Warum Langzeitarbeitslose oft schlecht beraten werden
15.04.2009 | 09:55 Uhr 2009-04-15T09:55:00+0200
Essen. Langzeitarbeitslose werden in NRW oft schlechter betreut als in anderen Bundesländern. Schuld daran ist auch die ungewisse Zukunft der Jobcenter. Viele Vermittler haben nur befristete Verträge. Gute Kräfte gehen, wenn sie eine bessere Stelle finden.
Langzeitarbeitslosen in Nordrhein-Westfalen machen diese Zahlen wenig Mut: 70 Prozent der 44 Jobcenter in NRW arbeiten schlechter als der deutsche Durchschnitt. Das geht aus dem jüngsten Controllingbericht der Bundesagentur für Arbeit hervor, der der „Rheinischen Post“ vorliegt. Die drei letzten Plätze belegen Remscheid (Platz 42), Siegen-Wittgenstein (43) und Olpe (44).
„Die Ergebnisse verwundern uns nicht“, sagt Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forums Deutschland. „Gerade über die Schlusslichter des Rankings erreichen uns auch die meisten Beschwerden.“ Als Beispiel nennt er das Jobcenter Düsseldorf. Die Art und Weise, wie hier mit Erwerbslosen umgegangen werde, grenze teilweise an Schikane. Gute Jobvermittlung hänge im Wesentlichen vom Engagement und dem guten Willen der Vermittler ab. Und genau daran würde es mangeln. „Das fängt schon damit an, dass den Erwerbslosen bei der Antragstellung Steine in den Weg gelegt werden“, sagt Behrsing.
„Unsichere Zukunft lastet auf den Schultern der Mitarbeiter“
Wenig Hilfe, wenig Zeit, wenig Verständnis – diesem unheilvollen Dreiklang werden demnach viele Arbeitssuchende in schlechten Jobcentern ausgesetzt. Oftmals würde bei den Vermittlern auch die Einstellung vorherrschen, dass es am Erwerbslosen selbst liege, wenn er keine Arbeit findet. Für Martin Behrsing gibt es deshalb nur eine Lösung für die Misere: eine bessere Ausbildung der Vermittler. „Sie müssten darin geschult werden, individueller auf die Jobsuchenden einzugehen, genauer hinzusehen, warum es nicht klappt“, fordert er.
Doch gerade die Personalsituation ist das Hauptproblem vieler Jobcenter. Die große Koalition liegt derzeit im Dauer-Clinch über die künftige Organisation der Argen. Noch weiß niemand, wie es nach 2010 weitergeht. „Diese Unsicherheit lastet schwer auf den Schultern der Mitarbeiter“, sagt Carmen Tietjen, Arbeitsmarktexpertin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in NRW. Der Krankenstand der Beschäftigten in den Jobcentern sei deutlich höher als in anderen Behörden. Viele Mitarbeiter arbeiten nur befristet. Gute, erfahrene Kräfte gehen, wenn sie eine bessere Stelle finden. „Dabei müsste es genau umgekehrt sein: Gerade für dieses schwierige Klientel bräuchten wir die besten Vermittler“, beklagt Tietjen.
Vermittlungserfolg dramatisch eingebrochen
Martin Behrsing plädiert zudem für ein Ende der Mischverwaltung. Derzeit werden die Jobcenter von der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen in Arbeitsgemeinschaft geführt. „Die Kommunen haben in der Jobvermittlung nichts zu suchen“, sagt Behrsing. „Das Personal aus den Stadtverwaltungen hat von Vermittlung keine Ahnung.“
Zudem wird die Bilanz der NRW-Jobvermittler immer schlechter: Im Februar diesen Jahres haben die rund 14.000 Vermittler gerade einmal 7100 Menschen einen Job verschafft. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Erfolgsquote um mehr als 45 Prozent eingebrochen „Das kann nicht nur an der Wirtschaftskrise liegen“, meint Carmen Tietjen vom DGB.
Arbeitslose in Mettmann warten neun Monate
Auch bei der Bearbeitung der Widersprüche gibt es laut Controllingbericht große Unterschiede. Am längsten müssen die Arbeitslosen in Mettmann warten. Hier braucht das Jobcenter neun Monate, bis es über einen Widerspruch entschieden hat, wie aus dem Controllingbericht weiter hervorgeht. Das verstößt gegen das Gesetz, das drei Monate vorschreibt. Am schnellsten arbeitet das Jobcenter Bochum, hier werden Widersprüche im Schnitt in gut einem Monat erledigt.
Ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit hat die Zahlen am Morgen bestätigt. Der Bericht sei allerdings für den internen Gebrauch und nicht für die Veröffentlichung bestimmt. (Mit Material von ddp)
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14:57
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14:53
SCHLECHT beraten ???? Ich glaube ich spinne. Ich bin in über vier Jahren Arbeitslossigkeit überhaupt noch nicht beraten worden. Habe mich immer selbst beraten !!! Frage mich ausserdem, was die Bürokratensäcke in den Arbeitsämtern den ganzen Tag so machen, ausser gegen die Hartz 4-Empfänger in der Blödzeitung hetzten !!! FORDERN und FÖRDERN (nach SPD-Clement) war ja wohl für´n ***** - oder hatte je einer an diesen verlogenen SPD-Spruch geglaubt ???? Nee - statt dessen wurde das Rentenalter auf 67 von Münte (SPD) erhöht, bei gleichzeitiger Zwangasverrentung ab 63 Jahre für Hartz 4-Empfänger - toll was ???? Nein nix vergessen !!!!! Und jetzt werden diese Typen bei den 1. Mai-Reden wieder voll auf die KACKE hauen, wie SOZIAL dieses SPD doch ist ! JA - ******* !!!
Zu #30 - Atlan - Die Grundrechte wurden für Hartz4-Empfänger von der SPD abgeschafft !!!! Müntefering will sogar alle Arbeitslose aushungern lassen: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen !!!
11:51
Hallo,
also... ich habe mal 2 Grundgesetze herausgesucht und kopiert, gegen die Harz IV meiner Meinung nach verstößt. Und ich denke Sie alle sehen es genau so ...
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.
(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.
Artikel 12
(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
(2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
(3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.
Leider ist glaubeich eine Verfassungsklage schon gescheitert?
11:04
#10 von zeiko,
Zitat : >>Da sind die wenigstens von Beamte, das meiste sind wie im Text zu lesen Angestellte mit befristeten Zeitverträgen...<<
Ja, das wissen die Meisten von uns ja auch. Nur benennt man halt der Einfachheit halber die ganzen Herrschaften im Staatsdienst als Beamte.
Wobei viele von denen, auch wenn sie den Beamtenstatus nicht haben, sich dennoch so aufführen. Unwillig, gelangweilt, genervt, gestört, sachunkundig und manchmal noch rotzfrech zu denen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind ........... usw.
Und die mit befristetem Arbeitsvertrag und somit auch relativ perspektivlos wie ihre Kunden, mit denen sollte man natürlich auch ein gewisses Verständnis haben. Zumal die, wie ich schon gehört habe, von den Festangestellten mit Arbeit regelrecht zugemüllt werden sollen.
09:43
Die Art und Weise, wie hier mit Erwerbslosen umgegangen werde, grenze teilweise an Schikane.
Jawoll - und das nicht nur in Düsseldorf! Diese schnöden Typen in ihrer Selbstgefälligkeit sollten mal bei einem privaten Vermittlungsbüro in die Lehre gehen! Wenn man dort nach einem Beratungsgespräch, das seinen Namen verdient, herauskommt, ist man optimistisch und gut gelaunt.
Nach einem Besuch in einem Job Center ist der Tag gelaufen!!
09:00
ich denke schon das man den Bericht noch Kommentieren kann,aber dann mit einer schärfe die sich Gewaschen hat.Der Artikel ist ja eine Weichspülung dessen was wirklich abgeht in den ARGEN aber nicht nur dort, sondern auch in den 1€ Jobs, Institute die über 50zig Jährige versuchen in Arbeit zu Vermitteln und bei den Zeitarbeitsfirmen. Wer das alles Real und Hautnah mal miterlebt hat kann eigentlich einen Roman darüber schreiben bzw. Kommentieren und würde hier den Rahmen sprengen .
07:04
Die Aussagen der Agentur sind einfach nur lächerlich.
Um den Zustand zu verändern soll die Agentur ihre Leute lieber im operativen Geschäft einsetzen und nicht im Conrolling - und Statistikbereich, denn darauf legt die Agentur schon immer viel mehr Wert.
03:35
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03:34
Nun ja ich gebe einigen der hier geschriebenen Leute vollkommen Recht,aber wie immer gibt es Ausnahmen . Ich werde hier in Duisburg in der Reha-Abt betreut nach vielen Jahren der verarsche durch einige Mitarbeiter (z.B. Herr M )bekam ich vor gut 2 Jahre eine junge Frau ,die nicht wirklich viel für mich tun kann ( Wegen Krankheit und meinem Vorleben) Aber Sie vergisst nie das ich ein Mensch bin und so behandelt Sie mich mit Würde und Anstand vor allen immer Fair Play. Was ich damit sagen möchte nicht alle diese Mitarbeiter sind faul und Arrogant .
Und Ihnen Frau B kann ich nur danken und sagen wenn es mehr von Ihnen geben würde, wäre das Leben etwas einfacher weiter so bleiben Sie wie sie sind .Danke
01:05
Nee, war gut von Dir.