Das aktuelle Wetter NRW 22°C
Kommentar

Vom Wählen gehen die Schulden nicht weg

30.08.2009 | 19:01 Uhr

Der Wähler hat gesprochen. Und nun? Egal welcher politischen Couleur: Unsere Ober- und Bürgermeister sowie Landräte haben verdammt schwere Zeiten vor sich.

 Zunächst gilt es, die Mehrheiten in den bunter gewordenen Räten zu organisieren. Das wird mühsam. Dann kommt die Bundestagswahl, nach der ein Heulen und Zähneknirschen in der Republik anheben wird. Denn im Bund, in den Kommunen und nach der NRW-Landtagswahl wird angesichts der Rekordverschuldung der Rotstift regieren. Die Ruhrgebietsstädte sind nahezu pleite. Die Sozialausgaben, Pflichtaufgaben der Städte, explodieren. Gleichzeitig brechen Gewerbesteuern weg. Daher müssen die Städte geschlossen für finanzielle Entlastung durch Bund und Land kämpfen. Es ist ein politischer Skandal, dass Pleite-Revierstädte horrende Kredite für den Soli-Ost aufnehmen müssen.

Geschlossenheit ist auch angesagt, um sich am eigenen Schopfe aus der Misere zu ziehen. Dem ganzen Palaver über die Metropole Ruhr müssen endlich entschlossene Taten folgen. Das Neben- und Gegeneinander muss einer städteübergreifenden, radikal kostensparenden Kooperation weichen. Die Städte im Ballungsraum Ruhrgebiet müssen nicht zwingend eigene Wohnungsgesellschaften, Stadtwerke, Verkehrsbetriebe, Theater, Krankenhäuser und dicke RWE-Aktien-Pakete haben. Notfalls müssen sie Tafelsilber verkaufen, um gute Schulen, beitragsfreie Kindergärten und Schwimmbäder zu unterhalten. Statt in spektakuläre architektonische Leuchtturmprojekte zu investieren, müssen unsere Städte durch pfiffige Raumplanung und gute Wohnungen schöner werden.

Die beherzten Kümmerer in unseren Rathäusern – egal, ob rot, schwarz, gelb oder grün – müssen nun die Herkulesaufgabe an sich reißen, aus unserer bundesweit abgehängten Region eine vitale, lebenswerte Metropole Ruhr mit Strahlkraft zu schaffen.

Wilhelm Klümper

Empfehlen
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/168942/create

Umfrage
Bürger sollen künftig häufiger gefragt werden, ob sie zu einer Organspende bereit wären. Können Sie sich vorstellen, Organspender zu werden?
 
Aktuelle Fotos und Videos
Karikatur vom Tage
Bildgalerie
Fotostrecke
Norbert Röttgen - Aufstieg und Fall
Bildgalerie
Rücktritt
David McAllister geht "baden"
Bildgalerie
Boot kentert
Triumph der Sozialisten
Bildgalerie
Frankreich
Aus dem Ressort
UN-Sicherheitsrat verurteilt Massaker in Hula
Syrien
Nach anfänglichem Widerstand Russlands hat der UN-Sicherheitsrat einstimmig und in scharfem Ton die syrische Regierung für das Massaker in Hula verantwortlich gemacht. Bei den Angriffen habe es eine "Schussserie von Panzern und Regierungsartillerie" auf eine Wohngegend gegeben.
Video 13 Kommentare 13
NRW gegen Pkw-Maut - Autofahrer besonders stark belastet
Verkehr
Autofahrer in NRW wären von der Pkw-Maut besonders stark betroffen. Daher lehnt Verkehrsminister Harry K.Voigtsberger die Einführung einer Maut-Vignette entschieden ab. Der NRW-Minister äußerte die Sorge, dass die NRW-Autofahrer so für bayerische Verkehrsprojekte zahlen müssten.