht gleichzusetzen mit
twittern und einen perfekten Seelenstriptease auf Seiten wie facebook hinzulegen.

3. Wer , von den Schülern, besitzt überdies einen Drucker ? Ich denke nur die Wenigsten! Wer kann denn einen Text einwandfrei formatieren ? Aha!

4. Wer , von den jungen Leuten, kann denn wirklich beurteilen, ob irgendwelche dubiosen Seiten ihn/sie nicht doch nachhaltig beeinflusst haben. Jemand, der sechs bis acht Stunden vor dem pc hängt , schafft zumindest eine gewisse Abhängigkeit von diesem Medium.

Liebe Kids, nicht alle Eltern und Lehrer sind dumm und weltfremd, glaubt es mal nur !

05.06.2011
07:44
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von fun1sam | #6

Falsches Forum. Ich weiss.
Dei Frage nach der Ruhestoerung und den tödlichen Verlauf treibt mich herrum.
Ist die Waz sich eigentlich bewusst das die Polizei im Grunde gar nicht mehr reagiert auf Ruhestoerung!
Ich habe ständig mit Leuten zu tun die drei Tage am Stück ihre Sauforgien feiern. Kommentar der Polizei, wenn ein Wagen in der nähe ist kann er ja mal anhalten. Auf gut deusch, sieh zu wie du fertig wirst.
In dem Zusammenhang kann ich die Aktion des Mannes voll verstehen.
Vieleicht besinnt sich die WAZ mal auf ihren Auftrag!

04.06.2011
23:48
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von derherrhilft | #5

Schnicke for President! Der einzig wahre Führer der Menschheit!

04.06.2011
22:36
Was Jugendliche von Sperren im Internet halten
von Herold_Albert_Schincke | #4

Zu kommentar 3 von tom009 , am 04.06.2011 um 22:28

Leider sind die Fernsehprogramme alle manipuliert.

Und Sie sehn doch selbst ich und Sie können hier für Millionen von Nutzern fast alles kund tun.

Wo haben Sie sonst die Möglichkeit ???

.

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