Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Rente

Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos

02.01.2012 | 09:34 Uhr
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen verteidigt die Rente mit 67.Foto: dapd

Köln/Berlin.  Zum Start ins neue Jahr streitet die Koalition über die frisch eingeführte Rente mit 67. CSU-Chef Seehofer hatte die Regelung am Wochenende kritisiert - und dafür Schelte von der FDP bekommen. Bundesarbeitsministerin von der Leyen verteidigte die Verlängerung der Lebensarbeitszeit als alternativlos.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht keine Alternative zur Rente mit 67. Es gebe sehr viel mehr Ältere, die weitaus länger Rente bezögen und weniger Junge, die diese erarbeiteten, sagte die Ministerin am Montag im Deutschlandradio. Um diese Schieflage auszugleichen, blieben anderenfalls nur eine Rentenkürzung oder eine erhebliche Beitragserhöhung. "Beides ist meines Erachtens nicht zumutbar", fügte von der Leyen hinzu.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnt davor, die Rente mit 67 in Frage zu stellen. Hundt sagte: "Wenn nichts geschieht, droht langfristig ein massiver Beitragsanstieg zulasten von Arbeitnehmern und Betrieben." Schon jetzt komme bei einem Durchschnittsverdiener "netto gerade einmal die Hälfte dessen an, was sein Arbeitgeber für ihn aufwendet".

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) mahnte: "Wir dürfen unsere sozialen Sicherungssysteme nicht weiter einseitig über Löhne finanzieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft gefährden." An weiteren Reformen in der Sozialversicherung führe kein Weg vorbei.

Kritik am CSU-Chef

Die FDP kritisiert derweil die Aussagen von CSU-Chef Horst Seehofer zur Rente mit 67. "Ich bezweifle, dass Herr Seehofer mit dieser Antäuschung nach links sich und vor allem den Bürgern einen Gefallen tut", sagte FDP-Generalsekretär Patrick Döring der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" laut Vorabbericht. "Die Rente mit 67 ist richtig und in der Umsetzung auch sehr sozial ausgestaltet. Wir Liberale stehen dazu."

Seehofer hatte die Rente mit 67 in Frage gestellt, falls sich die Situation für ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt nicht rasch ändert. "Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer über 50 in Deutschland müssen spürbar verbessert werden", sagte Seehofer der "Bild am Sonntag". FDP-Generalsekretär Döring sagte, die FDP könne sich im Detail Verbesserungen vorstellen, etwa bei den Hinzuverdienstmöglichkeiten. "Aber wenn wir nichts ändern, wird die Belastung für die kommenden Generationen untragbar", sagte er. Auch das sei eine soziale Frage.

Auch die Linke kritisierte Seehofer: Linken-Chef Klaus Ernst verwies darauf, dass Seehofer die Rente mit 67 mitbeschlossen habe. "Dass er in dem Moment, da die Erhöhung des Renteneintrittsalters wirksam wird, die Voraussetzungen dafür als nicht gegeben ansieht, zeigt die ganze politische Verkommenheit dieser Koalition der Rentenräuber und ihrer Vorgängerin", erklärte Ernst. "Jetzt versucht sich Seehofer nach der Haltet-den-Dieb-Methode aus der Verantwortung zu stehlen.

SPD will die Einführung der Rente mit 67 verschieben

In der SPD wurde die Forderung laut, die Anhebung des Renteneintrittsalters zu verschieben. Der SPD-Wirtschaftsexperte Garrelt Duin sagte der "Bild"-Zeitung vom Samstag: "Die neuen Zahlen belegen, dass die Zeit für die Rente mit 67 noch nicht reif ist." Die SPD sei deshalb für eine Verschiebung der Einführung, bis Ältere eine echte Chance auf dem Arbeitsmarkt hätten.

Das Gesetz zur Rente mit 67 sieht vor, dass sich das reguläre Renteneintrittsalter pro Jahr zunächst um einen Monat nach hinten schiebt, ab 2024 sind es dann pro Jahr zwei Monate. (dapd/afp)

Facebook
 
Kommentare
03.01.2012
14:25
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
von Sehrgut | #46

Das Rentensystem muss, genau wie unsere Gesellschaft grundlegens reformiert werden.
Anstatt die Rentenbeiträge ausschließlich aus den Löhnen der Arbeitnehmer zu finanzieren, müssen die Einkommem aus Vermietung, Verpachtung, aus Geldgeschäften und auch alle Gewinne aus Beteiligungen sowie alle Einkommen aus selbständiger und unselbständiger Arbeit zur Rentenversicherung herrangezogen werden.
Ganz große Einsparungen, welche für die Rentenkassen genutzt werden können, würden sich ergeben, wenn wir bereit wären, unsere Verwaltungen und unsere Politik auf das wirklich erforderliche Maß zurückschrauben würden. Unsere vollkommen überdimensionierte Politik und auch alle Verwaltungen könnten um mindestens fünfzig Prozent eingekürzt werden.
Kann mir irgendjemand erklären, wofür Deutschland sich die Stelle eines Bundespräsidenten leistet, welche Vorteile diese Stelle für das deutsche Volk hat? Welche Nachteile es für Deutschland gäbe, wenn diese Stelle entfallen würde? Welches Einsparpotenzial würde sich ergeben,wenn wir den ausgeschiedenen Bundespräsidenten ihre Bezüge auf monatlich 2000,00 Euro nach Erreichen des Rentenalterts beschränken würden, wenn wir Büro, Fahrzeug, Fahrer etc. einfach streichen würden?

03.01.2012
10:41
AntonC #28
von Plem | #45

Unsinn! - Lesen:

http://www.sueddeutsche.de/politik/demographische-horroszenarien-warum-wir-positiv-in-die-zukunft-blicken-koennen-1.1248564

03.01.2012
10:10
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
von wohlzufrieden | #44

Höchste Zeit, für das bedingungslose Grundeinkommen. Höchste Zeit, für die Linke.

03.01.2012
07:44
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
von mar.go | #43

Allerdings hat die Verlängerung der Lebensarbeitszeit nun nicht das geringste mit der Rente mit 67 zu tun.
Warum kann man von einem Politiker nicht ein paar klare Worte verlangen.
Es sollte doch möglich sein, zu sagen jeder Arbeitnehmer braucht eine Lebensarbeitszeit von ... Jahren um den vollen Rentenanspruch zu erwerben. Alles was darunter liegt führt zu geringeren Ansprüchen . Im übrigen sollte die Rentenkasse unantastbar sein und nicht verfrühstückt werden können, wie in vergangenen Jahren geschehen.

03.01.2012
02:59
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
von dummmberger | #42

@siddartha | #41

Das stimmt doch so überhaupt nicht.
Es gibt keine Rentenkasse, die jetzt leer sein könnte. Die Rentner erhalten ihr Gekd nicht aus den Beiträgen die sie selbst eingezahlt haben, sondern aus den Beiträgen der aktuellen Arbeitnehmer.
D.h. solange es genügend Leute gibt, die arbeiten und in die Rentenkasse einzahlen, können auch Renten ausgezahlt werden.
Das einzige ist, dass man dafür sorgen muss, dass das Verhältnis zwischen Einzahlern und Empfängern ausgewogen bleibt.

Ihre Rechnung aus #40 stimmt auch nicht. Wenn man das 67. Lebensjahr vollendet hat, ist man 67 und nicht 68.

03.01.2012
00:29
Nebenbei bemerkt
von siddartha | #41

Eigendlich egal wie hoch das Rentenbezugsalter für die ferne Zukunft festgelegt wird, das Geld dafür ist sowieso weg. Alle in den letzten Jahrzehnten in die Kassen eingezahlten Rentenbeiträge sind weg, verbraten, ausgegeben, nicht mehr vorhanden. Wer glaubt, daß diese in Jahren millionenfach angehäuften Renten- und Pensionsansprüche von Jahr zu Jahr neu zu erwirtschaften sind,: dem kann man sowieso nichts mehr begreiflich machen.

03.01.2012
00:17
Manipulative Wortspiele
von siddartha | #40

Rente mit 67 heißt eigendlich Rente mit 68 weil man den Anspruch erst erwirkt, wenn man das 67 Lebensjahr vollendet hat und 68 wird. Aber wen interessieren schon solche Worttricksereien.............

02.01.2012
23:50
Rentenbeitragserhöhungen werden nur noch von Arbeitnehmern bezahlt !!!!
von wimmel | #39

Man senkt die Beiträge für Arbeitgeber uund Arbeitnehmer, aber wenn sie wieder erhöht werden müssen, werden nur die Teilbeiträge der Arbeitnehmer erhöht, weil die Arbeitgeberbeiträge von, v.d. Leyen, der Lady im Schafspelz eingefrohern worden sind,.
BEITRAGSERHÖHUNGEN BEZAHLEN NÄCHSTEN NUR NOCH ARBEITNEHMER.
Wenn man sie nun oft genug senkt und wieder erhöht, zahlt nächstens der Arbeitgeber, wie gewollt nix mehr.
Achtung-Achtung, Falle !!!

02.01.2012
22:02
Von der Leyen verteidigt Rente mit 67 als alternativlos
von dongiovanni | #38

Vieles aus der Richtung Von der Leyen ist nur Murks. Die Deutschen sollten sich von ihr entlasten bevor sie die Republik noch mehr ruiniert.

02.01.2012
19:26
wer seit seinem 16. Lebensjahr
von wkah | #37

Da erwarten wir von unseren Schülern vor der Ausbildung ein Abitur, danach noch möglichst ein freiwilliges Jahr - und dann mit 16 in die Ausbildung.

Den Trick muss mir einer zeigen.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6208498/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 13 Kommentare 13
NRW gegen Pkw-Maut - Autofahrer besonders stark belastet
Verkehr
Autofahrer in NRW wären von der Pkw-Maut besonders stark betroffen. Daher lehnt Verkehrsminister Harry K.Voigtsberger die Einführung einer Maut-Vignette entschieden ab. Der NRW-Minister äußerte die Sorge, dass die NRW-Autofahrer so für bayerische Verkehrsprojekte zahlen müssten.