Warum das Ruhrgebiet die Krise gut gemeistert hat
20.12.2011 | 17:38 Uhr 2011-12-20T17:38:00+0100
Essen. Beim großen Wirtschaftssymposium "Der Phönix fliegt!" sind sich Politik und Manager einig: Weil es Industrie behalten hat, konnte das Revier die Krise besser überwinden. Und große Ruhrgebietsstädte legen überraschend an Wirtschaftskraft zu.
Große Ruhrgebietsstädte legen überraschend an Wirtschaftskraft zu. Essen und Dortmund rücken im „Focus Money“-Ranking von bundesweit 400 Kommunen nach langer Durststrecke wieder weit ins vordere Drittel. Essen platziert sich auf Rang 102, Dortmund auf Rang 125.
Bei „Der Phönix fliegt“, dem größten Wirtschaftssymposium im Revier seit Jahrzehnten, lieferten Politik und Manager eine Erklärung für den neuen Trend nach oben: „Die Industriekerne haben uns aus der Krise gezogen“, sagte Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) in der Veranstaltung des Initiativkreises Ruhrgebiet, zu der am Dienstag rund 5000 Besucher in die Essener Philharmonie und die verschiedenen über das Revier verteilten Foren kamen.
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) lobte in diesem Zusammenhang die „Grundakzeptanz für die Industrie“ in der Region. Dass im Ruhrgebiet nach wie vor „Stahl gekocht und Autos gebaut werden“, das sei „ein Pfund“. Dieses werde in der Zukunft gebraucht.
Der Moderator des Initiativkreises, WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach, sieht „intellektuelle Kraft, innovatives Denken und inspirierende Visionen“ als Voraussetzung dafür, dass „das Ruhrgebiet als industrieller Kern Europas und Energieland Nummer 1 auch Innovationsland von Rang wird“. Die Entwicklung im Revier sei „nie gradlinig“ verlaufen, sagte Hombach. Es gelte „bei allem Optimismus auch: Wir haben echte Problemgebiete“. Zwar unterschieden sich Städte und Kreise in ihrer Entwicklung mehr denn je. Aber „wir sind ein Wirtschafts- und Kulturraum, der nur gemeinsam gesunden und stark bleiben kann“.
Bottrop als Modellregion für Elektromobilität
Das Ruhrgebiet ist mit mehr als fünf Millionen Einwohnern zwar der größte Ballungsraum Deutschlands. Allein die im Initiativkreis zusammengeschlossenen 70 Betriebe beschäftigen weltweit 2,25 Millionen Menschen. Dennoch muss die Region um Investitionsmittel für die Infrastruktur kämpfen. Kraft empfindet es als „positives Signal“, wenn Gelder für den Rhein-Ruhr-Express – rund 180 Millionen Euro – jetzt in den Verkehrsetat des Bundes eingebaut sind. Hombachs Initiativkreis macht sich dafür stark, dass Bottrop Modellregion für Eletromobilität wird. Kanzleramtschef Pofalla ermunterte das Revier zur Bewerbung.
Zumutungen erwartet
Auf der Essener Konferenz wurde klar, dass die Absicherung von Zukunftsinvestitionen Baustein für das wirtschaftliche Fortkommen sein wird. Im Vordergrund: Die Energieerzeugung nach dem Ausstieg aus der Atomkraft.
Johannes Teyssen, Chef des Eon-Konzerns, glaubt, dass die Bewältigung der von Berlin nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima eingeleiteten Energiewende „ein Vorhaben für eine ganze Generation“ sein wird. Das Ruhrgebiet werde dabei eine große Rolle spielen. Während die sozialdemokratische Ministerpräsidentin sagte, sie vermisse noch einen „Masterplan“, um die Wende zu bewältigen, deutete der christdemokratische Kanzleramtschef an, die Politik werde der Bevölkerung einige umstrittene Entscheidungen zumuten müssen.
Der „Euro-Soli“
Die Schuldenkrise der Euro-Länder war bei „Der Phönix fliegt“ ein herausragendes Thema. Nationalbank-Chef Thomas A. Lange meinte, gerade die Bankenwirtschaft an Rhein und Ruhr habe es getroffen. Die Idee von Evonik-Industries-Vorstand Klaus Engel: Ein „Euro-Soli“, der unter anderem aus nicht mehr gebrauchten Geldern des innerdeutschen Solidarpaktes gespeist wird. Damit könnten Bürgschaften finanziert werden, falls sie für klamme Euro-Länder fällig werden.

09:40
hat die Ruhr das alles sehr gut verkraftet. Es gibt noch viel zu tun. Insbesondere muss die Politik dafür sorgen, das nicht Mittel sinnlos in der Erhaltung von alten Strukturen fließen. Die Politik muss stark genug sein ganze Stadtteile aufzugeben, die nur mit hohem ewigen Aufwand vor dem Absaufen bewahrt werden können. Statt die dortigen Bruchbuden von vorgestern zu bewahren, sollte man den Bevölkerungsrückgang zum Anlass nehmen, diese Gebiete zu fluten und an den Rändern der so entstehenden Seenplatte moderne Siedlungen neu zu bauen.
00:03
müssen die da beim Wirtschaftsforum sein. Die Krise ist ja nocht lange nicht vorbei und findet ihre Fortsetzung in der jetzigen Banken- und Spekulationskrise, die von der Politik und der Presse "euphemistisch" als Euro- oder Staatsschuldenkrise bezeichnet wird.
Der ganz große Krisehochpunkt kommt noch. Und den werden unsere "Journalisten" auch erst feststellen, wenn er schon im Gange ist. Viele, viele Menschen würden die Krise mit Hunger, Not, Elend und Tod bezahlen.
20:05
Hat es das wirklich?
Das kann man doch nicht ernst meinen. Seit mehr als dreißig Jahren krebst die Wirtschaft im POTT herum. Kaum Innovation, die Städte entwickeln sich negativ, bis auf wenige Ausnahmen, die Infrastruktur vergammelt.So eine Liste läßt sich lange fortsetzen. Das Beharren auf ewig gestrige Prinzipen läßt auch für die nächste Zukunft nichts erhoffen. Noch immer sind die Ruhrgebietsstädte uneins, noch immer gibts kein WIR im Pott unter den Politikern.
Eine komplett negative Bilanz, ein Armutszeugnis.
In der Schule gabs früher immer einen berüchtigten Spruch: 6 setzen !