Von der Leyen: "G36 hat in der Bundeswehr keine Zukunft"

Ein Rekrut auf einem Truppenübungsplatz mit einem G36. Das Sturmgewehr gehört seit 1996 zur Standardausrüstung jedes Bundeswehrsoldaten.
Ein Rekrut auf einem Truppenübungsplatz mit einem G36. Das Sturmgewehr gehört seit 1996 zur Standardausrüstung jedes Bundeswehrsoldaten.
Foto: Arno Burgi
Was wir bereits wissen
Das Sturmgewehr G36 wird abgeschafft: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hält die Standardwaffe der Bundeswehr nach Kritik für unbrauchbar.

Berlin.. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hält die Standardwaffe der Bundeswehr, das Sturmgewehr G36, wegen massiver Probleme bei der Treffsicherheit für unbrauchbar. "Dieses Gewehr, so wie es konstruiert ist, hat in der Bundeswehr keine Zukunft", sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch nach Teilnehmerangaben im Verteidigungsausschuss des Bundestags.

Bundeswehr Bei der Truppe sind zurzeit rund 167.000 dieser Gewehre der Firma Heckler & Koch in Gebrauch.

Ein am Freitag vorgelegtes Gutachten im Auftrag des Ministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass die Trefferquote des überwiegend aus Kunststoff bestehenden Gewehrs rapide sinkt, wenn es draußen heiß ist oder die Waffe heiß geschossen wird - und zwar teils auf nur noch sieben Prozent. Gefordert werden aber 90 Prozent Trefferquote.

Probleme auch mit besten Patronen

Auch Feuchtigkeit bereitet Probleme. "Der Wechsel zwischen trockener und feuchter Umgebung führt beim G36 zu vergleichbaren Einschränkungen wie eine Änderung der Umgebungstemperatur", heißt es in dem Gutachten, das Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Juli 2014 in Auftrag gegeben hat.

In der 372 Seiten starken Studie heißt es weiter, Präzisionsprobleme gebe es auch mit den besten Patronen. Beteiligt waren Bundesrechnungshof, das Ernst-Mach-Institut der Fraunhofer-Gesellschaft, Wehrtechniker der Bundeswehr und das Wehrwissenschaftliche Institut für Werks- und Betriebsstoffe. (dpa)