Warum auch der Auftritt Wilders' Pegida nichts bringen wird

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders spricht vor Pegida-Anhängern in Dresden.
Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders spricht vor Pegida-Anhängern in Dresden.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Groß ist der Rummel um die Rede des niederländischen Rechtspopulisten in Dresden - aber er wird nicht anhalten, meint der Protestforscher Rucht.

Dresden.. Der Auftritt des niederländischen Islamgegners Geert Wilders bei der Pegida-Kundgebung in Dresden stößt auf breiten Protest. SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi sagte am Montag, damit offenbarten die Organisatoren ihre rechtspopulistische Gesinnung. Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff (FDP), sagte: "Die Bewegung zeigt damit ihr wahres Gesicht: intolerant, ausländerfeindlich, islamophob." Die selbst ernannten "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) erwarteten dazu bis zu 30.000 Teilnehmer.

"Ausländerfeinde haben in unserer Stadt keinen Platz", sagte der amtierende Oberbürgermeister Hilbert. Er wolle alles tun, damit Dresden nicht zu einem Wallfahrtsort für Rechte werde.

Das Verwaltungsgericht Dresden entschied wenige Stunden vor Beginn der Kundgebung, dass gegen den Auftritt des Rechtspopulisten nicht in Sicht- und Hörweite protestiert werden darf.

Viele kommen nur, um Wilders einmal gesehen zu haben

Trotz des medialen Großaufgebots, mit dem Wilders Auftritt begleitet wurde: Nach Ansicht des renommierten Berliner Protestforschers Dieter Rucht wird die Aktion die islamfeindliche Bewegung nicht dauerhaft stärken: „Die Zahlen werden am nächsten Montag schon wieder zurückgehen.“ Es gebe viele, die Wilders gerne mal sehen und hören wollten – „aber das ist kein anhaltender Effekt “.

Der islamfeindliche Wilders sei genauso wie der nach rechts gerückte Pegida-Frontmann Lutz Bachmann ein Populist „auf dem absteigenden Ast“, so Rucht im Gespräch mit unserer Redaktion. „Wilders ist in Holland eine Figur, die man kennt, aber die keine größeren Aufregungen mehr verursacht – und schon gar nicht Zulauf bewirkt.“ Ungefährlich sei er deswegen aber nicht: „Wilders ist ein erklärter Islam-Feind, er steht am rechten Rand der Rechtspopulisten.“ Viele Leute fühlten sich bestätigt, wenn prominente Politiker wie der 51-Jährige ihr fremdenfeindliches Gedankengut in die öffentliche Debatte einspeisten.

Es wird weitere "Klimmzüge" geben

Rucht rechnet damit, dass Pegida sich in den kommenden Wochen noch um weitere Gastauftritte bekannter Rechtspopulisten bemühen werde: „Das wird jetzt in die Länge gestreckt durch alle möglichen Klimmzüge.“ Doch das ändere nichts an der Tendenz: „Pegida als Dresdner Phänomen ist ein Auslaufmodell.“ Selbst wenn sich die Bewegung noch ein Jahr oder länger halten sollte – sie werde kein Publikumsmagnet mehr sein. Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht: „Das, was die Leute denken, das wird nicht verschwinden.“ (mit dpa)